Montag, 15.03.10 Schwarz, Robert, C. Fulk

BMW M6 : Sturm im Cockpit: BMW M6 Cabrio

BMW M6 Cabrio

Stoffverdeck, zehn Zylinder und mehr als 500 PS - diesen exklusiven Club ergänzt BMW nun um das M6 Cabrio.

Zehnzylinder-Sound bei offenem Verdeck: Dieses wohl Höchste aller Fahrgefühle lässt sich bisher nur im Lamborghini Gallardo Spyder und in der Dodge Viper erleben - und schon bald in einem Boliden aus bayerischen Gefilden. Denn nun stellt BMW das M6 Cabriolet vor. Der Unterschied: Im Gegensatz zu den Brachial-Sportlern aus Sant´Agata Bolognese und Detroit können im sich im offenen Münchner vier Personen eine neue Sturmfrisur verpassen lassen. Die Eckdaten sind aus dem M5 und dem geschlossenen M6 bekannt, damit aber nicht minder beeindruckend. Zehn Töpfe, fünf Liter Hubraum, maximal 507 PS und 520 Newtonmeter garantieren Vortrieb auf höchstem Niveau.

Cruisen oder Kurven jagenDank des dicken Hubraumes scheint der M6 zum entspannten Cruisen geboren. Tonnenweise Leistung bei niedrigen Drehzahlen? Kein Problem! Der Wind streicht sanft über das Haar, und die vier Auspuffrohre säuseln ein Lied, das von zehn Zylindern und 400 PS handelt. Einfach die automatisierte "Drive-Funktion" des SMG-Getriebes aktivieren und genießen. Doch auch diejenigen, die es krachen lassen wollen, werden mit dem offenen M6 bedient. Mittels "Power"-Taste am Lenkrad 107 Extra-PS aktiviert, SMG-Schaltung auf "Manuell" gestellt, das Triebwerk in Richtung 8.000 Touren gejagt und per Lenkrad-Schaltpaddles die sieben Gänge (nach Belieben mit extrem kurzen Schaltzeiten) sortiert - die Jagd nach Kurven kann beginnen!Ein Blick auf die Daten verdeutlicht, dass das M6 Cabrio in Sachen Performance nicht weit weg ist von seinem geschlossenen Bruder. Und dessen Agilität ist für ein Auto dieser Größen- und Gewichtsklasse phänomenal! 19,81 Sekunden im Motorvision-Tracktest sind eine klare Ansage. Aus dem Stand geht´s in 4,8 Sekunden auf Tempo 100 (Coupé: 4,6 Sekunden), bei weiterer Maximalbeschleunigung hat der Fahrer bereits nach 22,9 Sekunden einen Kilometer absolviert (Coupé: 22,5). Auch die Nordschleifen-Rundenzeiten sollen nicht weit weg von denen des geschlossenen M6 sein, obwohl es mit einem Leergewicht von gut zwei Tonnen noch einmal rund 220 Kilogramm mehr wiegt als das Coupé. Ein Tribut an die technisch ausgefeilte Dachkonstruktion.Hightech an BordKlar, dass sich Hightech vom Feinsten um die Fahrdynamik kümmert. Die "Elektronische Dämpfer Control" EDC verfügt über drei Programme, mit denen sich das Fahrwerk von "sportlich straff" bis "relativ komfortabel" einstellen lässt. Eine variable, drehzahlfühlende Differenzialsperre sorgt dafür, dass möglichst viel Antriebskraft auch auf den Asphalt übertragen wird. Außerdem ist beim M6 Cabrio die neueste Generation des Stabilitätsprogramms DSC an Bord. Die erste Stufe ist auf maximale Sicherheit ausgelegt, die zweite namens "M Dynamic Mode" regelt später und wendet sich an sportlich ambitionierte Piloten. Profis können das System auch ganz ausschalten. Die "Launch Control" verhilft auch ungeübten Fahrern zu Ampelstarts wie aus dem Bilderbuch. Auch die auf 19-Zoll-Felgen montierten Breitreifen (255er vorne, 285er hinten) tragen ihren Teil zur Traktion bei.Wie üblich, wirft die Elektronik bei 250 Sachen den Anker. Apropos Anker: BMW gibt aus Tempo 100 einen Bremsweg von 36 Metern an - einer Hochleitungs-Bremsanlage mit gelochten und gewichtsoptimierten Compound-Scheiben sei Dank. Für zusätzliche Sicherheit sorgt das zweistufige Bremslicht, das den Hintermann bei einer Vollbremsung durch helleres Leuchten warnt.Behutsam nachgewürztes BlechkleidGenau wie beim geschlossenen Bruder hat BMW die Optik des stärksten aller offenen 6er nur behutsam nachgewürzt. Eine Heckschürze optimiert die Aerodynamik und streckt die Außenlänge um fünf Zentimeter. Dank ausgestellter Seitenschweller wirkt der 2+2-Sitzer überaus stämmig. Größere Luftöffnungen lassen den V10 freier atmen. Am Heck sorgen vier Endrohre nicht nur für akustische, sondern auch für optische Highlights. Wie die schwächeren Pendants trägt auch der M6 eine Stoffmütze in der typischen "Finnen"-Optik, die sich in knapp 25 Sekunden öffnen und schließen lassen. Vorteil: Verdeck und Heckfenster falten sich kompakt zusammen und lassen so einen beachtlichen Kofferraum übrig. 300 bis 350 Liter Volumen sollen laut BMW zwei Golfbags schlucken - in Anbetracht der gut betuchten Klientel ein schlagkräftiges Verkaufsargument.Das Cockpit ist, wie bei BMW üblich, ganz auf den Fahrer zugeschnitten. In der Mittelkonsole befindet sich iDrive-Controller, der sich optisch und haptisch von dem des 650i Cabrio unterscheidet. Exklusiv zeigen sich auch die Instrumente: Die schwarzen Zifferblätter sind in röhrenförmigen Chrom-Ringe gefasst, rote Zeiger bewegen sich über weiße Ziffern. Optional bietet BMW ein Head-Up-Display an, das wichtige Informationen in die Frontscheibe projiziert. Neue Sportsitze halten Fahrer und Beifahrer auch bei schnellerer Gangart sicher fest.Der Grundpreis des BMW M6 Cabrios wird 116.300 Euro betragen. Damit ist die offene Variante knapp 7.000 Euro teurer als das Coupé. Diesen Sommer wird man im offenen M6 leider nicht mehr genießen können, denn er kommt erst im Herbst auf den Markt.