Fiat

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Alle Fahr- und Testberichte der Automarke Fiat auf einen Blick bei Motorvision. Alles was Sie schon immer über Fiat wissen wollten. News, Bilder & Videos.

Fiat schon früh für die Masse

Die Fabbrica Italiana Automobili Torino (Fiat) wird am 11. Juli 1899 von acht Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Unter ihnen befindet sich auch Giovanni Agnelli senior, der Großvater von Gianni Agnelli, der 1902 zum Geschäftsführer wird. Fiats erstes Modell ist der 3 ½ HP, von dem bis 1900 etwa 20 Exemplare entstehen. Bereits 1903 beginnen die Italiener, ihre Produkte nach Frankreich, England und sogar in die USA zu exportieren. Die Jahresproduktion beträgt nun 134 Autos. Im Jahr 1912 startet Fiat mit dem Modell Zero die Großserienproduktion. Mehr als 2.000 Exemplare werden in zwei verschiedenen Karosserieformen hergestellt. 1916 beginnt der Bau des historischen Lignotto-Werks. Die fünfstöckige Fabrik ist die größte in Europa, hat eine Teststrecke auf dem Dach und wird schnell zum Wahrzeichen der italienischen Autoindustrie. Nach dem 1. Weltkrieg bringt Fiat das Modell 501 und mit ihm die Rationalisierung der Produktion durch strikte Normierung der dafür verwendeten Teile. Sowohl Produktion als auch Lagerhaltung werden dadurch stark vereinfacht. Bis Ende 1926 wird der auch im Export und Motorsport erfolgreiche 501 insgesamt 45.000 mal gebaut. Ab 1925 geht Fiat einen weiteren entscheidenden Schritt hin zur Massenmobilisierung, indem man beim neuen 509 erstmals den Kreditverkauf einführt. Neben der Steigerung der Produktionszahlen ist man in Turin auch an Erfolgen im Rennsport interessiert und kann im Laufe der Jahre einige GP-Titel erringen, ehe man sich nach dem Gewinn des GP von Monza 1927 aus dem Automobilsport zurückzieht, um sich noch mehr auf die Produktion von Massenfahrzeugen zu konzentrieren. 1932 erreicht Fiat eine Rekordproduktion von über 22.000 Einheiten, knapp 6.600 davon gehen in den Export.

Der große Wirtschaftsaufschwung

1936 kommt der revolutionäre Kleinwagen Fiat 500, besser bekannt als Topolino, auf den Markt, der bis 1955 etwa 510.000 mal gebaut wird. Das neue Werk von Mirafiori in Turin wird 1939 eingeweiht, 22.000 Arbeiter sind dort tätig. 1945 stirbt Firmengründer Giovanni Agnelli. Die 1950er Jahre sind geprägt von den Erfolgen des Seicento und des Nuova Cinquecento, der von 1957 bis 1975 mehr als 3,5 Millionen mal produziert wird. Die 1960er Jahre entwickeln sich dann endgültig zu den Jubeljahren des Fiat-Konzerns. 1964 erscheint der Fiat 850, der als Limousine, Coupé und als Spider zu einem großen Verkaufserfolg wird. 1966 übernimmt Gianni Agnelli das Ruder und macht Fiat in seiner Ägide zu einem der größten Automobilhersteller Europas und dem wichtigsten Industrieunternehmen Italiens. Im gleichen Jahr erwirbt man eine Beteiligung an Ferrari, die sich am Dino Coupé und Spider zeigt, welche zu Ehren des 100. Geburtstages von Firmengründer Giovanni Agnelli vorgestellt werden. 1969 kaufen die Turiner Lancia und stocken bei Ferrari auf 50 Prozent auf. Mit den Modellen 124, 128 und 127 gewinnt Fiat 1967, 1970 und 1972 die Wahl zum ?Auto des Jahres? und erzielt trotz sich abzeichnender Qualitätsprobleme große Verkaufserfolge. Der 124 steht exemplarisch für eine ganze Reihe von Fiats, die neben der Produktion in Italien auch in Lizenz, zum Beispiel in der Türkei, in Osteuropa oder in Spanien gefertigt werden und sogar in Brasilien und Argentinien baut man Produktionen auf. Zu Beginn der 1970er Jahre verkauft man sowohl weltweit als auch in Europa mehr Automobile als VW und ist damit der größte Autokonzern in Europa.

Tief in der Krise

Etwa ab der Mitte der 70er Jahre wird die Konkurrenz gerade auf dem europäischen Markt allerdings immer härter und Fiat kann mit den Modellen 132, 131 Mirafiori und Ritmo nicht an die Erfolge ihrer Vorgänger 125, 124 und 128 anknüpfen. Der 1983 vorgestellte Kleinwagen Uno läuft diesem Trend entgegen und ist jahrelang das meistverkaufte Auto Europas. Dennoch kann auch er nicht verhindern, dass Fiat Mitte der 80er durch eine insgesamt verfehlte Modellpolitik und wachsende Qualitätsmängel in eine tiefe Krise stürzt. Noch dazu hat man mit dem 1986 erfolgten Kauf von Alfa Romeo einen weiteren schwächelnden Patienten am Bein. Und so hangelt sich der Konzern trotz einiger Erfolgsmodelle wie Panda, Tipo, Cinquecento oder Punto mehr schlecht als recht durch die 90er und frühen 2000er Jahre, gerade weil diverse andere Baureihen wie Croma, Bravo/ Brava oder Marea die Erwartungen nicht wirklich erfüllen können oder wie das tolle Fiat Coupé aufgrund von Schwächen in der Vermarktung nicht erfüllen dürfen. Auch neuere Modelle wie der skurrile Multipla, der Stilo, der Palio oder der Ulysse können nie an den Massenerfolg früherer Modellreihen anschließen.

Ungewisse Zukunftsaussichten für Fiat

Nach der Auflösung der 2000 geschlossenen Allianz mit General Motors im Jahr 2005 werden mehrere produktspezifische Kooperationen eingegangen ? unter anderem mit dem französischen PSA-Konzern, Ford und Tata Motors. Der ebenfalls 2005 eingeführte Grande Punto verkauft sich prächtig und spätestens mit dem 2007 im Retro-Design eingeführten Fiat 500, der jegliche Verkaufserwartungen bei weitem übertrifft, scheint der ?Turnaround? geschafft. 2009 steigt Fiat beim amerikanischen Autobauer Chrysler ein, mit dem strategischen Gedanken künftig gemeinsame Plattformen zu entwickeln und zu nutzen. Im Herbst 2010 beschließen die Italiener, Chrysler und Lancia zusammenzulegen um ein gemeinsames Portfolio zu entwickeln. Die ersten Früchte trägt die italienisch-amerikanische Zusammenarbeit mit dem Ende 2011 vorgestellten Fiat Freemont, einem umgelabelten Dodge Journey. Dass der Weg, den Fiat mit der Amerikanisierung seiner Modellpalette geht, der richtige ist, wird allerdings von diversen Fachleuten stark in Frage gestellt.

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