Montag, 15.09.14 Schwarz, Robert, SID

Bundesliga News - Hamburger SV : Schlusslicht HSV: Druck auf Slomka nimmt zu

Noch kein Sieg, keine Tore und der letzte Tabellenplatz - der Druck auf HSV-Trainer Mirko Slomka wächst. Und leichter wird es nicht: Denn am Samstag kommt Rekordmeister Bayern München.

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Ein symptomatisches Bild für den Hamburger SV und Mirko Slomka. Der Trainer des Bundesliga-Dinos, auf dem Weg in die Kabine gestoppt durch eine verschlossene Tür. Auch auf dem Platz hat Slomka den Schlüssel zum Erfolg noch nicht gefunden. Nach der 0:2-Pleite in Hannover ist der HSV Tabellenletzter - und das ohne ein einziges Tor – ein Novum in der 52-jährigen Hamburger Bundesligageschichte. Der Druck auf Slomka wird immer größer, und am Samstag kommt ausgerechnet Rekordmeister Bayern München in den Volkspark.

"Wir werden auch gegen Bayern alles versuchen. Ich gehe ganz sicher davon aus, dass ich dann auch noch auf der Bank sitzen werden“, sagte Slomka.

Es hat den Anschein, dass Slomka für die Spiele gegen Bayern und in Mönchengladbach noch zwei Chancen zur Trendwende erhält. Während die Vereinsoberen um Klubboss Dietmar Beiersdorfer intern diskutierten, bekamen die Profis einen Maulkorb verpasst.
Nach der Seuchensaison im Vorjahr sollte eigentlich alles besser werden bei den Hanseaten. Doch die Gegenwart sieht anders aus. Keine Tore, keine Punkte, Slomka muss das Ruder rumreißen und den Schlüssel zum Erfolg möglichst bald finden.

Am Morgen nach der Pleite im Nordderby war Mirko Slomka schon wieder ratlos. Hilfesuchend stand der Trainer des Hamburger SV am Ende des 80-minütigen Trainings auf dem Weg in die Kabine vor im wahrsten Sinne des Wortes verschlossener Tür. Ein Sicherheitsmann eilte schließlich mit dem rettenden Schlüssel herbei. Den Schlüssel zum Erfolg seiner Mannschaft hatte der 47-Jährige auch bei der deprimierenden 0:2 (0:2)-Pleite bei Hannover 96 noch nicht gefunden. Und die Luft für den umstrittenen Übungsleiter wird immer dünner. Slomka musste sich dem Vernehmen nach im weiteren Tagesverlauf den Bossen der Hanseaten erklären, darf aber offenbar bleiben - vorerst.

In den Begegnungen am Samstag vor ausverkauftem Haus gegen Bayern München und am darauffolgenden Mittwoch bei Borussia Mönchengladbach, so hat es den Anschein, gibt man an der Elbe Slomka noch zweimal die Gelegenheit, eine Trendwende zum Besseren herbeizuführen. "Wir werden nicht in Hektik verfallen, sondern uns in aller Ruhe hinsetzen, alles analysieren und den enttäuschenden Saisonstart besprechen", sagte Aufsichtsrats-Boss Karl Gernandt der Bild-Zeitung.

Der Vorstand mit seinem Vorsitzenden Dietmar Beiersdorfer indes ging am Montag auf Tauchstation. Auch die Profis wurden instruiert, sich nicht zur aktuellen sportlichen Situation zu äußern. So mussten Zahlen sprechen und sie sagen nichts Gutes über den Liga-Dino aus. Noch nie in 52 Bundesliga-Jahren blieb der HSV in den ersten drei Spielen ohne Torerfolg. Kaum erfreulicher: Saisonübergreifend wartet der Tabellenletzte seit elf Partien auf einen Pflichtspielsieg.

Aber der studierte Mathematiker rechnet sich immer noch Chancen auf ein längerfristiges Engagement an der Alster aus, erst im Februar hatte Slomka seinen Vorgänger Bert van Marwijk auf der Kommandobrücke des Rautenklubs abgelöst. "Wir werden auch gegen Bayern alles versuchen. Ich gehe ganz sicher davon aus, dass ich dann auch noch auf der Bank sitzen werden", sagte der Übungsleiter. Als Nachfolgekandidat, wann auch immer, wird hartnäckig Thomas Tuchel gehandel. Der Ex-Mainzer wird aber auch immer wieder gern mit Schalke 04 in Verbindung gebracht. Ein Feuerwehrmann wie einst der alte Haudegen Huub Stevens hingegen ist ebensowenig ein Thema wie der noch unerfahrene Joe Zinnbauer, der mit der U23 in der Regionalliga Nord bislang alle acht Punktspiele gewonnen hat.

Ganz anders als beim HSV ist die Situation an der Leine: Die Niedersachsen stehen dort, wo eigentlich der Nordrivale mit einem Kader dessen vermeintliche Verstärkung 26 Millionen Euro gekostet hat, stehen sollte - auf Tabellenplatz drei, punktgleich mit Spitzenreiter Bayer Leverkusen und Rekordmeister Bayern München. Und die nächste Auswärtsaufgabe am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Neuling SC Paderborn 07 ist zumindest nicht unlösbar.
 

 

 

"Wir nehmen das zur Kenntnis, Euphorie ist aber kein guter Ratgeber", sagte 96-Präsident Martin Kind und lag insofern mit seinem Trainer Tayfun Korkut auf einer Linie. Der Coach bejubelte zwar zusammen mit den 49.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena am Maschsee die frühen Tore von Leon Andreasen (13.) und Artur Sobiech (25.), hielt aber verbal den Ball ganz gezielt flach.

"Im Moment haben wir eine funktionierende Mannschaft, die eine Menge Solidarität hat. Wir sind aber noch keine große Mannschaft und müssen weiter hart arbeiten", formulierte der 40-Jährige. Auch Manager Dirk Dufner wagte sich zum Loben nicht so wirklich aus der Deckung: "Man muss auch dranbleiben, wenn man ein Spiel in der Hand hat. Das war phasenweise nicht immer der Fall."

Und so kamen die wärmsten Worte über die siegreichen Gastgeber von Ehrengast Joachim Löw: "96 hat in den ersten 20 Minuten tollen Fußball gespielt und besitzt eine homogene Mannschaft." Über den HSV dachte sich der Weltmeistertrainer wohl seinen Teil...

SID af rd

  • Robert Schwarz

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