Samstag, 14.07.12 Fischer, Jessica

Ford Falcon XB : "Der letzte von den V8!"

Ford Falcon XB

Mad Max hat die Autos aus der gleichnamigen Trilogie berühmt und beliebt gemacht. Das Ford Falcon XB Coupé ist seither begehrtes Liebhaberobjekt einer stetig wachsenden Fangemeinde. Ein Mann lässt ihre Träume wahr werden.

Das Kultauto auf der Straße der Vergeltung

In seinem aufgemotztem Ford Falcon XB Coupé rast er über die Straßen Australiens. Aus der Motorhaube ragt der riesige Kompressor des großvolumigen V8. Sein Ziel: die Mörder seiner Frau und seines Sohnes zur Strecke zu bringen. Max Rockatansky - der Protagonist aus dem Kultstreifen Mad Max - ist der Held der legendären Trilogie. Er ist ein gebrochener Held, der in einer sterbenden Welt mit seinem eigenem Leben hadert. Er ist ein Mann, der alles verloren hat und dennoch den Kampf gegen das Verbrechen aufnimmt. Er ist ein Mann, zu dem man aufschaut, ein Mann, mit dem man sich gern identifiziert. Ein Mann, dessen ganzes Sein durch sein Auto verkörpert wird:Es ist böse, es ist laut und jeder will es haben!

Ein Mann, eine Mission

Der Australier Gordon Hayes kann diesen Wunsch erfüllen. Er war der Erste, der eine originalgetreue Nachbildung des schwarzen Interceptors baute. Im australischen Sommer des Jahres 1978 entdeckt er zufällig den originalen Ford Falcon XB aus Mad Max, der nach Dreharbeiten bei einem Einkaufszentrum parkt. Er istsofort überwältigt von der Brachialität und der Kraft, die das Auto ausstrahlt. Gordon nimmt Kontakt mit Errol Platt, dem Erbauer des Film-Interceptors auf. DieseBegegnung ebnet einen 15 Jahre andauernden Gestaltungsprozess der ersten Interceptor-Replika. Errol Platt versorgt Gordon nicht nur mit fruchtbaren Kontakten, sondern auch mit dem Dachspoiler des echten Film-Interceptors. Mit seiner Nachbildung lebt Gordon ein kleines Stück des MadMax-Traums. Der Interceptor bekommt keine Straßenzulassung und so fährt Gordon ihn nur im Outback, weit abseits der Städte auf einsamen Wüstenstraßen, und erkundet so die originalDrehorte des Roadwarrior-Films. Zu dieser Zeit fehlt der Replika aber noch die berühmte Monza-Front. Diese fügt sich erst zum Fahrzeug als Gordon nach Perth zieht und denFalcon-XB-Guru und Mechaniker Grant Hodgson kennenlernt.Grant fährt selbst den dreifarbigen Falcon-XB, den Mel Gibson zu Beginn des ersten Teils pilotiert.

Der Roadwarrior-Traum lebt weiter

Beide Autos hinterlassen nichts als schiere Begeisterung. Immer mehr Kundenanfragen erreichen Gordon und Grant. Sie beschließen diesen Kundenwünschen nachzukommen und kommerziell Mad Max-Replikas zu bauen.Die Basisautos werden sorgfältig ausgesucht und bis auf die Rohkarosse auseinander gebaut.

Originalgetreu bis ins letzte Detail

Gordon und Grant bauen ihre Replikas komplett neu auf. Die Umgestaltung ist quasi eine Nachahmung von Gordon`s allererster Interceptor-Replika auf Basis eines Ford Falcon XB Coupés. Los geht's mit sämtlichen Karosserie-Arbeiten. Das in Fachkreisen als "Monza-Front" bekannte Design ist eine Fiberglass-Nachbildung eines 70er Jahre Konzeptfahrzeugsder australischen FordMotor Company.Grant und Gordon besitzen einen von zwei existierenden Abdrücken. Dach- und Heckspoiler sind eine Abformung des Originals von Errol Platt. Die Sidepipes stellt Gordon selbst her. Herzstück ist ein 5,7 LiterFord-Motor, der mittels4-Gang-Getriebe manuell geschaltet wird. Damit das Handling der Optik würdig ist, bekommen die Replikas ein komplett neues Fahrwerk inklusive Scheibenbremsen. Zur vollendeten Mad Max-Replika gehört nicht nur die Optik mit matt schwarzer oder dreifarbiger Lackierung, sondern auch das Handling eines Neuwagens. Schrauben Gordon und Grant Vollzeit an einer Replika, benötigen sie sechs Monate bis zur Fertigstellung. Besonders die Ersatzteillage zieht den Entstehungsprozess in die Länge. Die meisten Teile müssen erst wieder neu produziert werden. So warten die beiden mitunter mehrere Monate auf Seitenfenster oder Türinnenverkleidungen.

Ein Traum mit Hindernissen

Für einen perfekt nachgebildeten Interceptor verlangen die beiden zwischen 120.000 und 150.000 australische Dollar. Das entspricht einem Preis von etwa 83.000 bis 104.000 Euro. Dafür ist das Basisfahrzeug schon inklusive. Einziger Wehrmutstropfen: in Australien bekommen die Interceptor keine Straßenzulassung. Das lässt keine Zweifel aufkommen, was der deutsche TÜV von den Abfangjägern halten würde. So lässt sich der vollendete Mad Max-Traum nur in Ländern wie den USA, Großbritannien oder Japan ausleben.

Grant und Gordon haben sich mittlerweile zu den weltweit führenden Erbauern von Mad Max-Replikas hochgeschraubt und Kunden auf der ganzen Welt zu ihrem persönlichen Mad Max-Traum verholfen.

  • Jessica Fischer

    Jessica war von 2006 - 2012 bei Motorvision, sie ist stellvertretende Chefredakteurin für die Bereiche Print und Online. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums an der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat sie sich durch verschiedene Praktika und ein anschließendes Volontariat als Redakteurin etabliert. Inzwischen ist sie stellvertretende Chefredakteurin im Team von Motorvision. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, Motorsport-Legenden zu interviewen, die aufsehenerregendsten Classic-Themen zu verwirklichen oder in – für sie (rein körperlich) meist viel zu großen – Muscle Cars den Männern zu zeigen was ein Big Block ist, dann trifft man sie entweder in High-Class Sushi-Läden oder in Discount Burger Buden an. Ihr abendliches Highlight findet sie in den Opernhäusern und Wrestling-Arenen dieser Welt.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Das Kultauto auf der Straße der Vergeltung
  2. Ein Mann, eine Mission
  3. Der Roadwarrior-Traum lebt weiter
  4. Originalgetreu bis ins letzte Detail
  5. Ein Traum mit Hindernissen
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