Dienstag, 22.10.13 Hauptmann, Alexander

Audi RS 6 Avant vs. Audi Sport quattro - Video : Audi Land of quattro Alpentour

Neuer Audi RS 6 Avant und der Audi Sport quattro, Baujahr 1984 im Vergleich. Hängt der neue Audi RS6 Avant den 29 Jahre älteren Audi Sport quattro ab?

Vor 29 Jahren feierte der Audi Sport quattro sein Debut, mit dem Audi in den nächsten Jahren inclusive der Weiterentwicklung S1 den Rallyesport dominierte. Fast drei Jahrzehnte Unterschied bedeuten in der Auto-Entwicklung eigentlich unterschiedliche Welten, können nicht miteinander verglichen werden. Umso gespannter war unser Team, als es bei der „Audi Land of quattro Alpentour“ mit dem neuen RS 6 Avant den Oldie traf, der ebenfalls die 4.440 Kilometer lange Strecke über 44 Pässe und durch sechs Länder erfolgreich absolvierte.

Informationen zum neuen Audi RS 6 Avant

Der neue Audi RS 6 Avant steht zweifelsohne dafür, dass Hochleistungs-Autos nicht nur für den – fast – ungebremsten Fahrspaß zu nutzen, sondern auch uneingeschränkt alltagstauglich sind. Der V8-Biturbo imponiert natürlich mit starken, nochmals verbesserten Fahrleistungen, die auf öffentlichen Straßen wohl nur sehr selten ausgeschöpft werden können. Die vielen Pferdchen verrichten aber ebenso willig ihren Dienst, wenn sie im dichten Verkehr gezügelt werden müssen und nur noch traben können. Das Ziel der Audi-Ingenieure, ein Fahrzeug sowohl für die Rennstrecke als auch für eine etwas ruhigere Fortbewegung bei gemäßigtem Durst zu entwickeln, ist also gelungen. Schade nur, dass dies wohl nur relativ wenige Auto-Fans selbst erfahren können – liegt der Basispreis doch immerhin bei 107.900 Euro.

Der Auftritt des RS 6 Avant ist souverän und kraftvoll, ohne seine Potenz mittels Blechkleid gleich allen mitzuteilen. Man könnte sogar von Understatement sprechen. Sein direkt einspritzender V8-Biturbo schöpft nämlich aus 3.993 ccm Hubraum satte 412 kW/560 PS; zwischen 1.750 und 5.500 1/min stellt er konstant 700 Newtonmeter Drehmoment bereit. Die beiden Twinscroll-Turbolader sorgen dabei für einen frühen und kraftvollen Aufbau des Drehmoments. 

Der neue Audi RS 6 Avant benötigt 3,9 Sekunden auf 100 km/h

Der Wagen beschleunigt in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Wichtiger ist aber das Durchzugsvermögen bei geringeren Geschwindigkeiten, so dass man bei entsprechenden Situationen sehr schnell und effektiv reagieren kann. Auf Wunsch hebt Audi die Höchstgeschwindigkeit von 250 auf 280 beziehungsweise 305 km/h an. Dann ist allerdings der Normverbrauch von 9,8 Liter pro 100 Kilometer erst recht Theorie. Realistischer und aussagekräftiger ist da schon die Audi-Angabe, dass der neue RS 6 Avant 30 Prozent weniger Kraftstoff als sein Vorgänger benötigt. Und das ist schließlich ein Wort.

Ein entscheidender Faktor für diese Effizienz ist unter anderem das Zylinder-management mit der Bezeichnung cylinder on demand (COD), das im Teillastbetrieb vier Zylinder vorübergehend abschaltet. Aktive Motorlager gleichen die leichten Vibrationen, die in diesen Phasen auftreten, durch gezielte Gegenimpulse aus. Die COD-Technologie senkt den Normverbrauch um etwa fünf Prozent, bei moderatem Tempo sogar um rund zwölf Prozent.

Sportiv abgestufte Achtstufen-tiptronic des neuen RS 6 Avant

Die Kraft des 4.0 TFSI wirkt über eine sportiv abgestimmte Achtstufen-tiptronic mit lang übersetztem achtem Gang auf den permanenten Allradantrieb quattro, der ein weiterentwickeltes Mittendifferenzial nutzt. Die radselektive Momentensteuerung, eine Softwarelösung, ergänzt die Arbeit des quattro-Triebstrangs. Auf Wunsch kombiniert ihn Audi mit dem Sportdifferenzial, das die Kräfte aktiv zwischen den Hinterrädern verteilt.

Zum Serienumfang des neuen Hochleistungs-Avant gehört auch die RS-adaptive air suspension. Die straff abgestimmte Luftfederung mit geregelter Dämpfung legt die Karosserie um 20 Millimeter tiefer. Ihr Management ist ebenso in das Fahrdynamiksystem Audi drive select eingebunden wie das Sportdifferenzial und die Dynamiklenkung, die ihre Übersetzung je nach Tempo variiert; der Fahrer kann ihre Arbeitsweise in mehreren Stufen umschalten. Alternativ zur RS-adaptive air suspension montiert Audi das straffe RS-Sportfahrwerk plus mit Dynamic Ride Control (DRC).

Dank Leichtbau fast 100 Kilo weniger Gewicht beim neuen Audi RS 6 Avant

Die Karosserie besteht aus Hightech-Stählen und zu etwa 20 Prozent aus Aluminium. Dank des Leichtbaus von Audi wiegt das neue Topmodell der Baureihe knapp 100 Kilogramm weniger als sein Vorgänger. Bei der Crashsicherheit und der Torsionssteifigkeit liegt die Karosserie gleichwohl auf Top-Niveau.

Im Inneren des neuen Audi RS 6 Avant dominiert sportliches Schwarz; die Skalen der Instrumente sind weiß und die Zeiger rot. Das RS-spezifische Dreispeichen-Sportlederlenkrad ist unten abgeflacht und trägt einen dickeren, stärker konturierten Kranz. Zierteile in Aluminium- und Klavierlackoptik, beleuchtete Einstiegsleisten mit RS 6 Schriftzug und Carbon-Dekoreinlagen setzen Akzente. 

RS-Sportsitze mit ausgeprägten Seitenwangen und integrierten Kopfstützen sind Serie; ihre Bezüge sind in einer schwarzen Alcantara/Leder-Kombination gehalten. Als Highlight ziert eine Rautensteppung die Mittelbahnen. Serienmäßig verfügt der RS 6 Avant über zwei ausgeprägte Einzelsitze mit integrierten Kopfstützen im Fond, die der Optik der Vordersitze angepasst sind. Wem das als Business-Fahrzeug zu auffällig ist, kann auch eine dreisitzige Rücksitzbank bestellen.

Die Serienausstattung des neuen Audi RS 6 Avant umfasst unter anderem eine Vierzonen-Klimaautomatik, die MMI Navigation plus mit MMI touch und das Audi sound system mit zehn Lautsprechern. Die Palette der Highend-Optionen reicht vom Head-up-Display über das Bang & Olufsen Advanced Sound System bis zu den Fahrerassistenzsystemen. Zu ihnen gehören die adaptive cruise control mit Stop&Go-Funktion und der Nachtsichtassistent, der Fußgänger erkennt und markiert. Audi connect inklusive Autotelefon ergänzt die MMI Navigation plus, indem es die Online-Services an Bord holt. 

  • Alexander Hauptmann

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