Freitag, 05.09.14 Schwarz, Robert, SID

Homosexualität im Fußball : Thomas Hitzlsperger, Wolfgang Niersbach & Reinhard Rauball im Interview über homosexuelle Fußballer - Video

Trotz des Outings des ehemaligen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger ist Homosexualität im Fußball immer noch ein viel diskutiertes Thema. In Berlin forderte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach nun dazu auf, vollkommen normal mit dem Thema umzugehen.

Homosexualität im Fußball: Thomas Hitzlsperger, Wolfgang Niersbach & Reinhard Rauball im Interview über homosexuelle Fußballer - Video

Der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger will nach seinem Coming-out Veränderungen beim Thema Homosexualität im Profifußball nicht nur an einem möglichen Outing eines aktiven Spielers festmachen. "Ich glaube nicht, dass man es daran alleine messen kann", sagte der 32-Jährige bei einer Charity-Gala der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gegen gesellschaftliche Diskriminierung. "Es ist vielleicht noch bedeutender, dass in der Gesamtheit Vorbehalte und Vorurteile abgebaut werden. Da sind wir eine Stück weiter, aber es besteht noch Redebedarf", sagte Hitzlsperger: "Man muss schauen, dass alle, die an dem Sport teilhaben, sich nicht davon abhalten lassen. Egal ob sie hetero- oder homosexuell sind."

Nach seinem Coming-out im Januar habe er viele Zuschriften von Menschen erhalten, die ihm dafür gedankt hätten, dass er darüber gesprochen habe. "Es ist sehr gut zu wissen, dass man Hilfestellung geben kann und auch weiter Vorbild ist."
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bot erneut Spielern im Falle eines Coming-out Unterstützung an. "Wir haben die Botschaft: Wenn jemand für sich diese Entscheidung trifft, sich zu outen, dann unterstützen wir ihn", sagte Niersbach: "Wir werden das vonseiten des Verbandes aber niemals einfordern, weil das eine zutiefst höchstpersönliche Angelegenheit ist."

Wolfgang Niersbach, DFB-Präsident

"Ich konnte gar nicht glauben, dass das Outing von Thomas Hitzlsperger überall das Topthema war."
"Wir müssen normal damit umgehen. Früher wusste ich nicht, dass Thomas schwul ist, jetzt weiß ich es, und er ist immer noch derselbe Mensch."
"Wir würden jeden Spieler, der sich outen will, so gut unterstützen, wie wir können."

Reinhard Rauball, DFL-Präsident

"Die Sache bei Hitzlsperger war: er ist kein aktiver Spieler mehr. Jetzt muss der nächste Schritt folgen."
"Ich würde keinen Spieler drängen, sich zu outen. Aber er soll ein vertrauliches Gespräch mit dem Verein führen."

Thomas Hitzlsperger, ehemaliger Nationalspieler

"Ich glaube nicht, dass man es an einem Outing eines aktiven Spielers messen kann."

  • Robert Schwarz

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