Montag, 24.01.11 Wagner, Stefan

Fiat Panda 4x4 vs. Mercedes G 270 CDI : Klein gegen groß - das etwas andere Offroad-Duell

Klein gegen groß - das etwas andere Offroad-Duell

Wer wühlt sich so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der G und sein Widersacher der Panda 4x4, das kleine Kind.
Unfair, Schwachsinn, da kann der FIAT ja nur verlieren, tönt es jetzt bestimmt aus vielen Fernsehsesseln. Doch Moment, der kantige Knirps hat es faustdick unterm Bodenblech und ist vor allem federleicht. Genau das könnte dem G den Garaus machen.
 
Also schauen wir mal:
Der Panda 4x4 1,2. 11700 Euro kostet die sympathische Kiste mit 60 4 Zylinder PS. Die getestete Climbing Version kommt auf rund 12400 Euro.
Ungleich brutaler der G 270 CDI, mit 3 Sperren und knapp 160 PS, steht der  über 50000 Euro Brummer gut im Futter. Seine 2,4 Tonnen Gewicht könnten zum Verhängnis werden.
 
XS gegen XL. Kleine gelbe Krabbelkiste trifft grossen schwarzen Kraxelkönig. Mit dem Urmodell aus den Achtzigerjahren hat der neue Panda 4x4 nur noch den Namen gemein. Einzelradaufhängung, ABS, Unterfahrschutz und mächtig lackierte Schutzbeplankungen machen aus dem Panda einen mutigen Pandabären.
 
Dagegen wirkt der G wie ein überdimensionales Vierkantmonster. Pandabären verputzt er schon zum Frühstück.
 
Drei Sperren plus Untersetzung! Das macht dem G so schnell keiner nach. Die Kommandozentrale vermittelt dem Fahrer ein unvergleichliches Gefühl von Erhabenheit und Macht.
 
Viel sympathischer, der hochwertige Panda Innenraum. FIAT wir ziehen den Hut!
 
Sieger des Kapitels Emotion und Design: Der Panda 4x4.
 
Satte 156 Turbodiesel PS gegen mickrige 60 Sauger Pferdchen, doch der G wiegt mehr als doppelt soviel, somit ist das Leistungsgewicht fast gleich.
 
Auf den ersten Metern dem G noch enteilend hat der drehfreudige, aber Drehmoment schwache Panda den gewaltigen 400 Newtonmetern des Mercedes wenig entgegenzusetzen. 
 
Vollbremsung auf unterschiedlichen Belägen, doch der Panda kommt sicher zum Stehen. ESP ist aufgrund der simplen Allradkonstruktion nicht erhältlich. Fast genauso gelassen kommt auch der Mercedes zum Stillstand. ESP ist serienmässig  an Bord, breitere Reifen und grössere Bremsen gleichen den Gewichtsnachteil aus.
 
Nächster Test: Die Rüttelplatte. Sie provoziert einen Heckausbruch und zeigt, wie leicht oder schwer ein Fahrzeug wieder einzufangen ist. Grösster Nachteil beim FIAT: der kurze Radstand. Wer nicht blitzartig richtig reagiert hat kaum eine Chance. Deshalb bitte liebe FIAT Manager gebt dem Panda ESP!
 
G wie gelassen. Sein Radstand ist mit 2 Meter 85 über einen halben Meter länger, der Fahrer hat erheblich mehr Zeit zu reagieren. Allerdings, hat sich das Heck erst einmal auf den Weg gemacht, sollte nichts in die Quere kommen.
 
Klarer Sieger des Kapitels Performance: Der G 270 CDI.
 
Der G ohne Asphalt. Angeblich kommen nur Bulldozer und Panzer weiter. In der Untersetzung bezwingt er so ziemlich alles, was ein gesunder Gebirgswald zu bieten hat.
21 Zentimeter Bodenfreiheit, 50 Zentimeter Wattiefe und eine diagonale Achsverschränkung von 25 Zentimetern schaffen ein erhabenes Gefühl von Überlegenheit. Und sollte es mal ganz dicke kommen: Einfach alle 3 Sperren rein und Tschüss.
Ach ja: Steigungen von 80% sind natürlich auch kein Problem.
 
Von einer Untersetzung oder Sperren kann der FIAT 4x4 nur träumen. Umso erstaunlicher die robuste Geländeperformance des quirligen Italieners. Sein Credo: Schwung! Mit Schwung wühlt man sich durch fiese Löcher, bezwingt üble Verschränkungspassagen und durchquert bis zu 40 Zentimeter tiefe Bäche. Nur auf die in Wagenfarbe(?) lackierten Stossstangen sollte man aufpassen. Für einen Sieg fehlt es dem Fahrwerk jedoch an Bodenfreiheit, dem Antrieb an Untersetzung und dem Motor an Drehmoment.
 
Sieger des Kapitels Off Road: Der Mercedes G 270 CDI.
 
12350 Euro kostet der FIAT Panda 1,24x4 in der Climbing Version mit 60 Allrad PS und 3 Jahres-Garantie. Der Verbrauch pendelt zwischen 6 und 8 Liter Super, die Versicherung ist mit Vollkaskoklasse 12 unverschämt günstig.
 
Da kann der Mercedes nicht mithalten. Klar, er spielt ja auch in einer ganz anderen Liga. Trotzdem kostet er mehr als das Vierfache und verbraucht das Doppelte an Sprit. Die Unterhaltskosten sind gigantisch, die Garantie beträgt nur zwei Jahre.
 
Klarer Gewinner des Kapitels Kosten: Der Panda 4x4.
 
 
 
Für den kleinen Panda sprechen der günstige Preis und die erstaunlichen Geländeeigenschaften. Nur der Motor könnte mehr Schmalz vertragen. Unser Fazit: Sympathischer Kletterbär.
 
Der G ist und bleibt das luxuriöse Non plus Ultra im Gelände, daran kann auch der Panda 4x4 nichts ändern. Unser Fazit: Geht nicht, gibts nicht.
 

  • Stefan Wagner

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