Ein Weltrekordler geht in die dritte Runde.
Laut dem „Guinness Buch der Rekorde“ ist er der meistverkaufte Roadster aller Zeiten. Gut 720.000 der kleinen offenen Zweisitzer liefen bisher vom Band. Der neue Mazda MX 5 tritt ein schweres Erbe an.
Hier ist sein Jagdrevier: Kurvige leere Straßen. Hier zeigt der MX 5 sein Potential. Dank Front-Mittelmotor-Bauweise mit dem Motor hinter der Vorderachse erreicht der kleine Japaner die optimale Gewichtsverteilung von 50 zu 50.
Der Urahn. 1989 tritt der intern mit dem Kürzel NA bezeichnete Roadster eine Lawine los. Über 430.000 Fahrzeuge sorgen weltweit für bezahlbaren offenen Fahrspaß. 1997 wird der „NB“ in Tokio präsentiert. Größer und als Tribut an den Fußgängerschutz ohne Klappscheinwerfer. 2000 folgt ein leichtes Facelift. Knapp 300.000 mal verkauft sich die 2. Generation. Der MX 5 ist stetig gewachsen. Auch der „NC“ ist deutlich größer, aber nur 10 Kilogramm schwerer, als sein Vorgänger. Gewichtsreduzierung bis hin zum Innenspiegel. Der ist 84 Gramm leichter als bisher.
Ausgestellte Radhäuser, ein Powerdome, das Design wirkt kraftvoll. Die Silhouette ändert sich kaum. Und am Heck erkennt man ihn ganz deutlich wieder, den Ur-MX 5. Neu und doch irgendwie vertraut, zieht der Neue die Blicke auf sich.
Neu sind die Überrollbügel in Chromoptik. Ein erwachsen gewordenes Cockpit mit klaren Instrumenten gibt keine Rätsel auf. Für rund 800 Euro Aufpreis sorgt eine Boseanlage für druckvollen Sound. Die Sechsgang-Schaltung gibt es nur in der Top-Ausstattungsvariante „Expression“.
Unter der Haube sorgt ein drehfreudiger Zwei-Liter-Vierzylinder mit 160 PS für Schub und Sound.
Ab Januar steht der MX 5 für 21.190 Euro beim Händler. Wer jetzt schon einen möchte, muss zum Sondermodel „3rd Edition“ greifen. Für gut 30.000 Euro gibt es schicke Alus und viel Chrom ab Werk. 500 Stück dieser limitierten Auflage kommen nach Deutschland.
In wenigen Sekunden lässt sich der MX5 öffnen und schließen. Dann haben Menschen über Einsneunzig aber ein Problem. Es heißt entweder Kopf einziehen oder Beulen im Dach. Mazda empfiehlt den MX5 aber von Haus aus nur Leuten bis 1,86 Meter.
Unterwegs fallen drei Dinge positiv auf: Das gut abgestimmte Fahrwerk, das Komfort mit Sportlichkeit vereint, die sehr direkte und zielgenaue Lenkung und die knackige gut abgestufte Schaltung. Allerdings lässt das Fahrwerk eine zu starke Seitenneigung zu. Negativ ist auch die Leistungsentfaltung des Vierzylinders. Im unteren Drehzahlbereich nimmt man ihm die 160 PS nicht ganz ab. Erst über 5000 geht es richtig voran. Dann hat man mächtig Spaß, bekommt aber an der Tankstelle die Quittung: Wenn der 50 Liter Tank nach knapp 380 Kilometern leer ist.
Gut 13 Liter verabschieden sich dann auf 100 Kilometer. Im Normalbetrieb sind acht bis neun Liter realistisch. Die Topspeed liegt bei 210. In Sachen Sicherheit hat der MX 5 serienmäßig viel an Bord. Unter anderem Kopf-Seitenairbags und ein Stabilitätsprogramm, das sich bei Bedarf ausschalten lässt. Auch die Bremsen sind verstärkt und sorgen für einen Bremsweg von unter 39 Metern von 100 km/h auf 0.
23.700 Euro kostet die 160 PS-Version mindestens. Ein fairer Preis im Vergleich zur Konkurrenz. Der MX 5 bleibt auch in seiner neuesten Auflage ein Kurvenräuber und hat das Zeug dazu, die Erfolgsgeschichte der Baureihe fortzuführen.