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GESCHICHTE

Tin Lizzy und die Fließbandproduktion

Mit Ford haben wir es mit keinem geringerem als dem weltweit fünfgrößten Autohersteller zu tun. Hinter Toyota, General Motors, Volkswagen und Hyundai belegt der amerikanische Riese diese Position. Hinter allem steht eine geschichtsträchtige Person: Henry Ford. 28.000 Dollar genügen ihm 1903, um die Ford Motor Company in Detroit zu gründen. Zunächst backt er kleine Brötchen. Zwei bis drei Männer bauen angelieferte Autoteile zusammen. In den ersten beiden Jahren entstehen lediglich 1.700 Fahrzeuge der nach dem Alphabet benannten Modelle A, C und AC in der Mack Avenue in Detroit. Der Erfolg stellt sich erst ein, als ab 1908 das Ford Model T, die Tin Lizzy, produziert wird. Um der steigenden Nachfrage nachzukommen, führte Henry Ford eine der größten Innovationen in der Geschichte des Automobilbaus ein: die Fließbandproduktion. So verringert sich die Montagezeit eines Fahrgestells von zwölf auf 1,5 Stunden. Der Erfolg ist so gigantisch, dass 1919 fünfzig Prozent aller Autos in den USA und vierzig Prozent in Großbritannien ein Model T sind. Als die Produktion der Tin Lizzy 1927 eingestellt wird, hat Ford 15 Millionen Exemplare hergestellt. Ein Rekord, der erst 1972 vom VW Käfer eingestellt wird. Nachdem 1904 ?Ford of Canada" gründet, expandiert das Unternehmen ab 1911 rapide. Neu hinzukommen Produktionsanlagen in Irland, England, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Österreich, Argentinien, Südafrika und Australien bis Mitte der Zwanziger.

BILDER

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24 Tage bis zum Fest, 24 große Automarken in unserem Motorvision-Adventskalender. Jeden Tag bis zum Heiligen Abend beleuchten wir die Geschichte eines Autokonzerns mit historischen Wendepunkten in der Firmenpolitik und den wichtigsten Modellen.Hinter dem achten Türchen unseres Adventskalenders geht es bodenständig und doch international zu.

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VIDEOS

00:05:15 Test
20.10.2011
00:14:37 Test
02.08.2010
00:04:06 Test
13.05.2011
00:00:36 News
02.09.2011
00:07:18 Classic / Super Cars
15.09.2010
00:07:38 Test / Tuning
11.04.2011
00:07:37 Test / Tuning
25.07.2011
00:01:46 Report
25.11.2011
GESCHICHTE FORTSETZUNG

Weitere Projekte

Im ersten Weltkrieg steigert Henry Ford seine Beliebtheit durch eine Europareise, in der er für den Pazifismus eintritt. Das Model T dient währenddessen als Basis für verschiedene Kriegseinsatzfahrzeuge wie Krankenwagen. Seit Beginn der Zwanziger Jahre bis1945 widmet sich die Marke auch anderen Projekten als dem Automobilbau. Unter der Marke Fordson (Henry Ford and Son) werden Traktoren hergestellt. Zu diesem Zwecke werden die Marken ?New Holland" und ?Versatile" übernommen. Aber nicht nur das: Anfang der 1940er dient die Willow Run Factory dem Bau von Bombern. Hier entstehen 8.600 Flugzeuge. Auf Basis des T Modells entwickelt Ford auch Nutzfahrzeuge. Die Ausläufer davon kennen wir heute noch mit dem Ford Transit. Aber im Programm stehen auch große LKWs und Schwerlasttransporter. 1955 wird Ford eine Aktiengesellschaft.

Top und Flop

Henrys Sohn Edsel stirbt noch vor seinem Vater an Magenkrebs. Gegen seinen Willen stimmt Henry deshalb zu, seinem Enkel die Geschäfte zu übertragen. Unter Henry Ford II. verliert die Firma neun Millionen Dollar im Monat. Henry Ford stirbt 1947. 1956 geht das Unternehmen an die Börse. Die Ford-Familie kontrolliert ca. 40 Prozent der Anteile. 1955 bringt das Unternehmen den legendären Thunderbird auf den Markt. Er wird ein einschlagender Erfolg und daher bis 2005 weiterproduziert. Ganz anders der Edsel, den Ford 1958 herausbringt. Trotz einer Marketingkampagne mit einem 250 Millionen Dollar Budget floppt das Modell, das nach Henry Fords Sohn benannt ist, enorm. Noch vor 1960 wird er wieder vom Markt genommen. Eine ganz andere Erfolgsgeschichte erzählt hingegen der legendäre Mustang. 1964 eingeführt, kommt er für alle Verluste auf, die andere Modelle bisher eingefahren haben. Mit 680.000 verkauften Einheiten im ersten Modelljahr hält er auch heute noch einen Rekord in den USA. Sein Erfolg beruht vor allem auf der umfangreichen Ausstattungsliste. So kann sich jeder seinen Ford Mustang extrem individualisieren, angefangen vom karg ausgestatteten Sechszylinder über ein Luxuscoupé bis hin zum PS-starken Sportler mit dickem V8-Motor. Der Mustang ist preislich gesehen ein Auto für jedermann und entwickelt sich dennoch zur Stilikone und Legende.

Weltkonzern

Dem Mustang folgen noch viele erfolgreiche Modelle, die allerdings nie ganz an seine Verkaufszahlen herankommen können. Mit dem Supersportwagen Ford GT40 wollen die Amerikaner Ferrari und Porsche angreifen, am anderen Ende der Skala steht die bedeutende Markteinführung des Massenmodels Fiesta 1976. Bereits 1922 hatte das Unternehmen die Lincoln Motor Company aufgekauft, um auch den Luxusmarkt bedienen zu können. Diese Übernahme macht sich auch noch Jahrzehnte später bezahlt. Mit Einführung der Lincoln Mark-Serie 1968 tritt Ford direkt gegen den Cadillac Eldorado an. Zeitgleich erscheint in Europa der Escort. Zudem expandiert Ford enorm und kauft traditionsreiche Marken auf, darunter Aston Martin 1987, Jaguar 1989, die PKW-Produktion von Volvo 1999 sowie Land Rover im Jahr 2000. 1996 besitzt die Ford Motor Company Produktionsstätten in 26 Ländern.

Der Weg aus der Krise

Ab dem Jahr 2000 gerät Ford durch falsche Modellpolitik auf dem Heimatmarkt in eine schwere Krise. Der Konzern konzentriert sich auf SUVs und Pick-ups ? große Fahrzeuge mit dicken Motoren und hohem Benzinverbrauch. Den Downsizing-Trend verschläft Ford und verliert somit den Kompaktwagenmarkt an ausländische Unternehmen. Der einzige Ausweg: eine Umstrukturierung der gesamten Modellpalette mit einer neuen Ausrichtung auf Kompaktwagen und Crossover-Modelle anstelle von großen SUVs. Um dies zu finanzieren, veräußert Ford bis zum Jahr 2010 die meisten seiner Tochterfirmen wieder. 2010 ist dann auch das erste Jahr, in dem wieder Gewinne einfahren werden. Die Ford-Firmenspitze sieht im Laufe der Jahrzehnte viele bekannten Namen, darunter Robert McNamara und Lee Iacocca. Heute steht William Clay Frord Jr., der Ur-Enkel von Henry Ford, zusammen mit dem Präsidenten Alan Mulally dem Unternehmen vor. Die Ford-Familie ist nur noch im Besitz von sechs Prozent der Firmenanteile.

Aktuelle Modelle

Bei den Kleinstwagen schickt Ford den Ford Ka ins Rennen. In der Klasse Kleinwagen dominiert immer noch der Ford Fiesta, ein Dauerbrenner, der bereits in der siebten Generation auf den Straßen unterwegs ist, sowie der Ford Focus der als Konkurrenz des VW Golf zu sehen ist. In der Kategorie Minivan ist seit dem Jahr 2002 der Ford Fusion auf dem Markt, das Nachfolgermodell wird der Minivan Ford B-Max.

In der Klasse der Kompakt Vans bietet Ford den Ford C-Max sowie den Grand C-Max an. Zwei weitere sehr beliebteste Van des Herstellers sind der Ford Galaxy und der Ford S-Max.

Als Mittelklasse-Modell wird der Ford Mondeo angeboten und als geländetauglichen SUV bietet Ford den Kuga an.

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