Montag, 15.03.10 Schwarz, Robert, mid/kosi

Nissan Studie Pivo 2 Hersteller Studien Japanischer Teil : Die Studien japanischer Hersteller - Teil 2

Nissan, Honda, Subaru und Suzuki glänzen in Tokio mit interessanten Konzeptstudien. Motorvision stellt die heißesten Neuheiten vor.

Sportlich und bereits serienreif geht es dagegen am Stand von Nissan zu. Dort wird der Sportwagen "GT-R" präsentiert, mit dem einem Porsche Turbo ernsthaft Paroli geboten werden soll. Mit dem wahrscheinlichen Preis von knapp 50.000 Euro dürfte das auch gelingen, der Verkauf in Japan ist schon für Dezember 2007 geplant. Die anderen Länder sollen später beliefert werden. Für den Antrieb soll ein 3,8-Liter-Biturbo-V6 mit 404 kW/550 PS Leistung sorgen.

Doch auch am Nissan-Stand finden sich Studien: Leidenschaftlicher Fahrspaß und emotionales Design steht in Form der Cabrio-Studie "Round Box" parat. Für den Antrieb sorgt ein Benzinmotor mit Direkteinspritzung und Turboaufladung, die Kraftübertragung erfolgt über das stufenlose Xtronic CVT-Getriebe. Für die Sicherheit an Bord soll das so genannte Nissan Safety Shield-Konzept sorgen, zu dem unter anderem eine Rundum-Videoüberwachung und ein Abstands-Kontrollsystem gehören. Die Studie "Intima" zieht das Interesse der Messebesucher durch das außergewöhnliche Design kombiniert mit extravaganten Materialien auf sich. Die Frontsitze können um bis zu 80 Grad nach außen schwingen, um den Einstieg zu erleichtern.

Nissan Pivo 2 - Das Gute-Laune-Auto

Ein kommunizierender Roboter-Assistent soll in der dreisitzigen Elektroauto-Studie "Pivo 2" den Menschen hinter dem Steuer bei Laune halten. Der "Kopf" des elektronischen Mitfahrers lugt aus dem Armaturenbrett hervor und verfügt über zwei Sensoraugen mit einem Gesichtserkennungssystem. Dieses ermöglicht es dem Roboter, die Gemütsverfassung des Menschen hinter dem Steuer zu registrieren und ihn bei Bedarf aufzuheitern oder zu beruhigen. Die futuristische Studie mit ihrer kugelförmigen Karosserie, von der die vier Antriebsräder wie Schildkrötenfüße abstehen, ist der Nachfolger des bereits 2005 in Tokio gezeigten "Pivo". Mit seiner um 180 Grad drehbaren Fahrerkabine kommt der "Pivo 2" ohne Rückwärtsgang aus. Lenkung und Bremsen arbeiten rein elektrisch und ohne mechanische Verbindung zu den Achsen, so dass die Kabine frei beweglich ist.Darüber hinaus zeigt Nissan mit der Studie eines leichten Nutzfahrzeuges die Möglichkeit mobilen Nutzwertes auf. Die Besonderheit des NV200: Er kann in ein mobiles Büro verwandelt werden. Beim Parken fährt aus dem Laderaum ein innovativer Transportblock mit Schubladen und Fächern aus. Auf der leeren Ladefläche ist anschließend genug Platz zum Arbeiten. Der Vordersitz kann auf Schienen herumgeschwenkt werden und wird so zum Sitzplatz für einen Computertisch, der aus der Seite des Fahrzeugs ausgeklappt werden kann.Im Bereich der Triebwerke stellt Nissan unter anderem neue und umweltfreundliche Dieselmotoren für den japanischen und den US-amerikanischen Markt vor. Ab Herbst 2008 soll in Japan ein X-Trail mit einem "sauberen" Dieselmotor angeboten werden. In den USA wird im Jahr 2010 der Maxima "Clean Diesel" auf den Markt rollen.

Subaru setzt auf Hybrid

Der Hersteller Subaru fällt in erste Linie mit dem Konzeptfahrzeug "G4e EV concept" auf. Das Plug-in-Hybridfahrzeug soll mit einer übers Stromnetz aufladbaren leichtgewichtigen Lithium-Ionen-Batterie 200 Kilometer weit fahren können. Optisch zeichnet sich der Kleinwagen durch eine komprimierte Keilform und kurze Überhänge aus. Zu sehen ist auch das erste limitierte Sondermodell der "selection"-Reihe. Der "Legacy Outback Urban selection" wird im Lauf des Jahres 2008 in Japan nur in rot mit silberfarbenen Außenspiegeln und Dachreling sowie Alcantara-Ledersitzen erhältlich sein.Gleich vier neue Studien stellt Suzuki vor. Das "Concept Kizashi 2" gibt einen Ausblick auf die für 2010 geplante Mittelklasselimousine des japanischen Herstellers. Wie die bereits auf der IAA 2007 gezeigte Studie "Kizashi" setzt der seriennähere zweite Entwurf auf aggressive Kühlergestaltung und dynamisch fließende Formen. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einem 3,6-Liter-V6-Ottomotor, dem laut Hersteller bislang leistungsstärksten Motor in einem Fahrzeug der Marke. Drei Autos in einem bietet die Studie "Sustainable Mobility", ein Mini-Van mit zwei Ein-Personen-Elektrofahrzeugen an Bord. Während der Fahrt dienen sie mit ihren Motoren als Antrieb; wird der Mini-Van geparkt, können sie abgekoppelt und zur umweltfreundlichen Bummel-Fahrt auf Bürgersteigen genutzt werden. Bei der ebenfalls gezeigten Studie "X-Head" handelt es sich um einen Mini-Geländewagen, dessen Ladefläche unter anderem als Schlafplatz genutzt werden kann. Die Studie "Palette" zeigt einen seriennahen Mini-Van für den japanischen Markt mit einer 3,40 Metern langen, kastenförmigen Karosserie und Platz für vier Personen.

Honda blickt in die Zukunft

Zukunfts-Technik und -Design bietet auch Honda in der japanischen Hauptstadt den Besuchern der Messe. Sportlichkeit und Umweltfreundlichkeit kombinieren soll das kompakte Sportwagen-Konzept "CR-Z". Der dynamisch-keilförmige Zweitürer mit dem weit nach unten gezogenen Kühlergrill wird von einer nicht näher benannten Kombination von Elektro- und Ottomotor angetrieben und gibt so einen Ausblick auf einen möglichen Hybrid-Sportwagen der Japaner.Auf die Brennstoffzelle als Energielieferant für den Elektromotor verlässt sich die Studie "Puyo". Die Karosserie des Zweisitzers vereint von der Form her den scheinbaren Gegensatz eines abgerundeten Rechtecks und ist statt aus Metall aus weichem, nachgiebigen Kunststoff gestaltet. Sie soll sich angenehm lebendig anfassen und zudem sicher sein, da das Material bei einem Unfall viel Aufprallenergie absorbieren kann. Auch im Cockpit herrschen elastische Materialien vor. Außerdem präsentiert Honda auf seiner Heimat-Messe unter anderen die neuen Modelle Inspire, Step Wagon und Step Wagon Spada für den japanischen Markt, eine Sportversion des Roadsters Honda S2000 sowie den modellgepflegten Civic Hybrid.Neben dem opulenten Angebot der japanischen und den respektablen Ständen der deutschen Hersteller finden sich aber auch andere Produzenten, die zeigen, was sie können. In den meisten Fällen wie etwa bei Peugeot, Jaguar oder Volvo beschränkt sich das zwar auf die Exponate, die bereits auf der IAA zu sehen waren, für Japan aber durchaus Neuheiten sind. Interessant ist allerdings das Verhalten der koreanischen Hersteller: Während Kia, SsangYong und Chevrolet (einst Daewoo) der Messe fern bleiben, präsentiert Hyundai neben den aktuellen Modellen die Designstudie "HED-4 Qarmaq". Die feierte zwar schon auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon Weltpremiere, soll aber auch in Japan Beachtung finden.