Montag, 24.01.11 Wagner, Stefan

Seat Altea 2.0 TDI : Der Allrounder aus Spanien im Motorvision-Test

Ola. Was der kleine Altea so drauf hat, wollten wir wissen und haben ihn direkt mal unserer spezielle Motorvision-Kur unterzogen

Ein Pinselstrich und eine Form, an der die Designer von Seat seit 4 Jahren arbeiten. Eine Vision, die Aufsehen erregt. Auf dem Genfer Salon 2000 präsentieren die Spanier den Salsa. Ein erster Vorgeschmack auf das Auto mit der markanten Sicke in der Seite. Und jetzt die Serie. Das lange Warten hat sich gelohnt, auch wenn der Altea deutlich entschärft durch die Katalanischen Berge rollt. Schön, dass aus der rassigen Studie nicht Masse, sondern zumindest feurige Serienklasse geworden ist. Aber was will der Altea eigentlich sein? Ein Konkurrent von Ford C Max und Co, oder doch eher eine Alternative für Leute denen der Golf sportlich genug aber zu klein ist? Seat nennt es einfach Multi-Sports-Vehicle, kurz MSV und meint damit einen coupe-artigen Minivan. Vom Fahreindruck her ist der Spanier, der auf der Golf Plattform aufbaut, ein klarer Fall. Kein Lastesel mit angezüchtetem Temperament, sondern ein echter kleiner Sportler und das finden wir gut so. Antriebsseitig greift Seat auf das gut sortierte Wolfsburger Regal zurück. Im Test das stärkste Diesel-arragement. Der 2 lTDI glänzt mit durchzugstarke 140 PS und 6,5 l Verbrauch im Schnitt. Die Gene der Salsa-Studie schimmern deutlich durch. Nichts soll die geschwungene Form unterbrechen. Zwischen Motorhaube und Innenraum verschwimmen die Konturen fast vollständig. Selbst die Scheibenwischer verschwinden unter einer Lufthutze. Sieht gut aus und dürfte bei Politessen für Wutanfälle sorgen. Allerdings schränkt die breite A-Säule das Sichtfeld etwas ein. Für Praktiker zählen innere Werte. Folgerichtig hat der Kofferraum 1000 Ablagemöglichkeiten zu bieten. Von der Hutablage bis zum Schmugglerfach im Ladeboden. Ein Verwandlungskünstler ist der Altea nicht – aber praktisch. Einfach die Rückbank umlegen, 1300 l Laderaum harren dann ihrer Bestimmung. Die Armaturen hinterlassen einen sehr hochwertigen Eindruck und sind übersichtlich strukturiert. Allerdings gibt es noch keine Alternative für Leute, die statt High-Tech Plastik etwas mehr Farbe im Cockpit wollen. Die Informationszentrale samt Navigation und Audiosystem kostet rund      € 2,500 extra. Der CD-Wechsler sitzt griffgünstig in der Mittelablage. Sehr gut auch die Sitze. Sie sind vorn und hinten sportlich komfortabel konturiert. Überhaupt gehören subjektives Raumgefühl und Ergonomie zur First class der Kompakten.  Der Altea sieht nicht nur temperamentvoll aus, er fährt sich auch so. Dank Fahrwerkstechnik aus dem Audi A3. Leicht untersteuernd ausgelegt bringt ihn so schnell nichts aus der Ruhe.  Seat setzt große Erwartungen in den Altea und die könnten sich erfüllen, auch wenn sich der Preis angenehm anhört. € 16,900 für das Basismodell mit 102 PS. Mit dem 140 PS Diesel kostet er knapp € 23,000. Wäre doch gelacht, wenn sich für den schönen Südländer keine Fangemeinde findet. 

  • Stefan Wagner

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