Judo 2016: Ergebnisse, Gürtel, Termine, Regeln, Ausrüstung, Wettbewerbe...

Judo

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Judo - Kampfsport

Die japanische Kampfsportart Judo folgt dem Prinzip "Siegen durch Nachgeben". Es wird versucht, mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Wirkung zu erzielen. Der Japaner Kan? Jigor? entwickelte diese Sportart zu beginn des 20. Jahrhunderts aus mehreren unterschiedlichen Jiu-Jitsu-Stilen. Diese hatte er von jung an fleißig und ausdauernd trainiert.
Judo-Sportler werden allgemein als "Judoka" bezeichnet.

Judo soll der Leibesertüchtigung sowie der Persönlichkeitsbildung dienen. Die Grundidee zielt darauf ab, sich gegenseitig zu verstehen und zu helfen, sodass beide Seiten ein Wohlergehen und Fortschritt erfahren können. Weiterhin sollen Körper und Geist die bestmögliche Symbiose eingehen. In den letzten Jahren prägen die Wettkampftechniken das Judo, dementsprechend werden überwiegend geeignete Techniken für Wettkämpfe trainiert.

Geschichte des Judo

Die Geschichte der Kampfkünste reicht weit in die Vergangenheit zurück. Bereits im 6. Jahrhundert wurden in Japan laut Überlieferungen Ringkämpfe ausgeführt. Bereits 717 ließ der Kaiser jährlich Ringer aus allen Provinzen an seinen Hof kommen, um die Wettkämpfe durchzuführen.

Ende des 12. Jahrhunderts begann der Aufschwung der Kriegerklasse. Dadurch erhielten die Kampfkünste einen unerhörten Aufschwung. Waffenlose Kampfkünste entwickelten sich erst in der Zeit vom 10. bis zum 14. Jahrhundert mehr und mehr.
Die Entstehung des Jiu Jitsu in Japan ist strittig. Man nimmt an, dass die Philosophie des Nachgebens aus China nach Japan gelangte.

Erst als 1882 Kan? Jigor? seine Schule eröffnete, wurde die von ihm Judo genannte Kampfkunst in Japan salonfähig. Ursprünglich bestand seine Technik aus Stoß-, Tritt- und Schlagtechniken sowie Boden- und Wurftechniken. Nachdem Kan? Jigor? mit seinen Judo-Schülern einen Wettkampfsieg über eine Jiu-Jitsu-Schule erringen konnte, verbreitete sich die Judo-Kampfkunst immer rascher in Japan. Recht bald wurde es bei der Armee und der Polizei eingeführt, im Jahr 1911 an den Mittelschulen sogar zum Pflichtfach.

In den Westen kam Judo 1906 mit einem Schiff der japanischen Kriegsmarine. Im Zuge des Freundschaftsbesuches beim Kaiser wurden diesem die Nahkampfkünste vorgeführt. Davon war der Kaiser so begeistert, dass er fortan seine Kadetten in dieser neuen Nahkampfkunst unterrichten ließ. Einer der bedeutendsten Schüler war Erich Rahn aus Berlin. Bereits im selben Jahr gründete Rahn die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule.

Nachdem die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg das Judo verboten hatten, wurden erst 1951 in Frankfurt die ersten Deutschen Meisterschaften nach Kriegsende durchgeführt. Die ersten Judo-Europameisterschaften fanden bereits 1934 in Dresden statt.
Judo-Weltmeisterschaften wurden erstmals 1956 in Tokyo durchgeführt. 1964 wurde in Tokyo wurde Judo dann olympische Disziplin. Erst 1970 fanden die ersten Deutschen Meisterschaften der Damen im Judo-Sport statt.

Bekleidung, Techniken und Merkmale zur Unterscheidung

Die traditionelle Bekleidung der Judoka besteht aus knöchellangen Hosen und halblangen Jacken, welche aus Baumwolle angefertigt sind. Die Jacke wird mit einem farbigen Gürtel geschnürt. Die Farbe der Gürtel gibt den Hinweis auf den Ausbildungsgrad des Judoka. Anfänger starten mit einem weißen Gürtel, durch eine Prüfung können sie den nächsthöheren Grad und eine andere Gürtelfarbe erreichen.
Es wird unterschieden zwischen Schüler- und Meistergraden. Die Gürtelfarben der Schüler beginnen im niedrigsten Grad mit Weiß und enden im höchsten Ausbildungsgrad mit Braun. Die Gürtelfarbe der Meister startet mit Schwarz und endet im 10. Dan mit Rot.

Im Wettkampf werden verschiedenen Techniken ausgeführt. Die vier Grundtypen sind die Wurftechnik, Bodentechnik, Falltechnik und Schlagtechnik, wobei die Letzte in Wettkämpfen nicht angewendet wird.
Die Bodentechniken unterscheiden sich zudem noch in Festhaltetechniken, Würgetechniken und Hebeltechniken.

Judo Gürtel

Schülergürtel

Grad 9. Kyū 8. Kyū 7. Kyū 6. Kyū 5. Kyū 4. Kyū 3. Kyū 2. Kyū 1. Kyū
Name Kukyū Hachikyū Nanakyū Rokkyū Gokyū Yonkyū Sankyū Nikyū Ikkyū
Farbe weiß weiß-gelb gelb gelb-orange orange orange-grün grün blau braun
Mindestalter / 7 Jahre
(vollendet)
8 Jahre
(Jahrgang)
9 Jahre
(Jahrgang)
10 Jahre
(Jahrgang)
11 Jahre
(Jahrgang)
12 Jahre
(Jahrgang)
13 Jahre
(Jahrgang)
14 Jahre
(Jahrgang)

Meistergürtel

Grad 1. Dan 2. Dan 3. Dan 4. Dan 5. Dan 6. Dan 7. Dan 8. Dan 9. Dan 10. Dan
Name Shodan Nidan Sandan Yondan Godan Rokudan Nanadan Hachidan Kudan Jūdan
Farbe schwarz schwarz schwarz schwarz schwarz rot-weiß rot-weiß rot-weiß rot rot
Mindestalter 18 Jahre*

Judotechnik (Waza)

Der Schwerpunkt des modernen Judosports liegt in der sportlichen Ertüchtigung und nicht unbedingt in der Selbstverteidigung. Kanō Jigorō sagte, dass Judo vor allem dazu dienen soll, durch das Training von Angriffs- und Verteidigungsformen Körper und Geist zu stärken. Die Judo-Techniken lassen sich grob in vier Grundtypen einteilen:
Nage Waza – WurftechnikenKatame/ Ne Waza – BodentechnikenUkemi Waza – FalltechnikAtemi Waza – Schlagtechniken (Nur in Kata)

Organisation im Judo

Dachverband des weltweiten Judo-Sports ist die International Judo Federation (IJF), für Europa ist die Europäische Judo Union (EJU) zuständig.

Der deutsche Dachverband ist der Deutsche Judo Bund (DJB). Mit rund 200.000 Mitgliedern stellt er den größten Kampfsportverband Deutschlands dar. Ihm unterstellt sind 18 Landesverbände. Dem DJB unterliegt die Organisation der deutschen und internationalen Meisterschaften. Zudem werden vom DJB die Kampfzeiten sowie die Gewichtsklassen für die Wettkämpfe festgelegt.

Die regionalen Meisterschaften werden von den Landesverbänden organisiert. Zudem obliegt den Landesverbänden das Stellen der Kampfrichter- sowie der Gürtelprüfungsordnungen. Die Judo-Bundesliga ist ebenfalls direkt vom DJB organisiert. in der 1. und 2. Judo-Bundesliga sind insgesamt 64 Vereine mit Herren- und Damenmannschaften gelistet. Die erfolgreichen Meister der einzelnen Bundesländer können in die darunterliegende Regionalliga aufsteigen. Im Europapokal der Landesmeister wird Deutschland durch den Deutschen Judo-Meister vertreten.

Der TSV Abensberg hatte als erfolgreichster Verein der deutschen Judogeschichte bereits 19 Mal den Deutschen Meister zum Europapokal der Landesmeister stellen können, wobei 5 Mal der Europapokal gewonnen wurde.

Judo-Verbände

  • Deutscher Judo-Bund (DJB)
  • Deutsches Dan-Kollegium (DDK)
  • Europäische Judo-Union (EJU)
  • IBF Deutschland
  • International Judo Federation (IJF)
  • Österreichischer Judo-Verband (ÖJV)
  • Schweizerischer Judo- und Ju-Jitsu Verband

Internationale Erfolge deutscher Sportler im Judo

Bereits vor der Wende waren deutsche Judoka auf internationaler Bühne erfolgreich. 1979 wurde Detlef Ultsch Weltmeister unter der DDR-Fahne, ein Jahr später Dietmar Lorenz Olympiasieger unter diesen Farben. 1982 wurde die BRD-Sportlerin Barbara Claßen Weltmeisterin. Es folgten weitere Titel:

  • - Weltmeister 1983 Detlef Ultsch und Andreas Preschel, DDR
  • - Olympiasieger 1984 Frank Wieneke, BRD
  • - Weltmeisterin 1987 Alexandra Schreiber, BRD

Nach der Wiedervereinigung schlossen sich die ehemaligen DDR-Vereine dem DJB an und die Sportler kämpften nur noch unter einer Flagge.

  • Weltmeisterin 1991 Frauke Eickhoff
  • Weltmeister 1991 Daniel Lascau und Udo Quellmatz
  • Weltmeisterin 1993 Johanna Hagn
  • Weltmeister 1995 Udo Quellmatz
  • Olympiasieger 1996 Udo Quellmatz
  • Weltmeister 2003 Florian Wanner
  • Olympiasiegerin 2004 Yvonne Bönisch
  • Olympiasieger 2008 Ole Bischof.

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