Sonntag, 28.09.14 Schwarz, Robert, SID

Schalke 04 gegen Borussia Dortmund : Meyer: Derbysieg "ein Schritt in die richtige Richtung"

Der 2:1-Derbysieg gegen Borussia Dortmund war für Schalkes Max Meyer nur ein weiterer Schritt nach vorne. Er konzentriert sich schon auf das kommende Champions-League-Spiel gegen NK Maribor und warnt vor dem Gegner aus Slowenien.

Max Meyer, Schalke 04

  • über den Derbysieg und die Nacht danach: "Sie war zwar kurz, weil man nach so einem Sieg nicht gut schlafen kann, aber natürlich sind wir alle voller Freude, dass wir gewonnen haben. Jetzt müssen wir nachlegen. Gestern war ein erster Schritt"
  • über den Derbysieg: "Das waren auch nur drei Punkte, auch wenn es ein Derby war."
  • zum Derby gegen Borussia Dortmund: "Die erste Halbzeit war sehr gut von uns. In der zweiten hat Dortmund dann mehr Druck gemacht."
  • über die Verbesserungen in den letzten Spielen: "Ich denke, jetzt haben wir uns alle gefangen. Wir haben einen schlechten Saisonstart gehabt. Wir mussten uns alle hinterfragen, was wir besser machen müssen."
  • zur Motivation nach dem Derbysieg: "Natürlich ist das nicht einfach, wenn man jetzt gegen Dortmund gewonnen hat, sich auf das nächste Spiel konzentrieren, aber ich denke, der Trainer wird uns gut einstellen. Ich denke, es sind keine Motivationsprobleme bei uns vorhanden."
  • über NK Maribor: "Die haben das erste Spiel auch nicht verloren gegen Lissabon, deswegen sollte man die gar nicht unterschätzen. Champions League ist alles möglich."


Gelsenkirchen (SID) Jens Keller antwortete mit einer Gegenfrage. "Vor zwei Wochen war ich noch entlassen. Jetzt soll ich unkündbar sein?", meinte der Trainer von Schalke 04 nach dem 2:1 (2:1) im Revierderby gegen Borussia Dortmund. Nach dem Fehlstart noch kurz vor dem Aus, nach seinem zweiten Sieg im Ruhrpottklassiker plötzlich unersetzbar - das ging dem 43-Jährigen viel zu schnell.

"Die Ausschläge sind mir zu extrem", sagte Keller im ZDF-Interview. Am Tag nach dem Befreiungsschlag gegen den Revierrivalen war das einstige "Gesicht der Krise" auf dem Boulevard auf einmal der "Derby-King".

Dass die Schalker mit dem zweiten Sieg in fünf Tagen den BVB in der Bundesliga-Tabelle überholten und ihren verkorksten Saisonauftakt korrigierten, verschaffte Keller eine Atempause. Wieder einmal rettete sich der Trainer, als der Druck besonders groß war.

Doch Keller weiß, dass bei der nächsten Niederlage die Diskussionen wieder losgehen. Seit er im Dezember 2012 sein schwieriges Amt antrat, steht er fast ständig in der Kritik. Obwohl er zweimal in Folge die Königsblauen in die Champions League führte, wurde immer wieder über und auch mit möglichen Nachfolger geredet. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, über eine Verlängerung wurde noch nicht gesprochen.

BVB-Trainer Jürgen Klopp, an den er quasi die Krise weiterreichte, sprang Keller zur Seite. "Ich gratuliere Jens zum Sieg und wünsche ihm, dass zumindest dieses Ergebnis Wirkung zeigt bei euch", sagte Klopp in der Pressekonferenz.

Schon sein erstes Revierderby hatte Keller vor anderthalb Jahren 2:1 gewonnen - doch der Rückschlag folgte schnell und nahm ihm die neue Luft gleich wieder. Mit 2:3 gegen Galatasaray Istanbul schieden die Schalker nur drei Tage später völlig überraschend im Champions-League-Achtelfinale aus. Am Ende der Woche folgte ein 0:3 in Nürnberg - und die Stimmung war wieder im Keller.

Diesmal müssen die Königsblauen am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den krassen Außenseiter NK Maribor verhindern, dass dem Derby-Rausch wieder der Kater im Europapokal folgt. Sorgen bereitet Keller die weiter angespannte Personallage. "Wir haben nicht allzu viele Optionen, frische Leute nachzulegen", sagte der Coach, dem gegen Dortmund sieben Spieler fehlten. Zumindest der gesperrte Julian Draxler kehrt zurück, dagegen klagten die ausgewechselten Sidney Sam, Kevin-Prince Boateng und Marco Höger über Blessuren.

Von einem, der gerne auf der Bank sitzt, hatte Keller vor dem Revierderby Unterstützung der besonderen Art erhalten. Ersatztorhüter Christian Wetklo, gebürtiger Gelsenkirchener und von klein auf Schalke-Fan, hatte seine Profikollegen in der Kabine zusätzlich motiviert. "Er hat nach der Ansprache des Trainers eine sehr emotionale Samstagspredigt gehalten", berichtete Sportvorstand Horst Heldt, "es war so laut, ich bin rausgegangen."

SID tl hs

  • Robert Schwarz

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