Montag, 15.03.10 Schwarz, Robert, I. Liebler

Aston Martin V8 Vantage Eibach : James Bond wäre stolz

Aston Martin V8 Vantage

Für sein neuestes Projektfahrzeug hat sich Fahrwerksspezialist Eibach nicht irgendein Auto ausgesucht, sondern einen der schönsten aktuellen Sportwagen: den Aston Martin V8 Vantage.

noneWenn sich die Crème de la Crème der europäischen Tuningspezialisten für ein Projekt vereint, darf man Spektakuläres erwarten. Erst recht, wenn es sich beim Basisfahrzeug um einen Aston Martin V8 Vantage handelt. Und eins steht fest: An dem, was Federnspezialist Eibach mit seinen Technologie- partnern Prodrive, Pirelli und Alpine Electronics auf die Räder gestellt hat, hätte der Geheimagent und passionierte Aston Martin-Fahrer James Bond seine helle Freude. Denn der jetzt "Eibach V8 HP400+" genannte Aston hat nicht nur mehr Dampf als das Original, sondern sieht auch noch um einiges schärfer aus. Und das will etwas heißen, angesichts der fasst perfekten Symbiose aus Eleganz und Sportlichkeit, welche die Sportwagen aus dem englischen Gaydon bereits ab Werk auszeichnet.

High-End-Fahrwerkstechnik

Um aus dem 4,3-Liter-V8 eine ordentliche Portion Mehrleistung herauszukitzeln, hat Eibach den Vantage zurück nach England geschickt. Die renommierte Firma Prodrive hat sich durch ihre Motorsport- Aktivitäten einen Namen gemacht und setzt beispielsweise die Werks-Subarus in der Rallye-WM ein, ist im GT- und Tourenwagensport aktiv und engagiert sich ab 2008 sogar in der Formel 1. Quasi im Nebenjob stellen die Briten eigene Konzeptstudien auf die Räder und bringen Serienautos auf Vordermann. So gesehen war Eibachs Aston Martin in guten Händen, was sich bereits beim Blick auf das Datenblatt bemerkbar macht: Ein Aufschlag von satten 46 PS (431 statt 385) und 30 Newtonmetern (440 im Vergleich zu 410), hervorgerufen durch eine spezielle Motorsoftware. Auch die Fahrleistungen profitieren: Der Topspeed steigt um 15 auf 295 km/h, den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der Brite in 4,7 Sekunden und damit drei Zehntel schneller als das Original.Auch für die nachgeschärfte Optik zeigt sich Prodrive verantwortlich. Dabei gelang es den Profis dank ausgiebiger Windkanal- und Computersimulationen, den Auftrieb um rund 45 Prozent zu reduzieren, ohne die elegante Linienführung mit überdimensionierten Spoilern zu verunstalten. Zum Blechkleid gesellen sich lediglich eine Frontlippe mit Splitter und ein effektiver Heckspoiler, beides gefertigt aus edlem Carbon.Auch die Felgen stammen von Prodrive. Die 19-Zoll-Schmiederäder sind jeweils rund ein Kilogramm leichter als die Serienpendants. Das Design ist eine Hommage an den von Prodrive entwickelten GT-Rennwagen Aston Martin DBR9 GT1. Die Reifen kommen aus Italien: Pirelli liefert einen Satz bestehend aus "P Zero Corsa"-Pneus in den Dimensionen 245/40 ZR 19 (vorne) und 285/35 ZR 19 (hinten).Dass der Eibach V8 HP400+ sowohl ein Augen- als auch ein Ohrenschmaus ist, liegt nicht nur an der variablen Klappe, welche die Lautstärke der Prodrive-Auspuffanlage steuert. Denn für die HiFi- und Multimediaanlage hat sich Eibach Hilfe von den Soundtüftlern von Alpine Electronics geholt. Auf dem Acht-Zoll-Touscreen-Monitor lassen sich nicht nur DVD-Filme im perfekten 5.1-Raumklang genießen, sondern auch per DVD-Navi der rechte Weg verfolgen. Die "Vehicle Hub Pro"-Schnittstelle stimmt alle Komponenten wie Lautsprecher, Subwoofer oder die innovativen Digitalverstärker optimal aufeinander ab. Für fast unendlichen Musikgenuss lässt sich zudem ein iPod anschließen. Eine Rückfahrkamera mindert die Gefahr von ärgerlichen Rangierunfällen.Doch auch optisch hat der Aston-Innenraum vom Umbau profitiert. Die Aluminiumelemente wie Einstiegsleisten und Türöffner sind dabei nur ein kleiner Teil des harmonischen Gesamtkonzepts. Den Touchscreen-Monitor haben die Alpine-Mannen so passgenau ins Vantage-Cockpit integriert, als sei er bereits im Aston-Werk in Gaydon montiert worden. Die Verstärker erstrahlen in polierter Alu-Optik und finden unter dem Kofferraum Platz, um ein möglichst ausgewogenes zu erreichen. Optisch eher unspektakulär, aber trotzdem bemerkenswert: Um eine unübersichtliche Knöpfchenlandschaft zu vermeiden, befindet sich das Bedienfeld des Multimedia-Systems Platz sparend und unsichtbar im Aschenbecher. Der Haken daran: Seine Zigarren müsste James Bond in Zukunft woanders rauchen. Angesichts der vielen innovativen Lösungen ist es kein Wunder, dass allein das Multimediapaket mit 8.736 Euro zu Buche schlägt. Was die anderen Umbauten gekostet haben, wird dagegen nicht verraten. Denn Ralph Eibach, Firmenchef sowie Besitzer und Fahrer des Projektfahrzeugs, würde sein Schätzchen sowieso nicht hergeben. So muss sich Agent 007 für seinen nächsten Dienstwagen wohl doch direkt an die Aston-Zentrale in Gaydon wenden.

  • Robert Schwarz

    Robert ist seit 2009 bei Motorvision, er ist einer unserer Online-Redakteure. Seine Vorlieben liegen bei schnellen Sportwägen mit viel Leistung. Wenn Robert nicht gerade mit einem schnellen Wagen unterwegs ist, schraubt er auch gerne mal selbst an seinem BMW M3 E30.

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  1. High-End-Fahrwerkstechnik
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