Dienstag, 02.09.14 Schwarz, Robert, SID

Volleyball Weltmeisterschaft 2014 der Herren : Deutsche Nationalmannschaft nach WM-Auftaktpleite enttäuscht - Video

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft hatte beim Auftakt der Volleyball WM 2014 in Polen gegen Weltmeister Brasilien keine Chance auf einen Sieg,

Volleyball Weltmeisterschaft 2014 der Herren: Deutsche Nationalmannschaft nach WM-Auftaktpleite enttäuscht - Video

Seine gute Laune hatte Vital Heynen auch nach der derben WM-Auftaktpleite noch nicht verloren. "Wenn wir kurz spielen, können wir wenigstens lange darüber reden", sagte der Volleyball-Bundestrainer nach dem deutlichen 0:3 (21:25, 19:25, 17:25) gegen Titelverteidiger Brasilien in Kattowitz. Das deutsche Team hatte in Polen keine Chance auf einen Sieg, will die Hoffnungen auf die erste WM-Medaille seit 44 Jahren aber noch nicht begraben.

Volleyball WM 2014

"Wenn man etwas gegen Brasilien gewinnt, dann ist das ein Extra. Natürlich wollten wir nicht verlieren, aber die nächsten Spiele sind die wichtigen", sagte Heynen dem SID. Am Mittwoch (13.00 Uhr) gegen Vize-Weltmeister Kuba will die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) den ersten Erfolg in der Vorrundengruppe B landen und damit einen großen Schritt in Richtung zweiter Gruppenphase machen. "Kuba ist physisch stärker, aber wir wollen den Sieg", sagte Heynen.

Jochen Schöps, Kapitän Volleyball-Nationalmannschaft

- "Den Auftakt hätten wir uns besser vorgestellt."
- "Sich jetzt zu lange darüber aufregen wäre Quatsch."

Vital Heynen, Volleyball-Bundestrainer

- "Man hofft immer, dass Brasilien am Anfang des Turniers nicht gut spielt, aber das war nicht so."
- "Jetzt kommen erst die wichtigen Spiele für uns."

Max Günthör, Volleyball-Nationalspieler

- "Am Anfang lief es noch sehr gut für uns, aber dann kam leider ein Bruch rein."

Georg Grozer, Volleyball-Nationalspieler

- "Im dritten Satz hat man gemerkt, dass wir nicht mehr dran geglaubt haben. Ich hoffe, dass so etwas nicht mehr passiert."

Volleyball Weltmeisterschaft 2014

Allerdings hinterließ die teilweise unkonzentrierte Vorstellung mit unnötigen Fehlern gegen den klaren Favoriten durchaus Spuren. "Am Ende hat die Mannschaft nicht mehr an den Sieg geglaubt. Ich hoffe, dass das nicht nochmal passiert", sagte Diagonalangreifer Georg Grozer. Der stärkste Deutsche vermisste im dritten Satz das Kämpferherz, denn einige DVV-Akteure ließen vor 5000 Zuschauern in der Spodek Arena schon auffällig früh die Schultern hängen. Schon nach 92 Minuten war alles vorbei. "Das darf bei einer WM nicht sein", sagte Grozer.

Deutschland gegen Brasilien - Volleyball WM 2014

Nur im ersten Satz hielt der Achte der Weltmeisterschaft 2010 gegen Brasilien, das in Polen den historischen vierten Titel in Serie gewinnen kann, gut mit. "Dann haben wir viele kleine Fehler gemacht", sagte Grozer. Diese müssen in den weiteren Gruppenspielen dringend abgestellt werden. "Man muss das abhaken, es besser machen und weiterspielen. Es ist ein langes Turnier", sagte Kapitän Jochen Schöps. Am Dienstag hat die Mannschaft spielfrei und will die Niederlage eingehend analysieren.

Der Weltranglistenerste Brasilien spielte seine große Erfahrung und Überlegenheit aus

Ohne jede Hektik dominierten die Südamerikaner und brachten erst den zweiten und schließlich auch den dritten Satz souverän nach Hause. "Man hofft immer, dass sie am Anfang eines großen Turniers noch nicht so stark sind, doch heute waren sie das", sagte Heynen: "Wir haben uns zu viele Fehler geleistet."

Deutsche Volleyball-Nationalmannschaft

Die deutsche Mannschaft hofft trotz der klaren Niederlage nach Platz fünf bei Olympia vor zwei Jahren auf einen weiteren Schritt nach vorne. "Man muss verstehen, dass wir nicht der Favorit sind. Aber wenn man als Mannschaft nicht daran glaubt, schaffen wir es niemals", hatte Heynen vor dem Turnier gesagt. Der 45 Jahre alte Belgier hat das Team 2012 übernommen und soll es auch zu den Olympischen Spielen 2016 nach Rio de Janeiro führen - am liebsten mit einer WM-Medaille im Gepäck.

Deutschland bei der Vollyball-WM 2014

Deutschland trifft in der Vorrunde bis Sonntag nach dem Kuba-Spiel noch auf Finnland, Tunesien und Südkorea (jeweils 16.30 Uhr). Die ersten vier Teams der Sechsergruppe qualifizieren sich für die zweite von drei möglichen Gruppenphasen. Das Endspiel findet am 21. September in Kattowitz statt. Die bislang einzige deutsche WM-Medaille hatte die DDR mit Gold 1970 in Bulgarien gewonnen.

  • Robert Schwarz

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