Dienstag, 30.09.14 Schwarz, Robert

Neue Mobilitätskonzepte : E-Klasse mit drei Rädern

Neue Mobilitätskonzepte: E-Klasse mit drei Rädern.

Weltweit wird nach dem Mobilitätskonzept der Zukunft gesuch.

Fest steht bislang, dass am elektrischen Antrieb kein Weg vorbeiführt. Während es beim PKW eher zögerlich vorangeht, tut sich bei Kleingefährten viel. Das neueste Konzept präsentieren die Niederländer auf der Intermot Köln.

Sie kommen mit flinken Rollern auf drei Rädern daher: ihr „Trikke" (sprich Treik) für eine Person wird im Stehen gefahren und ist bis zu 25 km/h schnell. Eine völlig neue Kategorie, die zwischen den Pedelec-Fahrrädern und E-Scootern angesiedelt ist. Doch im Gegensatz zu diesen ist ein sicheres Fahren noch bei geringster Geschwindigkeit möglich. Auch muss der Fahrer beim Zwischenstopp nicht Absteigen. Und weil ein Trikke nur 20 kg wiegt und faltbar ist, kann es überall hin mitgenommen werden.

„Gefährte dieser Art schaffen eine ganz neue Mobilität in der Stadt", sagt Joris de Luij vom Hersteller Trikke Europe aus Den Haag. Morgens direkt aus der Wohnung schnell zur Arbeit, gefaltet im Fahrstuhl mit ins Büro und abends voll aufgeladen wieder zurück. Und bei Bedarf mit im Auto oder der Bahn auf die Fernstrecke. „Diese Flexibilität bietet kein anderes der heute diskutieren oder gar schon realisierten Konzepte". Konkurrenz zu den E-Bikes und anderen Gefährten sieht de Luij nicht: „Jedes System hat seinen Einsatzbereich".

Auf teure Technik wird beim Trikke zugunsten von Bedienung, Tragbarkeit und Langlebigkeit verzichtet. Zwar seien die selbst balancierenden Systeme mit zwei Rädern auf einer Achse, die es in dem Marktsegment bereits gibt, zunächst beeindruckend. Mit dem Trikke habe man jedoch den Massenmarkt im Blick. „Dafür muss auch der Preis im Rahmen bleiben".

Mit vollem Akku soll man bei durchschnittlichem Gewicht bis zu 40 km weit fahren können. Der austauschbare Akku mit 11,25 Ah Kapazität treibt einen Motor mit 350 Watt an. In etwa vier Stunden ist der elektrische Tank an jeder Haushaltssteckdose aufgefüllt. „Schon bei Strecken von wenigen Kilometern wird heute das Auto genommen", sagt de Luij. „Würden viele der täglichen Berufspendler auf die kleinen E-Gefährte umsteigen, hätten wir bei Verkehrsdichte, Schadstoffemission und Lärmbelastung enorme Effekte". Alle bislang probierten Ansätze wären bei Weitem übertroffen.

Die Technik hat der Hersteller lang erprobt: ein fast baugleiches System ohne Motor, das allein durch den Hüftschwung wie beim Skilaufen zu bewegen ist, wird als Sportgerät seit 2001 weltweit verkauft. Hochwertige Komponenten machen die robuste Konstruktion aus T6-Aluminium widerstandsfähig gegenüber harter mechanischer Belastung.

  • Robert Schwarz

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