Montag, 24.01.11 Fischer, Jessica

Skoda Octavia 4x4 2.0 FSI : Der robuste Tscheche im Motorvision-Dauertest

Der robuste Tscheche im Motorvision-Dauertest

Der Skoda Octavia: Der tschechische Packesel ist beliebt wie nie zuvor in deutschen Landen. Ein Grund mehr für den Motorvision Dauertest. Zwölf Monate ist der Skoda Octavia 2,0 FSI mit Allradantrieb im harten Redaktionseinsatz.
 
Erste Station jedes Dauertesters: der ADAC-Leistungscheck.
 
150 PS soll der 2,0 FSI-Motor laut Skoda leisten. Im Test kann der Octavia sogar nicht vier PS draufpacken. Stoßdämpfer und Bremsen sind einwandfrei. Also ab dafür und Kilometer fressen.
 
Winter 2005: Dank Allrad mit Haldex-Kupplung sind selbst schneebedeckte Straßen kein Problem für den praktischen Tschechen. Schnell ist er bei Redakteuren und Kamerateams ein beliebtes Produktionsfahrzeug. Der Motor hat ausreichend Leistung, das Fahrwerk schluckt das ein oder andere Schlagloch und überzeugt durch Spurtreue.
 
580 Liter Laderaum stehen zu Verfügung. Umgeklappt 1620. Mit viel Equipment wird es da schon mal eng auf den hinteren Plätzen. Bestellt man bei Skoda die 4x4-Variante, wächst das Fahrwerk 23mm in die Höhe. So kann unser Team auch mal abseits der Straße Stellung beziehen. Anhängerkupplung sei Dank kommt der Octavia als auch Caravanfahrzeug zum Einsatz. Maximal 1500kg Anhängelast kann der Tscheche hinter sich herziehen. Das geringe Drehmoment von maximal  200Nm verlangt jedoch stets nach hoher Drehzahl. Trotzdem ist der Redakteur vom Oktavia überzeugt.
 
Ja, das Schöne an dem Wagen ist doch tatsächlich, der ist multivariat einsetzbar. Zum einen ist es eine Familienkutsche, es sind fünf Leute auf das Auto zugelassen und er hat noch einen großen Kofferraum zusätzlich. Des weiteren kann man ihn im Gelände benutzen, Wald, Wiesen, was auch immer, oder irgendwo zum Forst fahren, kein Problem. Allrad, 4x4, wunderbare Geschichte.
 
Kreuz und quer durch Deutschland führt der Dauertest. Da kommt es auf Orientierung an. Leider war das Navi damit überfordert, kannte Straßen nicht und schaltete sich einfach ab.
 
Die gute Verarbeitung und Übersichtlichkeit übernimmt der Skoda von VW. Dazu leisten wir uns eine Klimaautomatik für 390 Euro extra, ein Glasschiebedach für für 770 Euro, sowie Lederausstattung für knapp 2000 Euro.
 
Eine Anhängerkupplung für 500 Euro, und...
 
… Xenonscheinwerfer für 790 Euro. Insgesamt über 6000 Euro extra stecken in unserem Dauertester. So kostet unser Octavia mal locker 30.000 Euro, ein fairer Preis. Der Einstiegspreis für den 2,0 Liter FSI 4x4 liegt bei 24.190 Euro.
 
Richtig bequem sind die Ledersitze vor allem auf Langstrecken. Die Lenkung ist präzise, das Kurvenverhalten aber leicht schwammig. Aber das ESP zeigt dem Fahrer notfalls, wo es lang geht. Der Tscheche transportiert maximal 600km. Dafür hat der Motor zu wenig Drehmoment, nämlich 200Nm, welche erst ab 3500 Umdrehungen zur Verfügung stehen.
 
Auf unseren gut 35.000 Testkilometern hat sich der Skoda Octavia als sehr solider und treuer Begleiter erwiesen. Er ist ein unspektakuläres Auto, aber ein hervorragendes Werkzeug. Und genau das soll er ja auch sein. Preismäßig ist er natürlich im gesamten VW-Konzern konkurrenzlos günstig. Einziges Manko. Der Spritverbrauch ist relativ hoch, da man den Wagen ständig auf Drehzahl halten muss. Besonders, wenn man schwere Lasten zieht wie Wohnwagen oder Anhänger. Dann schluckt er wirklich kräftig.
 
48.075 Testkilometer kommen am Ende des Tests zusammen, davon ein Großteil auf der Autobahn. Bei Vollgasfahrten waren 15 Liter Verbrauch keine Seltenheit. Der FSI-Motor in Verbindung mit Allradantrieb bekommt von uns das Prädikat Schluckspecht. Der Testverbrauch nach zwölf Monaten beträgt stolze 12,3 Liter Super. Plus, versteht sich.
 
Letzte Dienstfahrt im Motorvision-Dauertest zum Prüfstand des ADAC. Eventuelle Verschleißerscheinungen werden hier gnadenlos aufgedeckt. Erster Programmpunkt: die Leistungsmessung.
 
154 PS hatte der Octavia 2,0 FSI vor einem Jahr.
 
Die Leistung ist nach wie vor konstant. Wir haben jetzt 114 KW gemessen, Skoda gibt 110 KW vor. Ist nach wie vor in einer normalen Streuung. Das ist in Ordnung.
 
Auch Stoßdämpfer und Bremsen sind im besten Zustand. Leider gab es Probleme mit dem Getriebe:
 
Bei Kilometerstand 21.290 Komplettaustausch der Kupplung. Kostenpunkt: 1690 Euro, inklusive drei Tage Werkstattaufenthalt. Ärgerlich.
 
Das tschechische Arbeitstier bekommt dennoch ein gutes Testergebnis. Ausschlaggebend sind der Preis und VW-typisch die solide Verarbeitung. Wir empfehlen aber, auf den durstigen FSI-Motor zu verzichten und in den Diesel einzusteigen.
 
 

  • Jessica Fischer

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