Mittwoch, 03.07.13 Maier, Florian, Marcel Sommer

Mazda 3 2013 im Test | Fahrbericht Mazda 3 Skyactiv-G120 : Mazda 3 2013 im Test: Fahrbericht Mazda 3 Skyactiv-G120

Mazda 3 2013 im Test: Fahrbericht Mazda 3 Skyactiv-G120

Der neue Mazda 3 soll den Spagat zwischen dynamischer Außenhaut und hoher Alltagstauglichkeit mit Bravour meistern. Ob das so stimmt, klären wir im Test - auf einer Probefahrt mit dem Mazda 3 Skyactiv G-120.

Mazda 3 2013 im Test - a Star is born?

Es ist eigentlich ganz leicht, das Heck des neuen Mazda 3 von außen zu beschreiben: es sieht aus wie das einer geschrumpften Ausgabe eines Infiniti FX – was keineswegs schlecht ist. Die beiden Auspuffrohre links und rechts unterhalb des wohlgeformten Schräghecks wecken sportliche Hoffnungen. Insgesamt ist das Design des neuen japanischen Golf-Jägers schlichtweg als gelungen zu bezeichnen. Sehr angenehm ist auch die Tatsache, dass der Mazda 3 im Innenraum schon auf den ersten Blick halten kann, was er von außen verspricht: hier ein wenig Chrom, da ein Hauch von Karbon - und vor allem: ganz viel Platz. Dass die Rückbank im Mazda 3 aus Komfort-Gründen nicht immer mit drei Erwachsenen belegt sein sollte, dürfte klar sein – auch wenn sie könnte. Selbst 1,95 Meter große Insassen stoßen weder am etwas billig wirkenden Dachhimmel, noch am Sitz des Vordermanns an. Die Vorteile des mit 2,70 Meter längsten Radstands im C-Segment sind im Test ebenfalls auf den ersten Metern erfahrbar. Spätestens bei der ersten Modellpflege des neuen Mazda 3 sollten die beiden Vordersitze allerdings mit etwas mehr Seitenhalt daher kommen.

Der neue Mazda 3 - Gewichtskur und mehr Laderaum

Neben fünf Insassen bietet der 4,47 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,45 Meter hohe Mazda 3 unter seiner Heckklappe Platz für satte 350 Liter Gepäck. Im Vergleich zum ebenso langen aber um vier Zentimeter schmaleren und 2,5 Zentimeter höheren Vorgänger bedeutet das einen Zuwachs von zehn Litern. Wird die Rückbank im Mazda 3 komplett umgelegt, passen 1.250 Liter auf die ebene Grundfläche. Der Benzintank hingegen hat um vier Liter eingebüßt und fasst nun 51 Liter Treibstoff. Ein ganz besonderes Augenmerk wird bei Nachfolge-Generationen aktuell bekanntlich auf das Leergewicht gelegt. Das ist auch beim neuen Mazda 3 der dritten Generation nicht anders. Mit 1.280 Kilogramm wiegt der Mazda 3 Skyactiv-G 120 ganze 61 Kilogramm weniger als sein vergleichbarer Vorgänger. Gleich geblieben ist dagegen die mögliche Anhängelast von 1,6 Tonnen.

Mazda 3 Skyactiv - sportlich gemeint

Der größte Unterschied im Vergleich zum Vorgänger findet sich aber unter der langgezogenen Motorhaube des neuen Mazda 3: hier arbeitet der neue 2,0 Liter große Vierzylinder-Benzinmotor mit Skyactiv-Technologie. Der Motor sorgt im Test mit einer Leistung von 120 PS und einem maximalen Drehmoment von 210 Newtonmeter für eine angenehm ruhige und auch lineare Beschleunigung. Lediglich auf nasser oder vereister Fahrbahn sind durchdrehende Vorderräder zu erwarten. Für alle anderen Szenarien fehlt dem Mazda 3 Skyactiv-G 120 dann doch die Kraft. Und für die beiden ersten äußeren Umstände steht dem Fahrer eine Traktionskontrolle zur Verfügung. Auf langen und freien Autobahnstücken erreicht der Mazda 3 maximal 195 Kilometer pro Stunde - wobei er sich für die letzten zehn Kilometer pro Stunde ordentlich Zeit nimmt. Die digitale 100 leuchtet im Mazda 3 - im Optimalfall - nach 8,9 Sekunden auf. Etwas unverständlich ist die Verwendung eines großen Drehzahlmessers in der Mitte des Cockpits, während der digitalen km/h-Anzeige gleichzeitig nur ein Mini-Abschnitt im rechten unteren Eck zu Teil wird. Hier haben es die Designer des Mazda 3 in punkto Dynamik und Sportlichkeit etwas zu gut gemeint. Wie ein Zielerfassungs-Werkzeug eines Raumschiffs mutet das - in ähnlicher Bauweise von Citroen bekannte - Head-Up-Display in Form einer hochgeklappten, durchsichtigen Plastikscheibe an.

Mazda 3 2013 - so fährt er im Test

Richtig Spaß macht der Mazda 3 im Test mit manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe: die Schaltwege sind kurz, der richtige Gang schnell gefunden und die Abstufung angemessen. Hier wird deutlich die Nähe zum Spaß-Roadster Mazda MX-5 spürbar. Schade nur, dass der in der mittleren Ausstattungsvariante für 20.290 Euro erhältliche Mazda 3 Skyactiv-G 120 nicht auch die Lenkung von diesem übernommen hat. Denn die Zahnstangenlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger elektrischer Servounterstützung fühlt sich bei minimalen Richtungsänderung einfach zu synthetisch und das Lenkrad selbst etwas zu dünn an. Auch dürfte hier ruhig noch etwas mehr Leder Verwendung finden. Nahezu perfekt für die Großstadt abgestimmt ist die Federung des 5,1 Liter auf 100 Kilometern verbrauchenden Mazda 3: Straßeneinbauten und Kopfsteinpflaster waren im Test kaum wahrnehmbar. Gleiches gilt für das schnellste Start-Stopp-System auf dem Automarkt: das System im Mazda 3 2013 würgt bereits beim langsamen Heranrollen an die nächste Ampel den Motor kaum spürbar ab und startet ihn bei Bedarf blitzschnell. Während dieser Motor-Pause können Nebenverbraucher wie Klimaanlage und Radio bis zu eine Minute lang weiterarbeiten, ohne dass der Motor gestartet wird. Dafür sind im Mazda 3 die sogenannten Super-Caps verantwortlich: in den knapp fünf Kilogramm schweren Kondensatoren wird die Bremsenergie gespeichert und zur Entlastung des Motors wieder freigegeben.

Mazda 3 - ab Oktober 2013 im Showroom

Serienmäßig verfügt der, ab dem 17. Oktober 2013 in Deutschland erhältliche, neue Mazda 3 über einen sieben Zoll großen Touch-Screen auf der Mittelkonsole. Dabei sind die Ähnlichkeiten mit dem Bildschirm-Design einer Mercedes-Benz B-Klasse bestimmt nur zufälliger Natur. Die Möglichkeit, dass in naher Zukunft ein japanisches Erdbeerkörbchen, sprich eine Cabrio-Version des neuen Mazda 3, über die Straßen flitzt, sieht Mazdas Europachef Jeffrey Guyton ebenso wenig wie eine baldige Kombi-Version: "Ein Mazda 3-Cabrio ist nicht geplant, aber natürlich auch nicht ausgeschlossen. Allerdings gibt es überhaupt keine Nachfrage zu dieser Modellvariante. Ähnlich sieht es mit einem Kombi aus. Abgesehen von Deutschland, Österreich und der Schweiz interessiert sich niemand für einen Kombi." Eine Limousinen-Variante des Mazda 3 wird hingegen von Anfang an in den Autohäusern zu sehen und natürlich auch zu kaufen sein.