Donnerstag, 25.09.14 Schwarz, Robert, SID

Mixed Martial Arts : Psychologin Dr. Anne Merkt: Grenzgängerin im Käfig

Dr. Anne Merkt ist Doktorin der Psychologie und arbeitet an der Uni Bremen. Als Ausgleich zu ihrem Arbeitsalltag betreibt die 29-Jährige Mixed Martial Arts, zu deutsch „Gemischte Kampfkünste“. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination.

Mixed Martial Arts, kurz MMA - zu deutsch „Gemischte Kampfkünste“. In den USA längst ein Milliardengeschäft, in Deutschland noch immer in den Kinderschuhen.
Dabei ist MMA Kampfsport in seiner reinsten Form, findet auch Dr. Anne Merkt. Die Hamburgerin kämpft am 27. September in Hamburg beim Event „We Love MMA“ gegen Katharina Alexandra Lehner. Dabei ist die 29-Jährige im Berufsleben Doktorin der Psychologie und arbeitet an der Uni Bremen. In ihrer Freizeit sucht sie das Außergewöhnliche, Risiko, Grenzerfahrungen. Dr. Anne Merkt, deutsche MMA-Kämpferin sagt selbst: „Ich bin Wissenschaftlerin, habe Psychologie studiert und mache jetzt Forschungen zu Kindern und Erwachsenen mit ADHS und das ist eben ein sehr kopflastiger Job, wo man konzentriert und kontrolliert sein muss. Risikosportarten suche ich eigentlich überall. Ich gehe gerne Kitesurfen oder Snowboarden, besonders gerne Off-Pisten. Ich brauche das nicht überall im Leben, aber so als Ausgleich zu meinem Job und dem was ich sonst so mache, brauche ich schon manchmal den Adrenalinkick.

Und das ist ihre Ausgleichssportart: Mixed Martial Arts. Dr. Anne Merkt: „Der erste Teil ist der Stand, wo man wie im Kickboxen schlagen und treten darf. Der zweite Teil ist das Werfen, was so ähnlich ist, wie das Ringen oder Judo. Und der dritte Teil ist der reine Bodenkampf, wo man den Gegner versucht zur Aufgabe zu bringen, indem man ihn abhebelt oder abwürgt.“ Treten, Schlagen, Werfen, Bodenkampf bis zum blutigen Ende - zu viel für das deutsche Fernsehen, meinte 2010 die Bayerische Landeszentrale für neue Medien und sprach ein Sendeverbot aus. Viel Blut macht MMA aber nicht automatisch besonders gefährlich, findet zumindest Merkt.

Dr. Anne Merkt: „Ich kenne jetzt keine Studien dazu, aber ich würde sagen, dass schwere Kopfverletzungen seltener sind als beim Boxen. Beim Boxen geht es ganz gezielt darum durch Schläge gegen den Kopf den anderen k.o. Zu schlagen, während man bei uns auf ganz viele Arten gewinnen kann.“ Mixed Martial Arts, eine Sportart die zweifellos polarisiert und für konträre Meinungen sorgt. Für Dr. Anne Merkt ist MMA aber vor allem eins: der perfekte Ausgleich zum intensiven Arbeitsalltag. Erst recht am 27. September...

  • Robert Schwarz

Bildergallerie
Mehr zum Thema auf www.motorload.de