Der MiTo von Alfa Romeo repräsentiert gleich in mehrerlei Hinsicht eine Zäsur. Für den renommierten italienischen Autohersteller selbst und für das Marktsegment der Kleinwagen. Noch vor drei Jahren war vor allem der MINI der Liebling all derer, die innovative Technik und Lifestyle in einem kompakten, stadttauglichen Auto suchten. Das Retro-Design des Briten bekam aber 2008 überraschende Konkurrenz. MiTo, der schöne Südeuropäer, mischte mit seinem sportlichen, durchtrainierten Äußeren die Karten völlig neu. Seinem großen Bruder, dem Alfa-Sportboliden 8C Competizione, wirkt er dabei wie aus dem Gesicht geschnitten. Damit bekamen Emotion und Mythos im Kleinwagensegment eine neue Dimension.
Mythos bedeutet der Name MiTo im Italienischen auch wörtlich genommen. Zugleich steht das Kürzel aber für Milano und Turin. Die eine norditalienische Stadt die Firmenzentrale von Alfa, die andere der Produktionsort des MiTo. Außerdem Sitz der Konzernmutter FIAT. Auf deren bewährtem Modell Grande Punto baut der zweitürige Sportflitzer mit dem "Scudetto", dem typischen Alfa-Kühlergrill, technisch auf.
Eine Zäsur stellt der MiTo auch deshalb dar, weil bis dato Alfas sportliche Pkw-Armada mit Ziffern und nicht mit wohlklingenden Namen bezeichnet wurde. Sie nannten und nennen sich 147, 156, 157, oder englisch-nüchtern Spider. Mit dem MiTo besann man sich auf eine etwas in Vergessenheit geratene Tradition. Noch bis in die neunzehnhundertachtziger Jahre trugen faszinierende Autos aus "Bella Italia" zu ihnen passende Bezeichnungen. Die "Berlinettas", die "Giulias" und die "Giuliettas" ließen die Herzen nicht nur der Alfisti allein beim Klang der Namen schon höher schlagen. Sie waren und sind bis heute automobile Herzensbrecher.
In deren Fußstapfen trat der Kleinwagen MiTo als erster der erneuerten Modellpalette und war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Allein in Deutschland hat Alfa Romeo damit seinen Marktanteil in Jahresfrist mehr als verdoppelt.
Etwas besonderes ist er auch deshalb, weil Alfa bis dahin in diesem Fahrzeugsegment überhaupt nicht präsent war. Der erste Kleinwagen der neueren Firmengeschichte setzte von Anfang an nicht nur auf chices Design und sportliches Äußeres. Er zeichnet sich vor allem Alfa-typisch durch sportliche Technik aus. Zugleich machte Alfa mit dem MiTo einen deutlichen Schritt in Richtung Effizienz. Leistungsstärke der Motoren paarte sich nun mit Techniken zur Verringerung des Schadstoffausstoßes. Beim Spritsparen unterstützt eine innovative Start-Stop-Technologie den Fahrer zusätzlich. Damit sind alle aktuellen Motoren des MiTo ausgestattet.
Zu den technischen Innovationen, die im MiTo von Anfang serienmäßig zu haben sind, gehört die Regelung des Fahrverhaltens durch einen D.N.A.-Schalter. D.N.A. steht dabei für "Dynamic", "Normal" und "All Weather". Mit einem kleinen Schalter auf dem Getriebetunnel lassen sich mit dieser Fahrdynamikregelung Lenkung, Bremsen, Motorverhalten und die dynamische Fahrstabilitätskontrolle VDC den persönlichen Wünschen anpassen. Eine ähnliche Technologie hat es in diesem Fahrzeugsegment vor dem MiTo nicht gegeben. So etwas war Luxus-Fahrzeugen vorbehalten. In den Schaltstellungen "Normal" und "All Weather" informiert bei MiTo's mit mechanischem Handschalter zudem eine permanente Schaltpunktanzeige in der Instrumententafel über den empfohlenen Gang. Dessen Wahl ermöglicht es, den MiTo in der jeweiligen Fahrsituation besonders effizient zu bewegen.
Für den Insassenschutz bietet der MiTo sieben Airbags und aktive Kopfstützen vorn serienmäßig in allen Ausführungen. Zusätzlich kann für das 170-PS-Spitzenmodell für ein Nochmehr an Fahrsicherheit bei soviel Leistung das aktive Fahrwerk "Dynamic Suspension" geordert werden. Damit werden die Stoßdämpfer dann permanent elektronisch dem Straßenzustand angepasst.
Als Kleinwagen macht der MiTo durchaus auch dank seiner Größe eine gute Figur. Mit einer Fahrzeuglänge von 4,06 m und einer Breite von 1,72 m bietet er im Innenraum sehr gute Platzverhältnisse. Dies hat er nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass alle Motoren vorn quer eingebaut sind und die Vorderräder antreiben. Somit gibt es weder störende Tunnel im Fondsbereich, noch geht im Kofferraum Platz für aufwendige angetriebene Hinterachskonstruktionen verloren. Das Kofferraum umfasst 270 bis 950 Liter, je nachdem, ob die hinteren Sitze umgelegt wurden.
Im Herbst 2010 wurde die ohnehin auf Spritabstinenz getrimmte Motorenpalette noch einmal optimiert. Sie besteht aktuell aus zwei Dieselaggregaten mit 1.248 beziehungsweise 1.598 Kubikzentimeter Hubraum und 95 beziehungsweise 120 PS Leistung. Der kleinere Selbstzünder verfügt über eine 5-Gang-Schaltbox, der größere über ein 6-Gang-Getriebe. Beide sind serienmäßig mit Dieselpartikelfiltern ausgerüstet. Alle Benziner haben 1.368 Kubikzentimeter und reichen leistungsmäßig von 78, über 105 und 135 PS bis zu 170 beim "Quadrifoglio". Dieses "vierblättrige Kleeblatt" markiert traditionell bei Alfa Romeo die sportliche Leistungsspitze. Der MiTo glänzt in dieser Version mit einer Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h bei einem Durchschnittsverbrauch von 6 Litern Benzin. der CO²-Ausstoss beläuft sich auf 139 Gramm.
2010 wurden beim MiTo als erstem Alfa überhaupt die sogenannten MultiAir-Motoren angeboten, zu denen auch der des "Kleeblattes" zählt. Diese Technologie verzichtet bei den Turbo-Einspritzern auf die bisher im Fahrzeugbau übliche Nockenwellensteuerung der Einlassventile. Stattdessen wird jedes Ventil einzeln elektrohydraulisch gesteuert. Das ermöglicht eine optimale Anpassung an die jeweilige Betriebssituation. Ergebnis sind eine Leistungssteigerung der Motoren und eine weitere Verringerung des Kraftstoffverbrauchs um jeweils bis zu zehn Prozent. Die MultiAir-Technologie gibt es derzeit in einer 135-PS-Version und im 175-PS-Aggregat.
Ein besonderer technischer Leckerbissen ist der 1.4 TB 16V 99kW (135 PS) MultiAir, TCT MiTo Super. Er ermöglicht mit seinem Doppelkupplungsgetriebe (Twin Clutch Technology) eine besonders sportliche und zugleich Kraftstoff sparende Fahrweise. Als zusätzliche Sonderausstattung kann bei dieser Variante des Kleinwagens das Lenkrad mit speziellen Schaltwippen geordert werden. Sie ermöglichen ein blitzschnelles Wechseln der Fahrstufe von Hand ohne Kupplungsbetätigung.
Der zweitürige italienische Kleinwagen wird in neun verschiedenen Karosseriefarben angeboten. Individualisten können dank dreizehn unterschiedlicher Farben für die Spiegelkappen, sowie die Rahmen von Scheinwerfern und Heckleuchten für ihren MiTo ein ganz persönliches Outfit kreieren. Die Innenausstattung setzt auf Komfort und Sportlichkeit. Insbesondere die Sitze fallen mit ihrer typischen Konturierung ins Auge. Sie bieten laut Alfa sowohl bei sportlicher Fahrweise, als auch auf längeren Strecken festen Halt und Bequemlichkeit.
Zur umfangreichen Serienausstattung einschließlich Fahrdynamikkontrolle, ABS und Bremsassistent sowie Radio und Gurtstraffer lassen sich eine Vielzahl weiterer Extras ordern. Das reicht von der Lederausstattung über die Telefonvorrüstung bis hin zum Navigationssystem. Individualisierbar ist auch das Armaturenbrett. Eine Vielzahl unterschiedlicher Aluminiumräder komplettiert das Angebot. Beliebte Zusatzausstattungen sind in verschiedenen Paketen wie den Sportpaketen, dem Sichtpaket oder dem Komfortpaket zusammengefasst.
Zu den Liebhabern des MiTo gehören neben sportlichen Enthusiasten für die Hochleistungsvarianten vor allem Käufer, die bei einem kleinen alltagstauglichen Auto das besondere Design mögen.