Montag, 24.01.11 Wagner, Christian

Vergleich Audi A8 4.2 vs. BMW 745i : Die bayerische Oberklasse im Vergleich

A8 gegen 7er

Audi A8 und 7er BMW – das Bayernduell der Oberklasse. Ingolstädter Alu-High-Tech gegen münchener Bängel-Barock. Im Test der A8 4,2 Quatro. Sein V-8 mit 335 PS hat keine Mühe mit dem knapp 1,8 t Lebendgewicht des Allradlers. Der versprochene Verbrauch von 11,9 l klingt allerdings sehr optimistisch. BMW verspricht dem 745i sogar noch einen Liter weniger Verbrauch. Erstaunlich – denn seine 333 PS schleppen fast 200 kg mehr mit sich herum. Allerdings hat er nur Heckantrieb. Preislich liegen beide auf identisch hohem Niveau. Unterschiedlicher können 8 Zylinder kaum verpackt sein. Auf der einen Seite der massige BMW mit Heckrucksack. Auf der anderen Seite, der elegante, in manchen Details filigrane Audi. Tränensäcke und dicke Niere. Das Frontdesign des Müncheners polarisiert, stimmig dagegen die Front des Audi. Die Seitenlinie des BMW wirkt massiv, wie eine Burg und endet im Stein des Anstoßes. Für diesen Kofferraum gibt es nur 2 Meinungen – Top oder Flopp. Breit und knackig, so muss ein Hintern aussehen. Der Audi ist 4 cm länger und 5 cm niedriger als der BMW. So wirkt er gegen den klobigen Auftritt des Gegners schon fast coupeartig. Sieger im Kapitel Emotion und Design- der Audi A8. Zwei dicke V-8 mit annähernd gleicher Leistung. Beim Drehmoment hat der BMW mit 450 Nm genau 20 mehr zu bieten als der Audi. Die Daten versprechen Gleichstand. Und so ist es auch. In 6.3 Sekunden stürmen beide auf 100 und bei 250 ist natürlich Schluss. Bremsen – eine Übung, die beide dank feinregelndem ABS gut meistern. Der BMW steht nach 36,9 m, der Audi kommt nach 37 m zum Stehen. Nahezu Gleichstand auch hier. Beim Handling dann der Unterschied. Die Lenkung des 7er circelt das Schiff zwar zielsicher durch die Pylonen, aber der Dicke neigt zum Aufschaukeln. Gepaart mit der starken Seitenneigung, zeigt der BMW deutlich, dass er mehr ein Cruiser ist. Der Audi überrascht. Mit seiner direkten Lenkung und dem hart abgestimmten Fahrwerk, wirkt er agil wie eine Mittelklasse-Limousine und giert förmlich nach schnellen Richtungswechseln.Im Ingolstädter kommt schnell Fahrspaß auf. Damit gewinnt er das Kapitel Performance, wenn auch nur knapp. Wuchtig aussen – wuchtig innen. Alles im BMW wirkt gross und respekteinflössend. Das riesige Lenkrad mit den beiden Schaltknöpfen wirkt etwas klobig. Der Automatik-Wählhebel tart sich geschickt. Und man kann ihn schnell mit der Wischerbetätigung verwechseln. Die Sitze sind nahezu perfekt. Einzig die umständliche Verstellung bietet Anlass zur Kritik, ebenso wie IDrive. Computerfreaks gefällt es, anderen ist es zu kompliziert. Besonders, wenn es um die Dinge geht, die man nicht täglich verstellen muss. Start per Fingerabdruck. Diese Sonderausstattung gibt es im High-Tech Cockpit des A8. Das Lenkrad wirkt im Gegensatz zu dem des BMW fast zerbrechlich umd der Wählhebel ist da, wo er hin gehört. Die Sitze sind etwas härter gepolstert aber dadurch trotzdem nicht unbequem. Das Bediensystem MMI, ebenfalls mit einem Drehregler wirkt deutlich durchdachter als das IDrive. Hier erklärt sich alles von selbst. Sieg für den A8. Billig sind sie beide nicht. Gut € 74,000 Grundpreis lassen sich leicht auf 100,000 steigern. Auch in der Steuer und der Versicherung liegen beide nahezu gleich auf. Nur in der Vollkasko ist der BMW deutlich günstiger als der Audi. Der braucht dann auch noch gut 15 l Super Plus und damit rund 1,5 l mehr als der BMW.  Die Werksangaben sind bei beiden nicht nachvollziehbar. Punkt für den Münchener.Im BMW reist man komfortabel, aber sein hohes Gewicht kostet Fahrdynamik. Fazit – der Luxusliner. Der Audi glänzt durch seine perfekte Verarbeitung und sein agiles Handling. Der Verbrauch ist aber sehr hoch. Unser Fazit – die Sportlimusine.Selten waren 2 Testkandidaten so nah zusammen, aber in der Summe aller Details geht dann doch der Audi in Führung und entscheidet diesen Vergleich für sich.

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