Freitag, 05.09.14 Schwarz, Robert, SID

EM-Qualifikation 2014/2015 : Spanische Nationalmannschaft vor Neuanfang - Spanien gegen Mazedonien live am 08.09.2014

Nach der enttäuschenden WM in Brasilien steht die spanische Nationalmannschaft vor einem Neuanfang. In Paris trifft die Selección auf Frankreich und will direkt im ersten Test das vergangene Turnier vergessen machen.

EM-Qualifikation 2014/2015: Spanische Nationalmannschaft vor Neuanfang - Spanien gegen Mazedonien live am 08.09.2014

Der spanische Neuanfang startet da, wo er in rund zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen werden soll - im Stade de France von St. Denis. Wenn die Furia Roja nach einer katastrophalen Weltmeisterschaft das Nahziel Titelverteidigung bei der Fußball-EM 2016 angeht, haben sie das Ziel beim Länderspiel in Frankreich (21.00 Uhr) schon einmal vor den Augen.

Spanien gegen Mazedonien live am 08.09.2014

Der erste Auftritt des entthronten Weltmeisters nach dem enttäuschenden Aus in der Gruppenphase ist vor dem Start der Qualifikationsrunde gegen Mazedonien am kommenden Montag ein Gradmesser: Wie gut ist Spanien noch? Oder: Wie gut ist Spanien schon? Denn der Kader von Nationaltrainer Vicente del Bosque ist bereits jetzt perspektivisch ausgerichtet.

EM-Qualifikation 2014/2015

"Es ist ein Team für die Gegenwart und mit Blick auf die nächsten beiden Jahre", sagte der 63-Jährige bei der Kaderpräsentation. Entscheidend wird sein, wie Trainer und Team den Wegbruch ihrer Mittelfeld-Schaltstelle kompensieren, Strippenzieher Xavi und Antreiber Xabi Alonso beendeten nach der WM ebenso wie Stürmer David Villa ihre Karrieren.

Dass deren kongenialer Partner Andres Iniesta und zwei der möglichen Thronfolger, die Bayern-Spieler Thiago und Javi Martínez, verletzt fehlen, macht die Sache nicht einfacher. Die Philosophie des schnellen Kurzpassspiels bei möglichst viel eigenem Ballbesitz soll allerdings nicht verändert werden. "Der Kader ist eine Reaktion auf die schlechten Auftritte bei der WM, aber das Turnier wird die Art, wie wir spielen, nicht beeinflussen", sagte del Bosque.

So ist das Aufgebot eine Mischung aus Nachwuchskräften wie Barca-Verteidiger Marc Bartra (23), dem Ex-Leverkusener Daniel Carvajal (22) oder Real-Mittelfeldspieler Isco (22) und bisher übersehenen Routiniers wie Raúl Garcia von Atlético Madrid, der im Alter von 28 Jahren zu seinem Länderspieldebüt kommen könnte.

Vor ähnlichen Problemen steht auch Gegner Frankreich. Trainer Didier Deschamps muss den dann doch etwas überraschenden Abgang von Superstar Franck Ribéry verkraften. Allerdings hat seine Mannschaft schon bei der WM bewiesen, dass es auch ohne den eigenwilligen Münchner geht, Les Bleus waren erst im Viertelfinale gegen Deutschland ausgeschieden (0:1).

So veränderte der Coach sein Aufgebot gegenüber der Endrunde in Brasilien auch nur auf drei Positionen, Neulinge stehen überhaupt nicht im Kader. "Das Team, das am Donnerstag startet, wird sehr ähnlich zu dem sein, das gegen Deutschland gespielt hat", kündigte Deschamps bereits an.

Seine Hauptaufgabe besteht die nächsten beiden Jahre ohnehin vor allem darin, die Akteure auch ohne Pflichtspiele bei Laune und Form zu halten, so "wettbewerbsfähig wie möglich", so Deschamps. Als Gastgeber müssen die Franzosen nicht durch die Qualifikation - spielen aber außer Konkurrenz mit.

O-Ton 1: Didier Deschamps, Nationaltrainer Frankreich
"Mit den Spaniern um den Ballbesitz zu kämpfen ist wirklich sehr schwierig, denn das ist ihre Stärke. Aber wir sind motiviert: Es geht gegen Spanien und das im ausverkauften Stade de France. Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Spieler alles geben werden. Wir treffen sie in einem guten Moment und wenn wir etwas holen, dann wird das eine enorme Freude sein."

O-Ton 2: Didier Deschamps, Nationaltrainer Frankreich
"Natürlich gab es bei der WM Mannschaften, die besser waren als wir. Aber wir sind gleichwertig mit den Besten dieser Welt und Europas."

O-Ton 3: Sergio Ramos, Nationalmannschafts-Kapitän Spanien
"Im Fußball lebt man nicht in der Vergangenheit. Das Schlechte vergisst man schnell, das Gute aber auch. Was in Brasilien geschehen ist, bleibt uns sicher nicht gut in Erinnerung. Jetzt haben wir eine neue Mannschaft und schauen nur in die Zukunft. Wir wollen wieder an die alten Erfolge anknüpfen."

O-Ton 4: Vicente del Bosque, Nationaltrainer Spanien
"Wir beginnen eine neue Ära. Früher mussten wir unsere Erfolge verteidigen, das war auch sehr schwierig. Und jetzt gehen wir eben mit dieser Niederlage in die Qualifikation."

O-Ton 5: Sergio Ramos, Nationalmannschafts-Kapitän Spanien
"Vicente del Bosque hat entschieden, Trainer zu bleiben und wir gehen mit ihm bis in den Tod. Wir vertrauen ihm vollkommen, denn mit ihm haben wir auch große Erfolge gefeiert. An ihm liegt die Entscheidung, welche Spieler nominiert werden und wer sich in guter Verfassung befindet. Jetzt gilt es, die Ergebnisse abzuwarten."

  • Robert Schwarz

Bildergallerie