Dienstag, 11.06.13 Wagner, Stefan

Hochwasser 2013 - was zahlt die Versicherung? : Hochwasser und die Versicherung - wer bezahlt was?

Hochwasser Versicherung

Sei es das Haus, das Auto oder persönliche Gegenstände - nach dem Hochwasser stellt sich für viele Menschen die Frage nach dem Versicherungsschutz. Motorvision.de verrät, welche Versicherung was bezahlt und was dafür zu tun ist.

Hochwasserschäden am Auto: Teilkasko übernimmt

Wurde das eigene Auto vom Hochwasser erfasst, deckt in der Regel die Teilkaskoversicherung den Totalschaden. Lediglich die vereinbarte Selbstbeteiligung sowie der Abtransport des Wracks (bei fehlendem Schutzbrief) muss der Fahrzeugbesitzer aus eigener Tasche zahlen. Die Kfz-Teilkasko erstattet den Wiederbeschaffungswert des Wagens abzüglich des potentiellen Restwerts.

Schaden durch Hochwasser an Dach und Fassade: Wohngebäudeversicherung

Hausbesitzer sollten Hochwasserschäden am Gebäude der Wohngebäudeversicherung melden. Jene reguliert üblicherweise Schäden an Fassade und Dach - inklusive Fenstern und Türen. Wichtig: Die Wohngebäudeversicherung muss den Schutz vor sogenannten Elementarschäden einschließen. Bei zahlreichen Versicherern lässt sich der Elementarschutz nur per Zusatzvereinbarung in den Vertrag aufnehmen. Zusätzlich versicherbar sind z. B. Schäden bei Überschwemmungen, Überspannungsschäden nach Blitzeinschlag oder Gewässerschäden. Jedoch ist regelmäßig eine Selbstbeteiligung in Höhe von zehn Prozent vorgesehen. Wer eine solche Elementarschadenversicherung abschließen will, sollte darauf achten, dass auch sogenannte "Rückstau-Schäden" explizit laut Versicherungsvertrag abgedeckt sind. Andernfalls gehen Betroffene leer aus, wenn die Kanalisation durch starke Regenfälle überlastet ist und der Keller vollläuft. Viele Versicherer verlangen dann den Einbau einer Rückstauklappe.

Möbel und Inventar: Hausratsversicherung

Schäden durch Hochwasseer an Möbeln oder anderem Hausrat innerhalb geschlossener Räume übernimmt die Hausratversicherung. Wie bei der Wohngebäudepolice müssen jedoch Elementargefahren wie Starkregen oder Hochwasser Bestandteil des Vertrags sein. Standardmäßig schließt der Leistungsumfang unter anderem die Kostenübernahme bei Sturm- und Hagelschäden, Feuer, Explosionsschäden sowie Leitungswasserschäden ein.

Probleme in Hochwassergebieten

In einem versicherungstechnischen Dilemma befinden sich die Einwohner im Bereich eines Hochwassergebietes. Meistens werden entsprechende Versicherungsverträge vom Versicherer ganz abgelehnt oder mit so hohen Selbstbeteiligungen versehen, dass die Hochwasseropfer in erheblichem Umfang auf ihren Schäden sitzen bleiben. Gleiches kann für denjenigen gelten, der eine neue Versicherungspolice abschließen will, aber in den letzten Jahren bereits Vorschäden wegen eines überschwemmten Kellers oder Ähnlichem geltend gemacht hat. Er kann ebenfalls Schwierigkeiten bei einem Neuabschluss einer Versicherung haben. Im Vorteil sind Bewohner der neuen Bundesländer, wenn sie noch eine in der DDR abgeschlossene Gebäude- oder Hausratversicherung haben. Denn hier sind Überschwemmungsschäden ausdrücklich mitversichert.

Hochwasser: Versicherung zahlt bei Reiseabbruch

Hochwasser gefährden Haus und Eigentum. Wenn Schäden auftreten, verzichten viele Menschen auf den eigentlich gebuchten Urlaub. Doch eine kostenfreie Stornierung aufgrund höherer Gewalt ist nicht möglich. Die Urlauber müssen die Stornokosten bezahlen.

Ausnahmen gelten nur für die Urlauber, die eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen haben. Denn hier sind oft Eigentumsschäden infolge von Elementarereignissen mit eingeschlossen. Erfährt ein Urlauber von einer drohenden oder bereits geschehen Katastrophe, kommt die Versicherung der Verbraucherzentrale zufolge für den Urlaubsabbruch auf. Dies gilt auch bei Eigentumsschäden von mitversicherten Angehörigen.

Hochwasserschaden unverzüglich melden

In jedem Fall sollten durch Hochwasser Geschädigte die Schäden unverzüglich ihrer Versicherung melden. Der Versicherer muss nämlich die Gelegenheit haben, die Ursachen, den Verlauf sowie das Ausmaß des Schadens selbst zu begutachten Sachverständige einzuschalten und Zeugen zu befragen. Das wird ihm verwehrt, wenn die Schäden schon länger zurückliegen oder bereits vor der Anzeige beseitigt wurden. Kommt der Versicherte seiner Anzeigepflicht nicht rechtzeitig nach, muss der Versicherer keinen Schadensersatz mehr leisten. So ist es jedenfalls einem Versicherten ergangen, der einen Sturmschaden erst nach zehn Monaten dem Versicherer gemeldet hatte. Das Landgericht Köln verneinte einen Leistungsanspruch aus der Gebäudeversicherung und wies die Klage des Versicherten ab (LG Köln, Az.: 20 O 1/08).

  • Stefan Wagner

    Steff ist seit 2009 bei Motorvision, er ist für den Bereich Redaktion Online/ Print zuständig. Nach seinem BWL-Studium an der Universität Regensburg wusste der unheilbar Autoverrückte sofort: "Lasst mich mit Zahlen in Ruhe, ich will über edles Blech berichten." Wenn Steff nicht gerade über Autos schreibt, dann sitzt er meistens in einem drin und versucht es möglichst schnell über Pisten oder leere Landstraßen zu jagen. Ansonsten regt er sich viel und gerne über Politik oder seinen Lieblingsverein, die Münchner Löwen, auf.

Mehr zum Thema auf www.motorload.de

Inhaltsverzeichnis
  1. Hochwasserschäden am Auto: Teilkasko übernimmt
  2. Schaden durch Hochwasser an Dach und Fassade: Wohngebäudeversicherung
  3. Möbel und Inventar: Hausratsversicherung
  4. Probleme in Hochwassergebieten
  5. Hochwasser: Versicherung zahlt bei Reiseabbruch
  6. Hochwasserschaden unverzüglich melden
MOTORVISION.TV
Facebook
Google+
Twitter
YouTube
Pinterest
Ticker