Rolls-Royce

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Alle Fahr- und Testberichte der Marke Rolls-Royce auf einen Blick bei Motorvision. Alles was Sie schon immer über Rolls-Royce wissen wollten.

Royce findet zu Rolls - So entstand Rolls Royce

Wie bei so vielen traditionsreichen Firmen beginnt auch bei Rolls Royce die Produktion nicht mit Automobilen. 1884 gründet Ingenieur Henry Royce die Firma F.H. Royce and Co., um Elektroanlagen zu bauen. 1902 legt sich Royce einen gebrauchten Decauville 10 hp mit einem Zweizylindermotor zu. Als er den Wagen, der mit dem Zug geleifert wird, am Bahnhof aufgrund von gravierenden Verarbeitungs- und Qualitätsmängeln nicht einmal starten kann, nimmt er sich vor, es besser zu machen. Bis 1904 entstehen auf Decauville-Basis drei Prototypen namens Royce 10hp. Über seinen Großaktionär lernt Royce Charles Rolls kennen, der zu diesem Zeitpunkt Luxusautomobile der Marken Minerva und Panhard vertreibt. Rolls ist von der Qualität des Royce 10 hp sofort überzeugt. Ohne festen Vertrag beginnt Henry Royce mit der Produktion des Royce 10hp, der fortan als Rolls-Royce 10 hp vermarktet wird. Bis 1905 werden 17 Exemplare hergestellt. Zudem entstehen bis 1906 bereits 37 Stück des Rolls-Royce 20 hp. Am 23. Dezember 1904 kommt es schlussendlich zur Vertragsunterzeichnung, bei der festgelegt wird, dass C.S. Rolls & Co. die Alleinverkaufsrechte an den Autos hat, die Royce Ltd baut. 1906 fusionieren beide Firmen zur Rolls-Royce Ltd. mit Sitz in Manchester, England.

Rolls Royce - Der Wagen der Könige

Der später als Silver Ghost bezeichnete Rolls-Royce 40/50 hp ist das erste Modell der fusionierten Firma. 1911 trägt dieser erstmals die legendäre Kühlerfigur "Spirit of Ecstacy". Das 305 Pfund teure Automobil verschafft dem Unternehmen den Ruf, das beste Auto der Welt zu bauen. 1910 stirbt Charles Rolls bei einem tragischen Flugzeugunfall. Er ist wenige Tage zuvor der erste Mensch, der den Ärmelkanal in einem Nonstop-Hin-und-Rückflug überquert. Mitte der 1920er Jahre sind Rolls-Royce-Fahrzeuge bereits legendär. International werden sie mit Prominenz, Adel und Reichtum assoziiert. In der zeitgenössischen Presse zeigen sich Könige und Maharadschas in ihren Rolls Royce. Die Fahrzeuge der Marke werden als Wagen der Könige tituliert. 1931 kauft Rolls-Royce Bentley auf, der Konkurrent hatte zuvor Konkurs angemeldet. Rolls-Royce führt das Erbe der Marke fort, indem die luxuriösen Sportwagen weiterhin ihren Markennamen behalten. 1933 stirbt schließlich mit Henry Royce der zweite Wegbereiter der Traditionsmarke.

Karosseriebau und Großhubigkeit bei Rolls Royce

Nach den Kriegsunruhen ist der Silver Wraith 1946 die erste Neuentwicklung. Als in der Nachkriegszeit immer mehr Karosseriebauer Konkurs anmelden müssen, verlässt sich Rolls-Royce nicht mehr auf seinen Zulieferer "Pressed Steel", sondern beginnt selbst Karossieren zu bauen. Der Rolls Royce Silver Dawn, der 1949 auf den Markt kommt, ist der erste Rolls mit einer Werkskarosserie. Neben Stahlblech kommt erstmals auch Aluminium zum Einsatz. Parallel verschmilzt Rolls-Royce seine beiden Tochterfirmen Mulliner und Park Ward, die sich fortan ausschließlich um den Karosseriebau kümmern. Motorenseitig wird Hubraum großgeschrieben. Der Rolls Royce Silver Cloud besitzt 1955 einen 4,9 Liter großen Sechszylinder. Vier Jahre später hält der 6,2 Liter-V8 des Silver Cloud II den Titel "größter Personenwagen-Motor Europas". 1970 steigt der Hubraum im Silver Shadow I gar auf 6,75 Liter an. Die Basis dieses Motors findet bis 2009 in Bentley-Modellen Verwendung. Auch das aktuelle Phantom-Modell führt die lange Tradition der Rolls Royce 6 ¾ Liter-Motoren fort.

Konkurs, Übernahme und Spaltung bei Rolls Royce

Am vierten September 1971 meldet Rolls Royce Konkurs an. Hauptgrund dafür sind die ausufernden Kosten für die Entwicklung des RB.211 Triebwerkes für das Großraumflugzeug Lockheed L-1011 TriStar. Allein durch die Verstaatlichung und einen immensen Aufwand an britischen Steuergeldern kann der Untergang von Rolls-Royce verhindert werden. Zwei Jahre später wird die Firma ausgesplittet. Der Automobilhersteller Rolls-Royce Motor Cars wird vom Triebwerksfabrikanten Rolls-Royce plc. getrennt. Auch die Tochterfirmen bleiben von den Veränderungen nicht unberührt. 1991 wird Mulliner Park Ward geschlossen. Der Name dient nur noch marketingstrategischen Zwecken zur Bezeichnung von Sondermodellen. 1998 steht der Automobilhersteller Rolls-Royce zum Verkauf. Obwohl alle Zeichen auf eine BMW-Übernahme stehen, sichert sich Volkswagen für 1,44 Milliarden Mark den Zuschlag. Allerdings versäumt es VW, sich auch die Namens- und Markenrechte, die beim Triebwerkshersteller liegen, zu sichern. Hier sieht BMW seine Chance gekommen und schlägt zu.

Rolls Royce - Neuanfang

Aufgrund dieser Verwicklungen spaltet VW Rolls-Royce und Bentley wieder auf und behält selbst nur Bentley. BMW übernimmt dafür für 120 Millionen Mark das Nutzungsrecht an Rolls-Royce und stellt die Marke vor einen kompletten Neubeginn. Diverse Bauelemente des Rolls Royce Phantom entstehen heute in deutschen Standorten der BMW-Group. Der V12-Motor beispielsweise entsteht im BMW-Werk München. Zudem besinnt sich Rolls-Royce auf alte Geschäfte. Pressed Steel Fisher liefert jahrzehntelang Karosserieteile an. Heute kommt die gesamte Karosserie aus dem Aluminium-Kompetenzzentrum des BMW-Werks Dingolfing. Rolls-Royce steuert bald sein 110-jähriges Firmenjubiläum an. Im Gegensatz zu früherer Modellvielfalt ist die Produktpalette heute überschaubar. In unterschiedlichen Ausführungen kann der elitäre Käufer heute nur zwischen dem Rolls Royce Ghost und dem Rolls-Royce Phantom wählen.Von Jessica Fischer

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