Mittwoch, 14.05.14 Hauptmann, Alexander

VW Golf Sportsvan Test | Fahrbericht | Video 2014 : VW Golf Sportsvan im Test 2014

Mit dem biederen Golf Plus hat sein Nachfolger, der neue VW Golf Sportsvan, nur noch die Stärken gemeinsam. Und das ist gut so. Der neue VW Golf Sportsvan im Test/Fahrbericht.

VW Golf Sportsvan – mehr als der neue Golf Plus

Als Volkswagen 2004 der Golf-Familie den Golf Plus hinzufügte, hat wohl niemand damit gerechnet, dass alleine in Deutschland bis heute mehr als 500.000 Einheiten verkauft würden. Grund genug für VW am Konzept des "hohen Golf" festzuhalten und ihm, nach rund zehn Jahren eine zeitgemäße, vollkommen neue Modellvariante folgen zu lassen - der neue VW Golf Sportsvan im Test und Fahrbericht

Der neue VW Golf Sportsvan im Test

Der neue VW Golf Sportsvan basiert, wie seine Brüder, auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des Volkswagen Konzerns und bedient sich der gleichen Motorenpalette. Im Vergleich zum Vorgänger ist der VW Golf Sportsvan rund 5cm breiter und 13cm länger geworden. Dennoch bringt der Golf Sportsvan bis zu 90kg weniger auf die Waage als der alte VW Golf "Plus" und spart bis zu 20 Prozent Kraftstoff.

Technik-Neuheit in der Golf-Klasse

Der Neue hat natürlich auch reichlich moderne Technik an Bord. Was der Golf hat, hat gibt es für den Golf Sportsvan auch. Vom modernsten Radio-Navigationssystem des Konzerns über das optional angebotene Adaptive Fahrwerk (DCC) bis hin zu diversen Sicherheitsfeatures oder dem Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Doch etwas gab es vorher noch nicht. Erstmals bietet VW in dieser Klasse einen Blind Spot Sensor inklusive Ausparkassistent an. Hierbei wird nicht nur vor Fahrzeugen im toten Winkel mittels LED-Symbol im Außenspiegel gewarnt, sondern auch das rückwärts Ausparken sicherer gemacht.

Fahrbericht VW Golf Sportsvan

Der sogenannte Ausparkassistent erkennt beim rückwärts Ausparken aus einer Parklücke im 90 Grad Winkel zu Fahrbahn, nicht nur Objekte die im Weg stehen sondern registriert auch herankommende Fahrzeuge bis zu einer Entfernung von 40 Metern. Sollte die akustische Warnung des Assistenten vom Fahrer ignoriert werden bremst das System selbsttätig um eine Kollision zu vermeiden.

Das wahre Highlight ist das Design des VW Golf Sportsvan

Volkswagen will eine jüngere Zielgruppe ansprechen und hat sich beim Design wirklich ins Zeug gelegt. Der Neue ist fast exakt so hoch wie sein Vorgänger, wirkt jedoch deutlich satter. Die alte Anmutung eines "Ostereis" ist vergessen, was der Golf seinen neuen Proportionen und gut dosierten Designdetails verdankt. Das "Gesicht" des VW Golf Sportsvan ist steil und tief angelegt. Dank flacher, weit außen montierter Scheinwerfer in Verbindung einem schlanken Grill entsteht so ein sehr breiter Look.

Durch eine Streckung des gesamten Fahrzeugs und einen kurzen, vorderen Überhang wirkt der Golf auch von der Seite sportlicher. Die weit nach außen gezogenen Seitenfenster mit ihrer umlaufenden Chromleiste intensivieren diesen Effekt noch. Seitliche Linien unterteilen das Fahrzeug und bauen Höhe ab. Durch das Spiel mit Licht und Schatten entsteht so eine flacherer, dynamischere Ansicht. Der vorher am Fenster positionierte Außenspiegel sitzt nun auf der Brüstung. Dadurch läuft die Fenstergrafik ohne Unterbrechung durch und streckt so den Vorderwagen des Fahrzeugs.

Eine sehr ansprechende Lösung wurde bei der Positionierung und Ausarbeitung der Türgriffe gefunden. Sie schmiegen sich an die Schulterkante an und nehmen ihre Form auf. Das Heck wird von eine prägnanten Schulter und kräftigen Radläufen dominiert. Hinzu kommen breitere, sehr horizontal angelegte Heckleuchten und eine bewusst horizontale Linienführung, die den Sportsvan auch am Heck sportlich wirken lassen. 

Ein Golf ist ein Golf und bleibt ein Golf!

Wie beim "Standard-Golf" ist hier alles am rechten Fleck. Die Verarbeitung ist gut, die Materialien hochwertig und man findet sofort die perfekte Sitzposition. Es gibt reichlich Ablagen und die Rückbank ist im Verhältnis 40/20/40 geteilt umklappbar. 

Die zusätzlichen Zentimeter in der Länge und im Radstand kommen dem Innenraum wirklich zugute. Dennoch kann es hinten mal eng werden, besonders wenn vorne und hinten große Personen sitzen. Die Lösung jedoch ist einfach. Dank der um bis zu 18 cm, auch geteilt, verschiebbaren Rückbank, gibt es auf Wunsch auch im Font viel Beinfreiheit. Natürlich mach sich das im Kofferraum bemerkbar. Aber auch dann sind noch immer rund 500 Liter Ladevolumen vorhanden. Hinzu kommt ein variabler Ladeboden, der auf Wunsch auch die Hutablage aufnehmen kann. 

Fahren wie im normalen Golf

Obwohl man im Sportsvan etwas höher sitz als im Golf und folglich auch der Schwerpunkt höher ist merkt man bei den Fahrleistungen kaum Unterschiede. Das Fahrwerk bietet von komfortabel bis sportlich für jede Situation das passende Setup und man muss sich schon sehr anstrengen, um hier an die Grenzen zu kommen. Voraussetzung für eine sportlichere Gangart ist jedoch das adaptive Fahrwerk (DCC). Ohne geht es ein wenig gemütlicher durch die Kurven.

VW Golf Sportsvan: Technische Daten unseres Testwagens:

  • Motor: 4 Zyl. – Diesel TDI
  • Leistung: 110 kW (150 PS) 
  • Drehmoment: 340 Nm (1750 – 3000U/min) 
  • 0-100 km/h: 9,2 s 
  • Verbrauch: 4,7-4,7 l(kombiniert) 
  • Länge: 4.338 mm 
  • Breite: 1.807 mm 
  • Radstand: 2.685 mm 
  • Kofferraum: 500-1520 l (nach VDA)

Fazit zum neuen VW Golf Sportsvan

Volkswagen ist es mit dem Sportsvan gelungen, das leicht angestaubte Image des Golf Plus abzulegen. Die bewährten Vorteile des Vorgängers, wie die leicht erhöhte Sitzposition und der zusätzliche Raum sind geblieben. Doch der Neue wirkt flacher, stylish und jünger, und fährt sich auch so. Bestellen kann man den VW Golf Sportsvan ab sofort. Mit einem Basispreis von 19.500 Euro ist er kein Schnäppchen, dafür gibt es aber viel modernes Auto fürs Geld. 

  • Alexander Hauptmann

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