Der Porsche-Platzhirsch hat einen Nebenbuhler – und das aus dem eigenen Stall.
Mit dem Kürzel GT3 fordert er den 911er Schriftzug schlechthin heraus: Den Turbo!
Ein 3,6 Liter Bi-Turbo mit Allradantrieb gegen einen 3,6 Liter Saugmotor und Heckantrieb. Zwei Interpretationen einer Legende treffen auf die alles entscheidende Frage:
Und er soll sie beantworten: Patrick Simon, Architekt, Rennfahrer und Nordschleifen abhängig. Bestzeit am Ring 7:15. Noch Fragen? Porsche-Teststrecke in Leipzig. 3,75 Kilometer lang, Formel 1 tauglich und gespickt mit weltbekannten Kurven Das Mobil S kennt man vom Hockenheimring. An Monza erinnert die Kurve “di L`Esmo”. Von Spa- Francochamps: Der Bus Stop. Danach geht es über das Suntory S aus Shizuoka zurück zu Start und Ziel.
Er geht als erster auf die Strecke: Der Porsche Turbo. Leistungsdaten: 480 PS, maximales Drehmoment: 680 Newtonmeter. Dieses Fahrzeug steht vor allem für Eines:
Beschleunigung: 0- 200 in 12 Sekunden; Höchstgeschwindigt: 310 Km/h; Kraft die man trotz Allrad erstmal bändigen muss.
1,65 Tonne bringt er auf die Waage. Leistungsgewicht: 3,3 Kilogramm pro PS. Preis: Unser Testwagen schafft es dank vieler Extras auf stolze 130.000.- Euro. Nicht der einzige Wermutstropfen.
67 Liter um genau zu sein… (Bei einem Verbrauch von 20 Liter unter Volllast reicht das für bescheidene 350 Kilometer.) Unser Turbo in Speedgelb hat neben Keramikbremsen und speziellen Cupreifen auch eine Hinterachsquersperre verbaut. Die besten Voraussetzungen für ein paar richtig schnelle Runden.
Und quer geht er auch… In Kurven offenbart der Turbo sein hässliches Gesicht: Den Grenzbereich. Und der ist schmal… Auf der Geraden zieht der Turbo seinen stärksten Trumpf… Manch ein Charakter ist eben gewöhnungsbedürftig. Aber mit jeder Runde wird die Linie besser, die Zeiten schneller!
1:04:95 ist sie schnellste Runde des Porsche 911 Turbo.
15000 Euro billiger und knapp 200 Kilogramm leichter: Der Herausforderer! Porsche GT 3
Mit 415 PS und einem maximalen Drehmoment von 405 Newtonmeter ist der 911 GT3 auf den ersten Blick deutlich schwächer auf der Brust. Doch dahinter steckt auch eine ganz andere Philosophie…Leichtbau, Rennmotor und Heckantrieb. Und außer einer Traktionskontrolle keine weiteren Fahrhilfen – klingt nach unfahrbar.
0 auf 100 in 4,3 Sekunden. 310 Km/h Spitze. Der Motor dreht bis 8500 Touren – Doch Patrick steht vor allem auf Eines: Auf die Soundkulisse des Porsche 911 GT3.
Schon in den ersten Kurven werden die Unterschiede zum Turbo deutlich…
Apropos leicht: Auch der GT3 hat Keramikbremsen und Cupreifen an Bord. Die müssen allerdings nur mit 1455 Kilo Lebendgewicht fertig werden. Nach zwei Runden knallt Patrick die Cork-Screw hoch, als wäre es seine Garageneinfahrt.
Uhrwerk ist genau das richtige Stichwort: Die Bestzeit des Turbo wackelt bedenklich!
Und wie! Gefühlt, liegt der Porsche GT3 schon mindestens 3 Sekunden vorne. Da kann man in der letzten Runde getrost für die Galerie fahren.
Doch dann die Überraschung: Mit 1:04:52 liegt der Porsche GT3 nur ganz knapp vorm Turbo. Nur vier Zehntel Vorsprung! In der Formel 1 reicht das für die Poleposition – im wahren Leben für nicht wirklich viel. Damit klebt der Turbo dem GT3 ganz schön dicht am Heckspoiler! Der Turbohammer reicht anscheinend aus, um die Konkurrenz auf unserem 2,3 Kilometer langen Rundkurs nicht zu weit enteilen zu lassen. Aber wer ist den jetzt der schnellere von beiden?
Das wird nicht der letzte Bruderkampf im Hause Porsche gewesen sein!