UEFA Europa League

UEFA Europa League

Auf Motorvision.de findet ihr Hintergrund-Infos, News und Spielberichte zur UEFA Europa League, dem zweitwichtigsten Fußball-Wettbewerb für Vereinsmannschaften in Europa. Welche Mannschaften qualifizieren sich für das Turnier und wer kämpft im Finale um den Pokal?

Die UEFA Europa League ist nach der UEFA Champions League der zweitwichtigste von der UEFA organisierte Fußball-Europapokalwettbewerb für Vereinsmannschaften. Dieser wurde 1971 unter dem Namen UEFA Cup, zu Deutsch UEFA-Pokal, als dritter Europapokalwettbewerb (EC3) begründet und 1999/2000 mit dem aufgegebenen Europapokal der Pokalsieger zusammengelegt. Er erhielt den heutigen Namen nach der Saison 2008/09. Der Wettbewerb umfasst in seiner derzeitigen Form eine aus drei Runden bestehende Qualifikationsphase, eine Play-off-Runde und den Hauptwettbewerb, der aus einer Gruppenphase und fünf daran anschließenden K.-o.-Runden besteht.Der Gewinner des Wettbewerbs spielt seit 2000 gegen den Sieger der UEFA Champions League um den UEFA Super Cup und wird ab der Saison 2014/15 einen Startplatz in der UEFA Champions League der folgenden Saison erhalten.

Rekordsieger sind mit jeweils drei Titeln der FC Liverpool, Inter Mailand, der FC Sevilla und Juventus Turin.

Geschichte

Als Vorläufer des UEFA-Pokals wird in vielen Quellen der privat organisierte Messestädte-Pokal genannt, obwohl dieser nicht von der UEFA organisiert und nur Klubs aus Handelsmessestädten, unabhängig von deren Platzierung in der nationalen Liga, vorbehalten war. Jedoch muss in Anbetracht der Teilnahmevoraussetzungen der von 1961/62 bis 1966/67 ausgespielte Rappan-Cup, auch International Football Cup genannt, als der eigentliche Vorläufer des UEFA-Pokals angesehen werden, da dort bereits, mit einigen Ausnahmen, erstmals Klubs teilnahmeberechtigt waren, die weder Meister oder Pokalsieger ihres Landes waren noch im Messecup starteten. Nachdem der Messecup 1971 eingestellt worden war, rief die UEFA in der darauffolgenden Spielzeit den UEFA-Pokal ins Leben. Im Unterschied zum Messestädte-Pokal konnten hier Klubs aus allen Mitgliedsländern, die nicht bereits für den Landesmeisterwettbewerb oder den der Pokalsieger qualifiziert waren, teilnehmen. Zudem wurde die Teilnahme von der Ligaposition abhängig gemacht. Für viele Klubs, die nicht genügend Spielstärke besaßen, um Meister oder Pokalsieger ihres Landes zu werden und sich somit für den Europapokal der Landesmeister bzw. den Europapokal der Pokalsieger zu qualifizieren, bot sich von nun an mit bis zu vier Startplätzen pro Landesverband eine gute Möglichkeit, dennoch am Europapokal teilzunehmen und sich im internationalen Vergleich zu messen.

Erster UEFA-Pokalgewinner wurde 1972 Tottenham Hotspur. In den 1970er Jahren duellierten sich deutsche, niederländische und belgische Klubs mit den englischen um den Titelgewinn. Zwischen 1968 und 1984 durchbrach mit Juventus Turin 1977 nur einmal ein südeuropäischer Klub die Dominanz der Mannschaften aus dem Norden. Dies änderte sich ab Mitte der 1980er Jahre. Nach den beiden aufeinanderfolgenden Siegen von Real Madrid begann 1989 mit dem Triumph des SSC Neapel die Siegesserie der Italiener. In elf Jahren waren italienische Klubs achtmal erfolgreich. Allein Inter Mailand holte sich in dieser Zeit drei Mal den Pokal.

1995 führte die UEFA den Fairplay-Wettbewerb ein. Seither steht den drei fairsten Verbänden der Vorsaison jeweils ein zusätzlicher Startplatz in der ersten Qualifikationsrunde des Wettbewerbs zu. Jeder Nationalverband hat die Aufgabe, eine nationale Fairplay-Rangliste zu führen, aus welcher der jeweilige Fairplay-Teilnehmer ermittelt wird.

Seit der Entscheidung, den höherrangigen Europapokal der Pokalsieger (EC2) abzuschaffen, qualifizierten sich von der Saison 1999/2000 an die jeweiligen europäischen Pokalsieger ebenfalls für den UEFA-Pokal. Bisher konnte nur der FC Porto in der Saison 2010/11 als Pokalsieger gewinnen.

Im Jahr 2000 sicherte sich dann mit Galatasaray Istanbul erstmals ein türkischer Klub einen Europapokaltitel. Seit 2005 haben drei Mannschaften aus der ehemaligen Sowjetunion den UEFA-Pokal gewonnen: ZSKA Moskau, Zenit Sankt Petersburg und Schachtar Donezk. Der FC Sevilla konnte in den Jahren 2006 und 2007 den UEFA-Pokal gewinnen und den Titel damit verteidigen – dies war zuvor nur Real Madrid in den Jahren 1985 und 1986 gelungen.

Nach der Spielzeit 2008/2009 erfolgte die zweite große Veränderung des Wettbewerbes. Mit dem Ziel, den UEFA-Pokal aufzuwerten, und vor allem in Bezug auf Werbe- und Sponsoreneinnahmen der Champions League anzunähern, wurde der UEFA-Cup in UEFA Europa League umbenannt. Gleichzeitig wurde der Wettbewerb grundlegend verändert. Näheres dazu siehe Abschnitt Spielmodus.

Teilnehmende Mannschaften

Teilnahmeberechtigt sind sämtliche Pokalsieger aller 53 Mitgliedsverbände der UEFA. Zusätzlich dürfen bis zu drei Mannschaften teilnehmen, welche in der Abschlusstabelle ihrer Liga die Plätze hinter denen belegen, die zur Teilnahme an der UEFA Champions League berechtigen. In jedem Fall erhält der jeweils amtierende Europa-League-Sieger die Möglichkeit, seinen Titel zu verteidigen, sofern er nicht in der höherwertigen Champions League antritt. Darüber hinaus erhalten die drei Gewinner der Fair-Play-Wertung jeweils einen zusätzlichen Startplatz in der ersten Qualifikationsrunde.

Eine Ausnahme bildet Liechtenstein. Da das Fürstentum keinen eigenen Ligabetrieb hat (die Liechtensteiner Vereine treten im Ligenverband der Schweiz an) tritt nur der nationale Pokalsieger für das Fürstentum an. Theoretisch wäre es denkbar, dass ein Verein durch ein erfolgreiches Abschneiden in der Schweizer Liga ein weiteres Ticket lösen könnte. Dem entgegen steht zum einen die allgemein zu schwache Spielstärke der Liechtensteiner Clubs, zum anderen eine besondere Vereinbarung mit dem SFV, dass Liechtensteiner Vereine im Falle eines erfolgreichen Abschneidens in der Schweizer Liga auf ihre Teilnahme verzichten. In einem solchen Fall würde ein Schweizer Verein auf den freien Platz rücken.

England und Frankreich entsenden zusätzlich zum nationalen Verbandspokalsieger auch den Gewinner des Ligapokals in den Europapokal. Daher entfällt bei diesen beiden Nationen jeweils ein Platz über die Ligatabelle, sofern sich der Gewinner des Ligapokals nicht für die Champions League qualifiziert hat.

Wie viele Mannschaften welcher Nationen zugelassen werden hängt zum einen von der Platzierung in der Fünfjahreswertung ab, zum anderen vom jeweils aktuellen Qualifikationsmodus. Dieser Modus legt zudem fest, in welcher Spielrunde die jeweiligen Teilnehmer in den Wettbewerb einsteigen. Zumindest in Details finden hier jährliche Anpassungen statt.

Derzeit sind lediglich der Titelverteidiger und seit der Saison 2012/13 die Pokalsieger der sechs besten Verbände direkt für die Gruppenphase qualifiziert. Von dieser Maßnahme erhofft sich die UEFA weiter steigende Einnahmen aus den Vermarktungsrechten. Alle weiteren Teilnehmer starten zunächst in der 4-stufigen Qualifikationsphase, aus der 31 erfolgreiche Mannschaften hervorgehen. Zu diesen 38 Vereinen kommen noch 10 unterlegene Mannschaften aus den Play-offs der Champions League. Außerdem dürfen in der dritten Runde die acht Dritten der Gruppenphase der UEFA Champions League einsteigen. Von diesen gelang es Galatasaray Istanbul (1999/2000), Feyenoord Rotterdam (2001/02), ZSKA Moskau (2004/05), Schachtar Donezk (2008/09), Atlético Madrid (2009/10) und dem FC Chelsea (2012/13), den UEFA-Pokal bzw. die UEFA Europa League zu gewinnen.

Qualifiziert sich ein nationaler Pokalsieger für die Champions League(-Qualifikation), so erhält der unterlegene Pokalfinalist einen Startplatz im Europapokal. Während ein Pokalsieger grundsätzlich Anrecht auf den besten verfügbaren Startplatz in der Europa League hat, bekommt ein teilnehmender Pokalfinalist grundsätzlich den schlechtesten Platz zugewiesen. Ein über den Fairplay-Wettbewerb erhaltener zusätzlicher Startplatz bleibt dabei aber unberücksichtigt. Teilnehmer, welche ihr Startrecht über die Ligatabelle erreicht haben, werden gemäß ihrer Ligaplatzierung eingereiht. Wenn der Pokalsieger über seine Ligaplatzierung für die Europa League qualifiziert ist, so erhält nicht der Pokalfinalist, sondern ein weiterer Ligaplatzierter den freien Platz. Sind beide Pokalfinalisten bereits international qualifiziert, so geht das Ticket ebenfalls auf den nächsten Ligavertreter über. Auch unterklassige Mannschaften können sich über die nationale Pokalrunde für die Europa League qualifizieren.

Ein Gewinn eines Europapokal-Titels führt nur zu einem weiteren Teilnehmerplatz, falls sich der betreffende Verein nicht anderweitig für einen der beiden Wettbewerbe qualifizieren konnte.

Nicht zugelassene Mannschaften

Erfüllt ein Klub die sportlichen Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Wettbewerb, so behält sich die UEFA vor, eine Lizenzüberprüfung vorzunehmen und die Mannschaft gegebenenfalls nicht zuzulassen. Seit 2004 kam es aus lizenztechnischen Gründen zu folgenden 29 Ausschlüssen vom UEFA-Pokal bzw. der UEFA Europa League:

  • 2004/05: NK Olimpija Ljubljana, FC Koper, Tobyl Qostanai, Ekibastusez Ekibastus
  • 2005/06: FK Željezničar Sarajevo, FK Sarajevo, FK Taras, Ertis Pawlodar
  • 2006/07: PAOK Thessaloniki, FK Astana-64, FK Voždovac
  • 2008/09: FK Zemun, NordColeraine FC
  • 2009/10: Lokomotive Astana, FC Daugava Daugavpils, FC Ararat Jerewan, Qaisar Qysylorda, FK Sloboda Tuzla, Beitar Jerusalem
  • 2010/11: Cork City, Vėtra Vilnius, RCD Mallorca, FC Portsmouth, Lokomotive Astana
  • 2011/12: Sporting Fingal, VMFD Žalgiris Vilnius, Lokomotive Astana
  • 2012/13: Derry City, Beşiktaş Istanbul, Ungarn Győri ETO FC, AEK Athen, Neath AFC

Qualifikation deutscher Mannschaften

Die Bundesliga erhält derzeit drei Startplätze in der Europa League. Der DFB-Pokalsieger ist direkt für die Gruppenphase qualifiziert. Der Ligafünfte nimmt an der Play-off-Runde teil, der Tabellensechste steigt eine Runde früher, in Qualifikationsrunde 3, in den Wettbewerb ein. Darüber hinaus qualifiziert sich der Bundesligavierte für die Gruppenphase, falls er in der Play-off-Runde der UEFA Champions League scheitert. Sollte der DFB-Pokalsieger gleichzeitig für die Champions League qualifiziert sein, rückt der unterlegene Finalist nach, jedoch nicht direkt in die Europa League, sondern in die Qualifikationsrunde, da der für den Pokalsieger teilnehmende Finalist grundsätzlich den ungünstigsten verfügbaren Startplatz erhält. Der direkte Startplatz ist dann dem Fünften der Bundesliga vorbehalten. Sollten beide Pokalfinalisten für den Internationalen Wettbewerb qualifiziert sein, erhält der Bundesligafünfte ebenfalls den direkten Startplatz und der Bundesligasiebte rückt in die Qualifikationsrunde nach.  Ist der Pokalsieger über die Ligatabelle bereits für die Europa League qualifiziert, erhält der Finalist keinen Startplatz, da bereits eine Mannschaft als Vertreter des Pokalwettbewerbs teilnimmt. Auch in diesem Fall rückt der Tabellensiebte für die Qualifikation nach.

Zwischenzeitliche Überlegungen, den deutschen Ligapokal aufzuwerten und dem Sieger analog zu England und Frankreich einen Startplatz in der Europa League zuzusprechen (hierbei würde ein Startplatz über die Ligatabelle entfallen), wurden wieder verworfen; der Ligapokal wird momentan gar nicht mehr ausgetragen.

Qualifikation österreichischer Mannschaften

In Österreich nehmen der Bundesligazweite und -dritte an der 2. Qualifikationsrunde, der ÖFB-Cup-Sieger an der 3. Qualifikationsrunde teil. Gegebenenfalls steigt noch der Meister in den Play-Offs oder der Gruppenphase ein, falls er die 3. Qualifikationsrunde oder die Play-Offs der UEFA Champions League erreicht und dort unterliegt.

Qualifikation Schweizer Mannschaften

In der Schweiz startet der Tabellenvierte in der 2. Qualifikationsrunde. Der Tabellendritte startet in der 3. Qualifikationsrunde. Der Pokalsieger nimmt an den Play-Offs (4. Qualifikationsrunde) teil. Unterliegt der Vizemeister in der 3. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League, so nimmt er ebenfalls an den Play-Offs teil.

Spielmodus

Seit Beginn der Saison 2004/05 gibt es auch im UEFA-Pokal eine Gruppenphase, während in früheren Jahren ausschließlich K.-o.-Runden ausgespielt wurden. Zunächst bestritten nach zwei Qualifikationsrunden 80 Mannschaften in Hin- und Rückspiel die erste Hauptrunde. Anschließend trugen die 40 siegreichen Clubs die Gruppenphase in acht Gruppen zu jeweils fünf Mannschaften aus, wobei immer nur eine Halbserie ausgetragen wurde, in der jede Mannschaft genau ein Spiel gegen jede andere absolvierte und insgesamt zweimal Heimrecht hatte. Die ersten drei Vereine jeder Gruppe kamen zusammen mit den acht Dritten aus der Champions League in die nächste Runde. Das „Sechzehntelfinale“ wurde so ausgelost, dass Gruppensieger auf Drittplazierte und Gruppenzweite auf die acht Drittplazierten aus der Champions League trafen. Mannschaften aus dem gleichen Fußballverband durften dabei nicht gegeneinander spielen. Ab dem Achtelfinale gab es bei den Auslosungen keine Beschränkungen mehr.

Zur Saison 2009/10 wurde ein neuer Spielmodus eingeführt. Der in der Vorbereitungszeit zur neuen Saison ausgetragene Intertoto Cup (kurz UI-Cup) wurde aufgelöst und in die deutlich ausgeweitete Qualifikationsphase zur Europa League integriert. Auch die Qualifikation zur UEFA Champions League wurde verändert, so dass nun mehr Mannschaften als früher vom höherwertigen Wettbewerb in die Europa League „absteigen“ und hier weiter spielen können. Die erste Hauptrunde wurde zur Play-off-Runde umbenannt und bildet den Abschluss der Qualifikationsphase. Die Hauptrunde (UEFA-Name: Runde 1) beginnt nun erst mit der Gruppenphase. Diese enthält nun 48 Teilnehmer, welche in zwölf Gruppen zu je vier Mannschaften in Hin- und Rückspielen gegeneinander antreten.

Zur Bestimmung der Platzierungen in der Abschlusstabelle sind die erreichten Punkte ausschlaggebend. Danach werden die folgenden Kriterien in dieser Reihenfolge verglichen: erzielte Punkte im direkten Vergleich, Tordifferenz im direkten Vergleich, erzielte Auswärtstore im direkten Vergleich, Gesamttordifferenz, Anzahl aller auswärts erzielten Tore, Klubwertung der UEFA-Fünfjahreswertung.

Die Gruppensieger und -zweiten qualifizieren sich zusammen mit den Drittplatzierten der Champions League für die K.-o.-Runde. Im „Sechzehntelfinale“ (UEFA-Name: Runde 2) bilden die zwölf Gruppensieger zusammen mit den vier besten CL-Teilnehmern die „obere Hälfte“, und werden gegen die zwölf Gruppenzweiten plus vier schlechteren CL-Teilnehmer gelost. Ein erneutes Aufeinandertreffen zweier Gruppengegner ist dabei genauso ausgeschlossen wie rein nationale Begegnungen. Ab dem Achtelfinale gibt es bei den Auslosungen keine Beschränkungen mehr.

Seit 1998 wird der Sieger des Wettbewerbs in einem einzigen Endspiel an einem bereits vor Wettbewerbsbeginn von der UEFA festgelegten Spielort ermittelt. Zuvor bestand auch das Finale aus Hin- und Rückspiel im jeweils eigenen Stadion der Endspielteilnehmer. Neben der sportlichen Reputation ist der Wettbewerb für die teilnehmenden Vereine auf Grund der Fernsehgelder lukrativ. Ebenfalls fließen meist zusätzliche Sponsorengelder wegen der erweiterten Berichterstattung, wobei trotz aller Bemühungen der UEFA die Summen, wie sie in der Champions League kursieren, bei weitem nicht erreicht werden.

Trophäe

Der Sieger der UEFA Europa League erhält für ein Jahr den von der UEFA gestifteten Wanderpokal, auf dem der Name der siegreichen Mannschaft eingraviert wird. Die 15 Kilogramm schwere Trophäe, die aus Silber besteht und auf einem gelben Marmorsockel thront, wurde vom Schweizer Künstler Alex Diggelmann entworfen und 1972 vom Mailänder Unternehmen Bertoni hergestellt. Der achteckige Pokal, der im Gegensatz zum Champions-League-Pokal keine Griffe aufweist, wird oberhalb des Sockels von einer Gruppe stilisierter Fußballspieler gestützt. Auf dem Pokal selbst befindet sich das Logo der UEFA. Ursprünglich besagten die Regeln der UEFA, dass ein Verein, welcher den Wettbewerb dreimal hintereinander oder aber insgesamt fünfmal für sich entscheiden konnte, das Original dauerhaft behalten darf und eine neue Trophäe für die nachfolgenden Wettbewerbe geschaffen werde. Dies ist allerdings im Gegensatz zur Champions League bis dato keiner Mannschaft gelungen, weshalb noch immer die Originalstatue von 1972 im Umlauf ist. Nach dem aktuellen Reglement bleibt der Originalpokal, der für die Pokalübergabe verwendet wird, nun dauerhaft Eigentum der UEFA. Der Sieger erhält eine Nachbildung in Originalgröße, die Siegertrophäe der UEFA Europa League. Ein Verein, der den Wettbewerb dreimal nacheinander oder insgesamt fünfmal gewonnen hat, erhält ein von der UEFA nicht näher spezifiziertes „spezielles Zeichen der Anerkennung“. Danach fängt für diesen Verein die Zählung wieder bei null an.

Finanzen

In der Saison 2012/13 erhielt jeder Verein, der die Gruppenphase erreichte, ein Antrittsgeld in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Mannschaften, die in den ersten drei Qualifikationsphasen oder der Play-off-Runde scheiterten, erhielten einheitlich 100.000 Euro. Ein Sieg in der Gruppenphase wurde mit 200.000 Euro, ein Unentschieden mit 100.000 Euro honoriert. Als Bonus erhielten die Gruppensieger 400.000, die Gruppenzweiten 200.000 Euro ausbezahlt. Hinzu kamen noch die Eintrittsgelder aus den Heimspielen.

Für das Erreichen der jeweiligen Knockout-Runde erhielten die Vereine jeweils ausbezahlt: Zwischenrunde 200.000 Euro, Achtelfinale 350.000 Euro, Viertelfinale 450.000 Euro und Halbfinale 1 Million Euro. Der Cupsieger bekam 5 Millionen Euro, der unterlegene Finalist musste sich mit 2,5 Millionen Euro begnügen. Ein Verein konnte bestenfalls 9,9 Millionen Euro an Prämien von den insgesamt 125,25 Millionen Euro in festen Zahlungen verdienen. Zu diesen Spielprämien kamen noch die Gelder aus dem sogenannten Marktpool, welcher vor allem aus den TV-Geldern gespeist wurde. Der Marktpool wurde zunächst je nach „Marktwert“ (bzw. Summe, die für die Vergabe der nationalen Fernsehrechte eingenommen werden konnte) auf die Einzelnationen aufgeteilt, und anschließend je nach Weiterkommen der Vereine unter den Teilnehmern dieser Nation aufgeteilt. Zur Saison 2012/13 betrug der Marktpool für die Europa League 83,5 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Der Champions-League-Sieger erhält 37,4 Millionen Euro und darüber hinaus auch deutlich höhere Einnahmen aus dem 409,6 Millionen Euro „schweren“ Marktpool.

Liste der UEFA Cup / Europa League Sieger

Saison Sieger des UEFA-Pokals
1971/72 Tottenham Hotspur
1972/73 FC Liverpool
1973/74 Feyenoord Rotterdam
1974/75 Borussia Mönchengladbach
1975/76 FC Liverpool
1976/77 Juventus Turin
1977/78 PSV Eindhoven
1978/79 Borussia Mönchengladbach
1979/80 Eintracht Frankfurt
1980/81 Ipswich Town
1981/82 IFK Göteborg
1982/83 RSC Anderlecht
1983/84 Tottenham Hotspur
1984/85 Real Madrid
1985/86 Real Madrid
1986/87 IFK Göteborg
1987/88 Bayer 04 Leverkusen
1988/89 SSC Neapel
1989/90 Juventus Turin
1990/91 Inter Mailand
1991/92 Ajax Amsterdam
1992/93 Juventus Turin
1993/94 Inter Mailand
1994/95 AC Parma
1995/96 FC Bayern München
1996/97 FC Schalke 04
1997/98 Inter Mailand
1998/99 AC Parma
1999/2000 Galatasaray Istanbul
2000/01 FC Liverpool
2001/02 Feyenoord Rotterdam
2002/03 FC Porto
2003/04 FC Valencia
2004/05 ZSKA Moskau
2005/06 FC Sevilla
2006/07 FC Sevilla
2007/08 Zenit Sankt Petersburg
2008/09 Schachtar Donezk
Saison Sieger der UEFA Europa League
2009/10 Atlético Madrid
2010/11 FC Porto
2011/12 Atlético Madrid
2012/13 FC Chelsea
2013/14 FC Sevilla

Europa League im Live-Stream und Fernsehen

Die TV-Rechte an der Europa League liegen in Deutschland beim Pay-TV-Anbieter Sky sowie beim Free-TV-Sender kabel eins. Im Bezahlfernsehen werden pro Anstoßzeit bis zu vier Spiele einzeln sowie in der Europa League Konferenz übertragen. Wer das Sport-Paket von Sky gebucht hat, kann über den Streaming-Dienst Sky Go die Übertragung im Fußball Live-Stream online schauen. Bei kabel eins ist pro Woche ein Spiel live zu sehen. Sollte sich noch mindestens eine deutsche Mannschaft im Turnier befinden, wird ein Spiel mit deutscher Beteiligung übertragen. Im Internet lässt sich das Free-TV-Spiel stets im Europa League Live-Stream kostenlos bei ran.de verfolgen.

Der Text ist unter der Lizenz "Creative Commons Attribution/Share Alike" verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Einzelheiten sind auf der Seite von Creative Commons beschrieben. Ursprüngliche(r) Autor(en) des verwendeten Textes .

Bildergallerie

UEFA Europa League Artikel