Freitag, 21.06.13 Hauptmann, Alexander

VW Golf GTD | Alt gegen Neu : VW Golf GTD - Vergleichstest Golf 1 gegen Golf 7

Alt gegen Neu. Der erste Golf GTD tritt gegen den neuen Golf 7 GTD im Vergleichstest an. Wer hat die Nase im Test vorn?

Golf GTD" >Geschichte des Golf GTD

Das Kürzel GTD hat auf Dieselfahrer eine magische Wirkung und eine lange Tradition. Vor 31 Jahren debütierte der Golf 1 GTD und revolutionierte mit seinem aufgeladenen Diesel-Triebwerk den Markt der Selbstzünder – erstmals war ein Diesel nicht nur sparsam, sondern auch sportlich. Der Gran Turismo Diesel ebnete so den Weg für den weltweiten Durchbruch der TDI – der direkteinspritzenden Hightech-Selbstzünder des Volkswagen-Konzerns.

VW Golf 1 GTD" >VW Golf 1 GTD

Die Einstufung in die Kategorie Sportlichkeit ist – nicht nur, aber gerade im Automobilbau – aber zeitabhängig. So würde man heutzutage Golf 1 GTD dieses Prädikat nicht mehr zubilligen, da die mageren 70 PS bei einem Drehmoment von 133 Newtonmeter, die der kleine Vierzylinder mit Wirbelkammer-Einspritzung ablieferte, nicht nur PS Freaks allenfalls noch ein müdes Lächeln wert ist. Damals war der Golf GTD aber so etwas wie die Sportskanone unter den Dieseln. Das lag zum einen am straffen Fahrwerk, zum anderen am geringen Gewicht. Rund 900 Kilogramm brachte das zierlich wirkende Auto auf die Waage.

VW Golf 7 GTD" >VW Golf 7 GTD

Der neue Golf 7 GTD lässt dagegen bei Bedarf bei einem Drehmoment von bis zu 380 Nm 184 Pferd galoppieren, die aber knapp eine halbe Tonne mehr in Bewegung halten müssen. Die Gewichtzunahme ist optisch leicht zu erkennen, der Golf 7 GTD ist schließlich gegenüber dem Golf 1 unter anderem um stolze 50 Zentimeter gewachsen. Doch auch unterm Blech sind etliche Kilo dazu gekommen. Die Technik von heute, die das Fahren erheblich sicherer und komfortabler macht, bedeutet trotz aller Effizienz-Bemühungen eben mehr Gewicht. Dafür bietet der VW Golf GTD des Jahres 2013 aber auch eine Armada von Assistenz- und Komfortsystemen, von denen man vor 31 Jahren noch nicht einmal träumte. 

Ausstattung des Golf 7 GTD" >Ausstattung des Golf 7 GTD

Die Multikollisionsbremse, die Progressivlenkung, die Müdigkeitserkennung, die weiterentwickelte elektronische Quer-Differentialsperre XDSplus, das proaktive Insassenschutzsystem, die automatische Distanzregelung inclusive City-Notbremsfunktion, der Spurhalte- und Park-Assistent oder die dynamische Fernlichtregulierung sind nur ein paar Beispiele. Und von Airbags und ESP war damals auch noch nicht die Rede.

Dass der Golf 7, dem ersten Golf GTD in jeder Lebenslage die Rückleuchten zeigen kann, lässt sich am leichtesten mit dem Leistungsgewicht erklären. Beim Urahn sind es mehr als zwölf Kilogramm, die jede Pferdestärke bewegen muss, beim aktuellen stemmen sich nur noch 7,4 Kilo gegen jedes PS. 

Fahrleistungen Golf GTD

Selbstverständlich trennen auch bei den Fahrleistungen die beiden Golf GTD Welten. In Sachen Höchstgeschwindigkeit zum Beispiel lässt der Neue dem Golf 1 GTD keine Chance. Während 160 Km/h in den 80ern als äußerst zügig galten, sind es heute eben 230 Stundenkilometer. Lediglich beim Verbrauch ist der Abstand nicht so groß. Der Golf 1 GTD galt damals mit sechs Litern auf 100 Kilometer als das sparsamste Serienauto der Welt, während es der Golf 7 GTD auf 4,2 Liter bringt.

Daraus zu schließen, dass die VW-Ingenieure  in diesem Bereich in Relation zu den anderen Entwicklungen nicht so viel erreicht hätten, wäre unfair. Im Gegenteil: Dadurch, dass sie den Verbrauch gegenüber dem direkten Vorgängermodell um 0,9 Liter senken konnten, gelang ihnen sogar eine Meisterleistung.

VW Golf 1 GTD gegen Golf7 GTD

Wie überhaupt dieser Vergleich hauptsächlich zeigen soll, wie dramatisch in den letzten drei Jahrzehnten die technische Entwicklung fortgeschritten ist. Und so bleibt als Fazit: Damals und heute waren und sind die beiden Golf GTD Leuchttürme der Automobil-Technik.

  • Alexander Hauptmann

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