Montag, 24.01.11 Harloff, Thomas

Fahrbericht Volvo V50 : Der Mittelklasse-Kombi aus Schweden im Motorvision-Test

Der Mittelklasse-Kombi aus Schweden im Motorvision-Test

Volvo drückt das Gas aufs Bodenblech. Jetzt ist er da, der neue V50. Der kleinste aus dem Wasa-Ikea-Land kommt zwar im Volvo Outfit aber mit Ford Focus Technik. Auf den ersten Blick ist der Volvo V50 nur schwer von seinen größeren Brüdern zu unterscheiden. Knackig, kantig mit Muskelsträngen an den Flanken, da verblasst der Vorgänger V40. Und dass ist gut so. Schließlich soll der V50 der meistverkaufte Volvo der nächsten Jahre werden und damit die deutschen Lifestyle-Kombis herausfordern.
Edellaster liegen nämlich voll im Trend. 90% Kombianteil wie beim Vorgänger V40 beflügeln die Konkurrenz. Immerhin 26% beträgt der Kombianteil beim 3er BMW. 115 – 231 PS sind möglich. Einstiegspreis, rund 126'000 Euro.
 
1000 Euro günstiger startet der Audi A4 in den Avant-kampf, Spitzenmodel der S4 mit V8-Power und 344 PS. Die aufgefrischte C-Klasse von Mercedes. Preisspanne von 30'000 bis 64'000 Euro. Konkurrenz kommt sogar aus dem eigenen Fordkonzern. Mit dem Jaguar X-Type Estate betreten die Briten komplettes Neuland. Einstiegspreis 29'000 Euro.
 
Mindestens 21'750 Euro muss man für den Volvo V50 und seine freche Schnauze hinlegen. Im Vergleich zum V40 ist der neue V50 zwar in der Länge geschrumpft, in allen anderen Dimensionen aber gewachsen. Dank fallender Dachlinie ist der Appetit auf Gepäck sogar gesunken.
 
Von hinten sieht der Volvo V50 mit seinen wuchtigen, hochgezogenen  Heckleuchten, dem großen Bruder V70 zum Verwechseln ähnlich. Nagelneu, der 2 Liter Common Rail Diesel mit 136 PS, eine Kooperation von Ford und Peugeot.
 
Antrittsstark mit Biss- und Laufkultur gehen die 320 Neutonmeter Drehmoment aus vier selbst zündenden Töpfen zu Werke. Mit einem angepeilten 45% Anteil wird dieser Motor das Volumenmodel. Im Innenraum dann eine Melange aus Überschaubarkeit und tadelloser Ergonomie. Der Clou im Cockpit sind aber nicht die klaren Rundinstrumente oder das Navi sondern die schwebende Mittelkonsole, die an Bang und Olufsen erinnert.
 
Langstreckentauglich der Platz hinter dem Volant. Dank zahlreicher Verstellmöglichkeit finden hier selbst Großgewachsene die passende Sitzposition. Acht Zentimeter mehr Radstand schaffen vor allem im Fond den nötigen Freiraum. Eher bescheiden die Größe des Kofferraums. Auch wenn sich die 417 Liter relativ einfach auf ebene 1300 Liter Volumen erweitern lassen.
 
Weniger Bescheiden sind dafür die Leistungen des neuen Turbodiesels. Manchmal kann der Selbstzünder vor Kraft kaum laufen, was dem Fahrer nicht verborgen bleibt. Dennoch braucht vor Kurven nicht zu fürchten. Spielerisch leicht lenkt lässt sich der Schwede um jede Ecke scheuchen. Zum heftigen Untersteuern muss der Frontriebler schon provoziert werden. Dank sportlicher Ford Fokus Plattform und knackiger Fahrwerksauslegung sind die elektronischen Helfer im Volvo beinahe Arbeitslos.
 
Dabei bleibt der Verbrauch moderat. 8 Liter im ersten Test. So viel Sparsamkeit hat natürlich auch seinen Preis. Rund 25'000 Euro kostet der 2 Liter Diesel, der ab April beim Händler steht. Gut 6'000 Euro mehr muss man für das Topmodell investieren. Den V50 T5. 220 galoppierende Elche gepaart mit einem optionalen Allradantrieb bringen dem Fahrer auf einer abgesperrten Schotterpiste vor allem eines: Spaß.
 
 

  • Thomas Harloff

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