Dienstag, 20.09.11 Wagner, Stefan

Schirmer BMW M3 V8 GT : Schirmer Race Engineering BMW M3 V8 GT

Schirmer BMW M3 V8 GT

Schirmer Race Engineering zeigt mit seinem BMW M3 V8 GT, dass es keine wilden Leistungsorgien braucht, um auf der Rennstrecke richtig schnell zu sein. Mit einem aufwändig konstruierten Fahrwerk und strenger Diät hat der Schirmer M3 nun eine Fabelzeit in den Hockenheimer Asphalt gebrannt.

Der Wohlstandsspeck muss weg

Der aktuelle M3 ist seit seinem Erscheinen im Jahr 2007 wie selbstverständlich wieder dazu angetan, seine zahlreichen Fans in wahre Begeisterungsstürme zu versetzen. Die Hardcore-Fraktion aber stört am erstmals mit V8 ausgestatteten M3 der vierten Generation ein in dieser Fahrzeugklasse recht entscheidender Faktor: Mit mittlerweile über 1.600 Kilogramm Gewicht ist er ihnen schlicht und einfach zu fett. Das beeinträchtigt die Fahrdynamik und macht langsam auf der Rennbahn. Das Team von Schirmer Race Engineering sieht das offenbar ähnlich und hat nun einen M-Boliden auf die Beine gestellt, der in punkto Gewicht und Fahrwerkstechnik allen BMW- und Racing-Puristen die Tränen der Freude in die Augen treiben dürfte.

Was man eben braucht

Unter anderem durch die Reduzierung aufs Wesentliche im Innenraum (sprich: zwei Recaros, ein Überrollbügel und sonst nicht viel), eine Sportauspuffanlage aus Titan und dreiteilige BBS-Rennsport-Felgen in 18 Zoll speckt der Schirmer M3 V8 GT - so die offizielle Bezeichnung - um gute 150 auf respektable 1.460 Kilo ab. Mindestens ebenso wichtig wie ein durchtrainierter Body ist auf der Strecke aber das passende Fahrwerk und hier tobt sich das auch in der VLN startende Team Schirmer so richtig aus. Die Rheinland-Pfälzer installieren ein selbst entwickeltes, dreifach verstellbares Rennsportfahrwerk mit geänderter Achskinematik und ändern die Achsübersetzung an der mit einer Rennsperre versehenen Hinterachse. Dazu gibt es eine AP-Racing-Bremse mit 6-Kolben-Sätteln und 378er Scheiben vorne sowie 4-Kolben-Sätteln und 356er Scheiben hinten. Geradezu klebrigen Kontakt zum Asphalt halten 265/35er respektive 295/30er Cupreifen auf bereits erwähnten BBS-Rundlingen in 10 und 11x18 Zoll. Die Änderungen an der Karosserie beschränken sich auf eine GT4-Frontlippe und einen zugegeben recht ausladenden GT4-Heckspoiler.

Die Wahrheit liegt auf der Strecke

Aber die Wahrheit liegt natürlich nicht im sturen Einbau von Komponenten, sondern auf der Strecke und was immer die Schirmer-Jungs an ihrem M-Renner gedreht haben, es scheint geradezu prächtig zu funktionieren. Der Beweis: Unser Motorvision.de-Coach Markus Gedlich hämmerte mit dem V8 GT eine 1:09.60 in den Hockenheimer Teer und war damit fast fünf Sekunden schneller als die Serienversion.Oder anschaulicher: schneller als ein Lamborghini Gallardo Superleggera (1:10.90) und der Audi R8 GT (1:10.00). Das alles passierte im Übrigen mit einem im Serienzustand belassenen Motor. Laut Prüfstand weist der 4-Liter-V8 des Schirmer-Boliden 411 PS und 385 Nm Drehmoment auf (womit er sogar unterhalb der Werksangabe von 420 PS bzw. 400 Nm liegt). Lediglich die Vmax-Beschränkung hebt der Tuner aus den Angeln. Wir halten fest: Für schnelle Rundenzeiten kann man sein Geld besser investieren als in möglichst viel Leistung. Es lohnt sich durchaus, das Pferd auch mal von der anderen Seite aufzuzäumen.

  • Stefan Wagner

    Steff ist seit 2009 bei Motorvision, er ist für den Bereich Redaktion Online/ Print zuständig. Nach seinem BWL-Studium an der Universität Regensburg wusste der unheilbar Autoverrückte sofort: "Lasst mich mit Zahlen in Ruhe, ich will über edles Blech berichten." Wenn Steff nicht gerade über Autos schreibt, dann sitzt er meistens in einem drin und versucht es möglichst schnell über Pisten oder leere Landstraßen zu jagen. Ansonsten regt er sich viel und gerne über Politik oder seinen Lieblingsverein, die Münchner Löwen, auf.

Mehr zum Thema auf www.motorload.de

Inhaltsverzeichnis
  1. Der Wohlstandsspeck muss weg
  2. Was man eben braucht
  3. Die Wahrheit liegt auf der Strecke
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