Montag, 24.01.11 Maier, Florian

Alfa Romeo Brera 3.2 V6 : Alfa Romeos Coupé-Schönheit im Motorvision-Test

Alfa Romeos Coupé-Schönheit im Motorvision-Test

Wenn es einen Preis für Emotion und Leidenschaft im Automobilbau gäbe, er würde ohne Zweifel an Alfa Romeo gehen. Kein anderer Hersteller versteht es so wie die Italiener , Blech zu einer wundervollen Komposition aus Wärme, Eleganz, Dynamik und purer Sportlichkeit zu formen. Bester Beweis: Der neue Brera. Im Topmodel von einem 260 PS starken, 3,2 Liter Fauchtreibsatz beflügelt, gibt es jetzt, dank Allradpower sogar nicht nur was fürs Auge, sondern auch was für Freunde quitschfreier Popometerfreuden.
 
Der Brera bricht mit klassischen Coupé Konventionen und setzt auf gedrungene Fastbackstärke.
 
Die Front blickt wie ein aggressiver Adler, jederzeit zum Sturzflug bereit. Die Seitenlinie mündet in ein Heck, das man eigentlich nur als überdimensionales Muskelgebirge beschreiben kann. Ja, dieser Wagen ist so messerscharf und wohlproportioniert, man könnte diese Interpretation der Kurvendiskussion stundenlang bestaunen.
 
Doch wo ist er, der Glanz, die Emotion und die Leidenschaft der verlockenden Hülle? Stattdessen gibts ein bisschen Chrom am Ziffernblatt, Lebensfunktionen in tiefen schwarzen Höhlen und ein unmotiviert platziertes Navigations- und Klimaautomatikensemble aus dem Konzernregal im Mitteltunnel. Schade! Wer es dennoch freundlicher mag, dem sei die 1300 Euro teure Skydome Variante wärmstens empfohlen.
 
Glutrot strahlt es einen an. Das Herz im Bug verzichtet in der jüngsten Evolutionsstufe zwar auf poliertes Ansaugornat, der visuellen Präsenz tut dies aber keinen Abbruch.
 
Wenn der 3,2 Liter V6 zum Leben erwacht, taucht man ab in eine andere Welt. Man verschmilzt zu einer Einheit. Man lässt sich treiben.
 
Der Gasfuss bestimmt das Tempo, der Schaltknauf wird zum Dirigentenstab und irgendwann packt einen das Fieber. Unter lautem Gefauche drückt einen der Motor in 6,8 Sekunden auf 100 und erst bei 240 Sachen verliert der Brera den Kampf gegen die Elemente. Dank verfeinerten Q4 Allradsystem ist Grip jederzeit im Überfluss vorhanden. Doch soviel Spass hat seinen Preis. Um genau zu sein 15 Liter Super auf 100 Kilometer und mindestens 40000 Euro Grundpreis, das waren einmal 80000 Mark. Ganz schön viel, auch für einen Alfa! Das Ergebnis überzeugt dennoch. Atemberaubendes Design, elastischer drehfreudiger Motor und endlich satte Traktion. Ach ja, der Sound ist natürlich auch gleich geblieben.

  • Florian Maier

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