Wann zahlt die Kfz-Versicherung (nicht)

Wann zahlt die Kfz-Versicherung (nicht)

Sicherheit für Autofahrer bieten Kfz-Policen. Rundum sicher sind Autofahrer damit nicht automatisch. Sie müssen Vorgaben ihres Versicherers, so genannte Obliegenheiten, beachten. Sonst gibts nach einem Schaden keinen oder weniger Schadenersatz.

Ein in Deutschland zugelassenes Auto braucht eine KfZ-Versicherung. Zwingend erforderlich ist die Haftpflichtpolice. Teil- oder Vollkaskoversicherungen können gewählt werden und zahlen bei Schäden am eigenen Auto. Was im Einzelfall allerdings zu beachten ist, zeigen die folgenden Beispiele.

Eine gute Übersicht zur Unterscheidung von Haftpflicht, Teil- und Vollkasko liefert auch die Allianz.

Fahrlässigkeit kostet Versicherungsschutz

Grob fahrlässig handelt ein Autofahrer, wenn er unter Alkoholeinfluss fährt. Vollständig gestrichen wird der Schadensersatz, wenn der Fahrer beim Unfall über 1,1 Promille im Blut hatte. Liegt der Wert zwischen 0,5 und 1,1 Promille, helfen sich Versicherer mit der sogenannten Quotelung. Die Leistung wird in der Kaskosparte im Verhältnis zur Schuld des Fahrers gekürzt. Er bleibt mindestens auf dem halben Schaden sitzen. In der Haftpflicht, die für den Schaden des Unfallopfers aufkommt, zahlt er bis zu 5.000 Euro selbst.

Auch wenn der TÜV abgelaufen ist, reguliert die Versicherung auf jeden Fall den Schaden Dritter. Allerdings handelt ein Autofahrer, der ohne gültigen TÜV unterwegs ist, zumindest leicht fahrlässig. Und das bedeutet, dass er von seinem Versicherer unter Umständen in die Pflicht genommen wird und einen Teil seines Schadens aus eigener Tasche zahlen muss.

Versicherer zahlen nicht bedingungslos

Für den Schaden nach einem Wildunfall zahlt die Teilkasko nur unter Umständen. So muss das Wildtier nachweislich die Ursache für einen Unfall sein, der aus der Fahrt heraus passierte. Prallte das Tier auf das parkende Auto, gibt es keinen Ersatz. Außerdem muss das Wildtier zwingend im Bundesjagdgesetz aufgelistet sein. Das teilt Wildtiere in große, mittelgroße und kleine Tierarten ein. Steht die Tierart nicht auf der Liste, hilft die Vollkaskopolice. Ansonsten gilt folgendes:

  • Für ein Unfallprotokoll die Polizei rufen. Im Notfall helfen Revierförster oder Jagaufseher.
  • Festhalten, um welches Tier es sich handelt.
  • Dokumentiert werden müssen Karosserieschäden und Reste von Blut oder Haaren.

Übrigens: Wer einem Wildtier ausweicht und ohne Berührung von der Strasse abkommt, bleibt auf seinem Schaden sitzen. Es sei denn, Rot- oder Schwarzwild hat nachweislich am Unfallgeschehen Anteil.

Gar keinen Ersatz gibt es von Kaskopolicen, wenn Gegenstände aus dem Auto verschwinden. Lässt ein Dieb Sachen, wie Laptop oder Smartphone, mitgehen, ist der Versicherer von der Leistung frei. Er zahlt nur für Teile, die fest mit dem Kfz verbunden sind. Das könnten sein:

  • ein installiertes Radiogerät,
  • ein Navi, wenn es ab Werk integriert ist,
  • wertvolle Felgen.

Regulierung bei Beulen im Auto

In der Regel werden Schäden durch Hagel von der Teilkaskopolice abgedeckt. Fällig wird bei Reparaturkosten natürlich die Selbstbeteiligung, dafür gibt's bei einem Kasko-Schaden keine Rückstufung. Durch Hagel in Mitleidenschaft gezogenes Autoglas wird ebenfalls gezahlt. Für das Verhalten bei Hagelschaden gilt außerdem:

Erst Gutachten des Versicherers einholen, dann reparieren lassen.

Wie Schäden durch Vandalismus abgedeckt sind, hängt davon ab, ob der Halter durch eine Vollkasko- oder eine Teilkaskoversicherung geschützt ist. Letztere zahlt bei Brand, Glasbruch oder für Schäden am Auto nach Einbruch. Demoliert der frustrierte Dieb das Auto ganz, hilft die Vollkasko. Zum Ärger kommt für den Halter dann auch noch die Höherstufung.

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