Tour de France

Tour de France

Die Tour de France, auch Grande Boucle – französisch für Große Schleife – oder einfach Le Tour genannt, ist das berühmteste und bedeutendste Radrennen (Etappenrennen) der Welt.

Die Tour de France

Die Tour de France wird seit 1903 alljährlich drei Wochen lang im Juli ausgetragen und führt dabei in wechselnder Streckenführung quer durch Frankreich und das nahe Ausland. Nur während des Ersten Weltkriegs fiel die Tour zwischen 1915 und 1918 aus, der Zweite Weltkrieg bedingte eine Unterbrechung von 1940 bis 1946. Das Etappenrennen "Tour de France" wird von der Amaury Sport Organisation (ASO) veranstaltet. Die Tour wird oft als das nach den Olympischen Spielen und der Fußball-Weltmeisterschaft drittgrößte Sportereignis der Welt bezeichnet. >>> Infos zur Tour de France 2014 <<<

Stellenwert der Tour de France

Die Tour de France wird als das schwerste Rad-Etappenrennen der Welt angesehen, obwohl das Streckenprofil oft nicht anspruchsvoller ist als das der beiden anderen großen Radrundfahrten (Giro d’Italia und Vuelta a España). Tatsächlich sind es aber die Radrennfahrer, die das Rennen schwer machen: Bei der Tour wird schneller, härter und kompromissloser gefahren als bei anderen Rundfahrten. Jede einzelne Etappe der Tour de France ist umkämpft wie sonst nur die Eintagesklassiker.

Etappen der Tour de France

Die auf den Grand Départ folgenden Etappen, meist zwanzig an der Zahl, zeichnen das französische Hexagon nach. Die Streckenführung und die Etappenorte wechseln dabei jedes Jahr. In den ersten zehn Jahren wurde dabei ausschließlich im Uhrzeigersinn gefahren, von 1913 bis 1932 dann nur gegen die Uhr. Seither ändert sich die Fahrtrichtung in immer rascherer Folge, zwischen 1998 und 2009 wurde sogar konsequent jährlich gewechselt.

Die ersten Tage der Tour de France sind fast immer von schnellen und sprinterfreundlichen Flachetappen im Norden Frankreichs geprägt, bevor sich dann im Hochgebirge der Pyrenäen und der Alpen die Gesamtwertung der Tour entscheidet. Wird die Tour im Uhrzeigersinn gefahren, so erreichen die Fahrer zuerst die Alpen, wird in der Gegenrichtung gefahren, so stehen die Pyrenäen zuerst auf dem Programm. Besonders spektakuläre Bergetappen werden dabei bevorzugt auf das zweite und dritte Wochenende im Verlauf der Tour oder den Französischen Nationalfeiertag am 14. Juli gelegt. Dadurch möchte man möglichst vielen Zuschauern eine Teilnahme am Renngeschehen ermöglichen.

Ergänzend dazu finden auch in den beiden Mittelgebirgen Vogesen und Zentralmassiv Bergetappen statt, wenngleich diese vom Schwierigkeitsgrad nicht mit jenen im Hochgebirge zu vergleichen sind. Flache Etappen zwischen zwei Gebirgen nennt man Übergangs- oder Überführungsetappen. Heute werden während der Tour de France in der Regel zwei Zeitfahren ausgetragen, das zweite meistens am Vortag der Schlussetappe nach Paris. Vereinzelt wird das erste Zeitfahren nicht als Einzelzeitfahren, sondern als Bergzeitfahren (zuletzt 2004) oder als Mannschaftszeitfahren (zuletzt 2011) ausgetragen.

Die insgesamt zu absolvierende Streckenlänge wurde nach dem Dopingskandal von 1998 deutlich reduziert und beträgt seitdem rund 3500 Kilometer. Die längste Tour wurde 1926 gefahren und war 5745 Kilometer lang, die kürzeste war die allererste Tour im Jahr 1903 mit insgesamt 2428 Kilometern. Auch die einzelnen Etappen sind kürzer als früher, heute werden zwischen 150 und 250 Kilometer täglich gefahren. Die längste jemals gefahrene Etappe führte 1919 über eine Entfernung von 482 Kilometern von Les Sables d'Olonne nach Bayonne. Nicht mehr ausgetragen werden sogenannte Halbetappen, die zwischen 1934 und 1991 üblich waren. Dabei mussten die Fahrer zwei- oder sogar dreimal an einem Tag antreten, typischerweise vormittags zum gewöhnlichen Rennen und nachmittags zum Zeitfahren.

Ruhetage bei der Tour de France

Die Tour de France wird traditionell von mehreren Ruhetagen unterbrochen. In der Gegenwart sind dies meist der zweite und der dritte Montag während des Rennens. Anders als früher wird heute nur noch vergleichsweise selten in dem Ort gestartet, in welchem die Rennfahrer am Vortag angekommen sind. Ursächlich hierfür ist der Wunsch, möglichst viele Gemeinden in den Parcours einzubinden. Die Folge sind Transfers nach vielen Etappen. Diese erfolgen mit Kraftfahrzeugen. Für die Fahrer stehen speziell adaptierte Reisebusse ihrer jeweiligen Mannschaft zur Verfügung. In der Regel sind ein oder zweimal während jeder Tour de France auch längere Überführungen nötig. Sie finden entweder an einem der beiden Ruhetage oder am Abend nach einer Etappe statt. Solche längeren Strecken legen die Fahrer im Flugzeug oder im TGV zurück.

Die Tour hat in ihrer Geschichte alle Départements auf dem französischen Festland durchfahren. Im Jahr 2013 bei der 100. Austragung der Tour wurden schließlich auch die beiden Départements auf Korsika berücksichtigt. Die fünf Übersee-Departements Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Mayotte und Réunion wurden bisher aus geografisch-logistischen Gründen nicht in das Programm aufgenommen.

Streckenführung heute

Großstädte werden bei der Streckenführung heute eher gemieden. Die nachmittägliche Ankunft der Tour de France und die damit verbundenen Straßensperrungen führen dort, mitten in der Hauptverkehrszeit, häufig zu Verkehrsproblemen. Ebenso scheiden besonders kleine Gemeinden als Etappenort meistens aus. Grund hierfür sind logistische Probleme, insbesondere fehlende Unterkünfte für den Begleittross der Tour. Prinzipiell bevorzugt werden Kommunen, die noch nie Teil des Parcours waren. Der Zusage seitens der Tourdirektion geht ein aufwändiges Bewerbungsverfahren voraus. Manche Kommunen müssen viele Jahre lang darauf warten, bei der Streckenführung berücksichtigt zu werden. Für die Jubiläumstour 2013 haben beispielsweise gleich 250 Orte ihr Interesse als Etappenort angemeldet. Der Tourverlauf wird meist im Oktober des Vorjahres auf einer Pressekonferenz vorgestellt, davor unterliegt er strikter Geheimhaltung. Lediglich der Startort und der Verlauf der ersten Etappe wird schon früher publik gemacht.

Nicht selten werden eigens für die Tour Straßenbeläge erneuert. Typischerweise putzen sich die durchfahrenen Dörfer besonders heraus. Beliebt ist beispielsweise die besondere Gestaltung der Innenflächen von Kreisverkehren.

Paris ist der mit Abstand meist frequentierte Etappenort, bis einschließlich 2010 war die Tour 135-mal an der Seine zu Gast. An zweiter Stelle folgt Bordeaux, wo die Tour 80-mal gastierte, an dritter Stelle Pau, das 62-mal Etappenort war. Eine weitere Konstante in der Streckenführung sind bestimmte Gebirgspässe, die bei fast jeder Austragung passiert werden.

Schlussetappe der Tour de France

Die letzte Etappe findet seit 1967 immer an einem Sonntag statt, zuvor aber auch an anderen Wochentagen. Sie beginnt traditionell im Umland von Paris, der Île-de-France, und endet seit 1975 stets mit mehreren Schlussrunden auf den Champs-Élysées im Zentrum der Hauptstadt.

Klassements der Tour de France

Das Farbspektrum der Trikots ist von der Tourleitung streng festgelegt. Eine Reihe von farblich abgehobenen Trikots kennzeichnen die besten Fahrer verschiedener Wertungen. Die Trikots werden den Fahrern nach jeder Etappe in einer feierlichen Zeremonie angezogen. Auch der Etappensieger wird hier geehrt, erhält aber kein spezielles Trikot. Jedes der Trikots wird dabei von einem eigenen Sponsor präsentiert. Im Gegensatz zu Schleichwerbung wird hier also die Interessenlage wie bei vielen Sportveranstaltungen klar gekennzeichnet. Die Fahrer sind verpflichtet, die entsprechenden Wertungstrikots zu tragen. Wenn ein Fahrer im Besitz mehrerer Trikots ist, trägt er das wichtigere. Dabei gilt folgende Reihenfolge: Gelbes, Grünes, Bergtrikot, weißes Trikot. In diesem Fall wird das nächstniedrigere Trikot von dem Zweitplatzierten in der jeweiligen Wertung präsentiert. Als Träger gilt dennoch der Führende, auch wenn er es – außer bei der Siegerehrung – gar nicht tatsächlich trägt. Als bislang einzigem Fahrer gelang es Eddy Merckx 1969, im selben Jahr die drei wichtigsten Wertungen zu gewinnen.

Tour de Franc Sieger (1999 - 2013)

  • 1999 - 2005: Lance Armstrong (am 22. Oktober 2012 aberkannt)
  • 2006: Óscar Pereiro
  • 2007: Alberto Contador
  • 2008: Carlos Sastre
  • 2009: Alberto Contador
  • 2010: Andy Schleck
  • 2011: Cadel Evans
  • 2012: Bradley Wiggins
  • 2013: Christopher Froome

Rekord-Etappensieger

Jeder Etappensieg ist ein wichtiger sportlicher Erfolg. Manchen Fahrern gelingt dies im Laufe ihrer Karriere sogar mehrfach. Die Rangliste der mehrfachen Etappensiege wird von zwei fünfmaligen Gesamtsiegern angeführt: Eddy Merckx gewann bei sieben Teilnahmen insgesamt 34 Etappen, Bernard Hinault konnte 28-mal triumphieren. Es folgen der zweimalige Toursieger André Leducq mit 25 Siegen sowie Mark Cavendish, der seine 25 Etappensiege bei sieben Teilnahmen (2007 bis 2013) herausfahren konnte. Bei 22 Siegen halten der Franzose André Darrigade sowie Lance Armstrong, dessen drei Siege bei Mannschaftszeitfahren hier nicht inkludiert sind und dem auch die Etappensiege am 22. Oktober 2012 von der UCI aberkannt wurden.

Rekordsieger der Tour de France

Rang Fahrer Siege Jahre
1 Jacques Anquetil 5 1957, 1961–1964
  Eddy Merckx 5 1969–1972, 1974
  Bernard Hinault 5 1978, 1979, 1981, 1982, 1985
  Miguel Induráin 5 1991–1995
5 Philippe Thys 3 1913, 1914, 1920
  Louison Bobet 3 1953–1955
  Greg LeMond 3 1986, 1989, 1990

Gelbes Trikot (Gesamtwertung)

Der Fahrer mit der geringsten Gesamtzeit trägt das berühmte Gelbe Trikot, französisch le maillot jaune, des Führenden der Gesamtwertung. Dafür werden die von den Fahrern benötigten Zeiten aller Etappen zusammengerechnet. Eventuelle Zeitgutschriften wurden früher von der Gesamtzeit subtrahiert: So erhielt jeder Etappensieger bis zur Tour 2008 eine Zeitgutschrift von 20 Sekunden, die Etappenzweiten und -dritten zwölf beziehungsweise acht Sekunden. Bei Zwischensprints wurden sechs, vier beziehungsweise zwei Sekunden Gutschrift für die ersten drei Fahrer vergeben. Diese Zeitgutschriften sind entfallen. Wer nach der letzten Etappe die kürzeste Gesamtzeit auf seinem Konto hat, gewinnt die Tour. Haben mehrere Fahrer einen Zeitunterschied von weniger als einer Sekunde, werden die mit Hundertstelsekunden gestoppten Zeitfahrergebnisse zu Rate gezogen. Die besten Fahrer trennen heutzutage meist nur wenige Minuten, während der Letzte des Klassements rund drei bis vier Stunden Rückstand aufweist.

Das Gelbe Trikot wurde 1919 eingeführt, um die Identifizierung des Spitzenreiters für die Zuschauer zu vereinfachen. Der erste Träger des Trikots war der Franzose Eugène Christophe. Am längsten trug der fünffache Toursieger Eddy Merckx das gelbe Trikot – insgesamt 96 Etappen lang. Inklusive Ruhetage waren es sogar 111 Tage. Der einzige Fahrer, der von der ersten bis zur letzten Etappe im gelben Trikot fuhr, war der Luxemburger Nicolas Frantz im Jahr 1928. Als Vorjahressieger trug er das gelbe Trikot bereits auf der ersten Etappe und legte es bis zur Schlussetappe nicht wieder ab.

Bei der Siegerehrung am Etappenende wird dem Gewinner zunächst ein Gelbes Trikot mit Reißverschluss am Rücken überreicht. Es wird ihm vor dem Publikum angezogen. Am Abend werden dem Fahrer weitere Trikots überreicht, die er auf der nächsten Etappe trägt. Am Ende der Tour werden ihm weitere 10–30 Gelbe Trikots ausgegeben.[19]

Der Gewinn des gelben Trikots ist nicht nur prestigeträchtig, sondern auch finanziell lukrativ. Das Preisgeld beträgt für den Sieger der Gesamtwertung am Ende der Rundfahrt 450.000 Euro, der Zweitplatzierte erhält 200.000 Euro und der Dritte 100.000 Euro.

Grünes Trikot (Punktewertung)

Seit 1953 wird der Sieger der Punktewertung mit dem Grünen Trikot, französisch le maillot vert geehrt. Die Wertung addiert Punkte, die bei Etappenankünften, aber auch Zwischensprints vergeben werden. Flachetappen werden hierbei deutlich höher bewertet als Bergetappen und Zeitfahren, absichtlich, um Sprinter zu bevorzugen, die gewöhnlich in der Gesamtwertung eher hintere Plätze belegen. Hier unterscheidet sich die Tour de France u.a. von der Giro d'Italia, die immer die gleiche Punktzahl für einen Etappensieg vergibt, egal in welchem Gelände. Auch wenn diese Wertung regelmäßig von Sprintern gewonnen wird, gelang es früher auch einigen Gesamtklassementfahrer wie Eddy Merckx und Bernard Hinault diese Wertung zu gewinnen. Der Berliner Erik Zabel hat das grüne Trikot von 1996 bis 2001 sechsmal in Folge nach Paris tragen können und ist damit alleiniger Rekordhalter. Allerdings ist zumindest der Titel 1996 unter Verwendung von Doping erlangt worden.[20] Zweitplatzierter ist der Ire Sean Kelly, er konnte zwischen 1982 und 1989 vier Siege in dieser Wertung verbuchen.

Gepunktetes Trikot (Bergwertung)

Ein Bergpreis wird bereits seit 1933 ausgelobt, aber erst seit 1975 wird auch hier ein Bergtrikot – weiß mit roten Punkten, französisch le maillot à pois rouges – verliehen. Das Trikot wurde 1975 von der Schokoladenfabrik Menier gesponsert, deren Schokolade in weißem Papier mit roten Punkten verpackt war. Punkte für das Bergtrikot werden nach Anstiegen der Kategorien 4 (leicht) bis 1 (schwer) sowie der hors catégorie – kurz: HC – (außerordentlich schwer) vergeben. Als einzigem Fahrer gelang es Richard Virenque zwischen 1994 und 2004 die Bergwertung siebenmal zu gewinnen, gefolgt von Federico Bahamontes (zwischen 1954 und 1964) und Lucien Van Impe (zwischen 1971 und 1983) mit je sechs Siegen.

Weißes Trikot (Nachwuchswertung)

Seit 1975 wird bei der Tour ein weißes Trikot für den besten Jungprofi vergeben. Diese Wertung ermittelt die besten Fahrer, die im Jahr der jeweiligen Tour höchstens 25 Jahre alt sind. Zwischen 1989 und 1999 wurde für dieses Klassement bei der Tour de France kein weißes Trikot vergeben. Das weiße Trikot wurde jedoch im Jahr 2000 wieder eingeführt. Bisher konnten Laurent Fignon (1983), Greg LeMond (1984), Jan Ullrich (1996, 1997 und 1998), Marco Pantani (1994 und 1995) sowie Andy Schleck (2008, 2009, 2010) zuerst die Nachwuchswertung und später auch das Gelbe Trikot gewinnen. Jan Ullrich war bei seinem Toursieg 1997 sogar erst 23 Jahre alt, so dass er gleichzeitig das Gelbe Trikot und die Nachwuchswertung gewann. Auch Alberto Contador bei seinem Toursieg 2007 und Andy Schleck bei seinem Toursieg 2010 (beide im Alter von 25) konnten sowohl das Weiße als auch das Gelbe Trikot zeitgleich gewinnen.

Rote Rückennummer (kämpferischster Fahrer)

Die „rote Rückennummer“ wird nach jeder Etappe an den kämpferischsten Fahrer des gesamten Fahrerfeldes vergeben. Diese Auszeichnung ist die einzige bei der Tour, die durch eine Fachjury ermittelt wird. Die Jury, bestehend aus acht Mitgliedern (darunter Sportler, Rennleiter und Journalisten), entscheidet nach jeder Etappe, welcher der Fahrer den besten Kampfgeist gezeigt hat. Der Preis wird dann jeden Morgen auf dem offiziellen Podium dem Fahrer überreicht, wobei 2.000 Euro pro getragenem Tag in die Mannschaftskasse fließen. Am Ende der Tour wird in Paris der kämpferischste Fahrer der gesamten Tour gewählt, das Preisgeld für diese Sonderwertung beträgt 20.000 Euro.

Mannschaftswertung bei der Tour de France

Seit 1930 wird auch die beste Mannschaft ermittelt. Für die Mannschaftswertung werden bei jeder Etappe die Zeiten der besten drei Fahrer einer Mannschaft addiert. Das beste Team der Gesamttour erhält ein Preisgeld von 50.000 Euro. Besteht eine Mannschaft aus weniger als drei Fahrern, so wird sie aus dieser Wertung gestrichen.

Als weitere Auszeichnung tragen die Fahrer des besten Teams in der Teamwertung „gelbe Rückennummern“, das heißt schwarze Ziffern auf gelbem Grund. Früher wurden sie zur Erkennung mit gelben Mützen ausgestattet. Dies ist jedoch seit Einführung der Helmpflicht nicht mehr möglich. Daher wird seit dem Jahr 2012 dem führenden Team gestattet gelbe Helme zu tragen.

Reglement bei der Tour de France

Die Tour de France wird nach dem Reglement des Weltradsportverbands UCI, insbesondere dem Reglement für Etappenrennen, ausgetragen. Im Einklang mit diesen Vorschriften gilt für die die Tour de France ergänzend ein Sonderreglement.

Zeitnahme und Zeitlimit

Im Ziel werden die Abstände zwischen den einzelnen Fahrern beziehungsweise Fahrergruppen registriert. Alle Fahrer einer geschlossenen Gruppe werden mit der gleichen Zeit bewertet. Seit 2005 werden bei einem Sturz auf den letzten drei Kilometern die darin verwickelten Fahrer mit der gleichen Zeit gewertet wie die Gruppe, der sie zum Zeitpunkt des Sturzes angehörten. Diese Regelung gilt jedoch nicht bei Einzelzeitfahren und bei Etappen mit Bergankünften. Bei allen Etappen außer dem Prolog wird ein Zeitlimit ("Karenzzeit") festgelegt, innerhalb dessen jeder Fahrer ins Ziel kommen muss. Das Zeitlimit wird nach Schwierigkeitsgrad und Durchschnittsgeschwindigkeit der jeweiligen Etappen berechnet. Das Limit schwankt dementsprechend zwischen 103 und 120 Prozent (bei Einzelzeitfahren 125 Prozent, bei Mannschaftszeitfahren 130 Prozent) der Zeit des Etappensiegers. Allerdings hat die Rennleitung die Möglichkeit, das Zeitlimit flexibel zu verlängern, wenn sonst mehr als zwanzig Prozent der Fahrer nach Kontrollschluss einträfen oder einzelne Fahrer beeinflusst durch einen Unfall oder vergleichbares Unglück das Zeitlimit verpassen.

2001 kam es auf einer regnerischen Etappe im französischen Jura zur Situation, dass eine Ausreißergruppe um den Australier Stuart O'Grady einen Vorsprung von fast einer halben Stunde auf das Hauptfeld um den späteren Gewinner der Tour, Lance Armstrong hatte. Ohne die Sonderregelung hätte Andrei Kiwiljow die Tour gewonnen. So reichte es nur für den vierten Platz. Dieses Szenario wiederholte sich während einer Überführungsetappe im Jahr 2006. Das Hauptfeld um Spitzenreiter Floyd Landis ließ eine Spitzengruppe um den Spanier Oscar Pereiro so weit ziehen, dass sowohl das Zeitlimit verpasst wurde, als auch das Maillot Jaune seinen Träger wechselte. Zwar konnte Landis in den Alpen das Maillot Jaune zurückerobern, doch musste er es nach einer positiven Dopingprobe wieder abgeben. Anders als Kiwiljow fünf Jahre zuvor, gewann Pereiro trotz dieser Ausnahmeregelung die Tour.

Auf der 18. Etappe der Tour de France 2011 von Pinerolo nach Galibier Serre-Chevalier hatte eine Gruppe von 88 Fahrern das Zeitlimit überschritten. Der Tourveranstalter verbannte diese Fahrer nicht von der Tour, da sonst das Fahrerfeld um mehr als die Hälfte geschrumpft wäre. Stattdessen wurden jedem dieser Fahrer 20 Punkte in der Sprintwertung abgezogen. Dies betraf unter anderem den Führenden der Sprintwertung Mark Cavendish.

Zeitgutschriften

Bei Etappenankünften, außer bei Zeitfahren, gab es früher für die ersten drei Fahrer abgestufte Zeitgutschriften zusätzlich zur real gefahrenen Zeit in Höhe von 20, 12 oder acht Sekunden. Bei bis zu drei Zwischensprints gab es sechs, vier oder zwei Sekunden Gutschrift. Seit der Austragung im Jahr 2008 werden keinerlei Zeitgutschriften mehr vergeben.

Verpflegung der Fahrer

Die Verpflegung der Fahrer ist außerordentlich wichtig, da sie bei einer schweren Bergetappe 6000 bis 10.000 Kilokalorien verbrauchen. Auf jeder Etappe gibt es daher ein bis zwei als solche gekennzeichnete Verpflegungszonen, wo die Mitarbeiter der Teams den Fahrern von der Tourorganisation genehmigte Verpflegungsbeutel reichen dürfen. Nahrung und Getränke, die Zuschauer den Profis anbieten, dürfen diese auf eigene Gefahr entgegennehmen. Bis zwanzig Kilometer vor Ende der Etappe dürfen zudem die sportlichen Leiter ihren Fahrern Getränke und Esswaren aus dem Teamfahrzeug reichen. Jeder Mannschaft der Tour stehen dabei vier Fahrzeuge zur Verfügung, von denen nur zwei im Rennen genutzt werden dürfen. Die Fahrzeuge müssen immer rechts fahren, hinter den Autos der Tourleitung und des ärztlichen Dienstes. Die Mannschaftswagen dürfen nur nach der Aufforderung durch das interne „Radio Tour“ nach vorne fahren.

Sicherheit bei der Tour

Übereinstimmend mit dem UCI-Reglement wurde am 6. Januar 2004 die Helmpflicht bei der Tour de France eingeführt.

Technische und ärztliche Hilfe bei der Tour de France

Eine Pannenhilfe wird entweder vom Team oder den neutralen Materialwagen geleistet. Pannenhilfe ist immer nur hinter einer Ausreißergruppe und hinter dem Hauptfeld am rechten Straßenrand erlaubt. Offiziell dürfen bei einer Reifenpanne die Räder nur innerhalb der Mannschaft ausgetauscht werden. Benötigt ein Fahrer einen Arzt, darf es nur ein Arzt des offiziellen ärztlichen Dienstes sein. Der Fahrer wird dann am Ende des Pelotons behandelt, oft vom Arztauto während der Fahrt aus. Bei Stürzen oder Pannen auf den letzten drei Kilometern werden die Fahrer mit der gleichen Zeit wie die Gruppe, der sie angehörten, gewertet.

Tour Verstöße

Die Regeln werden von den Rennkommissaren überwacht, die auf Motorrädern das Rennen begleiten. Sehen sie Rennverstöße, können sie diese nach den Regeln des Weltradsportverbands UCI ahnden. Verstöße gegen das Reglement werden mit Geldstrafen (in Schweizer Franken), Zeitstrafen oder der Disqualifikation geahndet. Regelwidrigkeiten bei Sprints (Verlassen der Fahrlinie, „Abziehen“ beim Gegner, Anschieben eines Mannschaftskameraden) werden mit Zurücksetzungen im Tagesklassement (ohne Zeitstrafe) bestraft.

Das Reglement untersagt, sich anschieben zu lassen (auch von Zuschauern), sich von Autos oder Motorrädern ziehen zu lassen oder diese als Windschatten zu benutzen. Eine Ausnahme stellt dar, wenn der Fahrer während der Fahrt vom offiziellen Tourarzt medizinisch behandelt wird oder sein Rad von einem Mechaniker reparieren lässt. Wenn ein Fahrer eine Panne hatte, benutzt er oft die Autos der Sportlichen Leiter, um in deren Windschatten wieder Anschluss an das Peloton zu bekommen. Solche Verstöße werden fast nie geahndet.

Aufgabe

Fahrer, die das Rennen aufgeben, müssen ihre am Rahmen sowie am Trikot befestigte Startnummer am Besenwagen abgeben.

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