Der amerikanische Automobilhersteller Chrysler mit dem Sitz in Auburn Hills, Michigan wurde 1925 als Chrysler Motor Corporation von Walter P. Chrysler gegründet. Im Vorfeld war dieser bereits bei einigen anderen Automobilkonzernen (u. a. als Vizechef von General Motors und Willys-Overland) tätig. Ebenso war Walter P. Chrysler bei der traditionsreichen Maxwell Motor Company tätig, unter dessen Mitwirken wurde der erste Chrysler Six vorgestellt.
Bereits im Jahr 1928 konnte Chrysler das mehr als viermal so große Unternehmen Dodge Brothers Inc. übernehmen und wurde so innerhalb kürzester Zeit zum drittgrößten Automobilunternehmen der Vereinigten Staaten. Nach dem zweiten Weltkrieg expandierte das Unternehmen und versuchte sich auf dem europäischen Markt zu etablieren. Im Laufe von zwei Jahrzehnten übernahm Chrysler die französische Firma Simca, die Mehrheit an der britischen Rootes-Gruppe sowie den spanischen Lkw-Hersteller Barreiros Diesel SA. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage, welches das Unternehmen im Jahr 1979 an den Rand eines Konkurses brachte, veräußerte es die europäischen Geschäfte an Peugeot. Während dieser schwierigen Zeit wurden unter anderem Bürgschaften von der US-Regierung beantragt. Zudem konnte es den bisherigen Vorstand der Ford Motor Company, Lee Lacocca für sich gewinnen, der das Unternehmen, vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, wieder in eine günstige Stellung bringen konnte.
Ab 1982 schrieb Chrysler wieder schwarze Zahlen. Das war vor allem auf die gelungene Plattformstrategie der Chrysler K-Cars zurückzuführen. Zudem eröffnete Chrysler mit dem Voyager das Marktsegment der Minivans. 1987 ging die Marke Jeep in den Besitz von Chrysler über, da die American Motor Corporation übernommen wurde. Ende 2008 wurden dem Unternehmen unter Auflagen 4 Milliarden Dollar gewährt.
Im Jahr 1995 wurde bekannt, dass sich der deutsche Automobilbauer Daimler-Benz intensiv mit Chrysler in Verhandlungen befand. Schließlich wurde am 18. September 1998 die Fusion beider Unternehmen zur DaimlerChrysler AG vollzogen. Zu dieser Zeit waren etwa 121.000 Mitarbeiter für die Chrysler Inc. tätig gewesen. Im ersten Geschäftsjahr waren die Gewinne (bei Chrysler ca. 5 Milliarden US-Dollar) im Konzern nahezu gleich. Jedoch wurde nach einem Gewinneinbruch bei Chrysler reagiert und der bisherige Chef James Holden durch Dietmar Zetsche ersetzt. Ab dem Jahr 2000 erwirtschaftete das Unternehmen Verlust, erst ab 2004 konnte es wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Da auch 2006 wieder ein Verlust erzielt wurde, stelle Konzernchef Zetsche Chrysler zu Disposition. Noch im gleichen Jahr wurde der Teilverkauf von Chrysler an die Cerberus Capital Management vollzogen. Ab diesem Zeitpunkt gingen Daimler und Chrysler wieder getrennte Wege, obwohl Daimler noch einen Minderheitsanteil von ca. 20 % vorweisen kann.
Mit dem Auftreten der Finanzkrise im Jahr 2007 wurde die Chrysler LLC in neue Probleme gerissen. So musste das Unternehmen einen Umsatzeinbruch von 30 % hinnehmen. Dies veranlasste den Konzern sogar dazu, staatliche Hilfen zu beantragen um die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Hinzu kam, dass auch Daimler seine restlichen Anteile an Chrysler abstieß. Trotzdem versuchte ein weiterer großer Automobilkonzern, Fiat, eine Allianz mit Chrysler einzugehen. Was folgte war die Beantragung des Gläubigerschutzes nach Chapter 11 und die darauf folgende Produktionseinstellung in allen Werken, was viele Gläubiger auf den Plan rief, gegen Chrysler zu klagen. Erst der oberste Gerichtshof konnte dies eindämmen. Das Ergebnis war, dass Fiat schließlich einen Anteil von 20 % an der neu gegründeten Chrysler Group LLC gewinnen konnte. 2010 wurde dann durch Fiat beschlossen, dass die Marken Lancia und Chrysler zusammengelegt werden sollen und der Vertrieb geographisch getrennt werden. Demnach ist Chrysler für alle englischsprachigen Länder zuständig, Lancia für die restlichen Länder.
Modellgeschichte- und variantenDas Angebot an Fahrzeugen der Marke Chrysler war sehr vielseitig. So wurden Mittelklasse-, Sport-, als auch Oberklassewagen gefertigt. Später kamen SUV's und Vans mit dazu. Das erste Fahrzeug, der B-70 (auch Chrysler Six) wurde 1924 produziert. Im Jahr 1926 ersetzte der G-70 den B-70. Zudem brachte Chrysler mit dem Imperial im Jahr 1926 das erste Modelle im Luxussegment hervor. Der Imperial wurde in unterschiedlichen Ausführungen bis 1942 und von 1946 bis 1954 gefertigt. Erwähnenswert sind zudem die Mittelklasse-PKW der Serie 70, die ab 1927 hergestellt wurden und den G-70 ersetzten. Im Jahr 1934 präsentierte Chrysler den Airflow, der bis 1937 gefertigt wurde und der größte amerikanische Serienwagen seiner Zeit war. Zudem etablierte sich der Chrysler Royal als Limousine. Dieser wurde bis ca. 1950 gefertigt. Anfang der 1940er Jahre bis 1961 wurde der Windsor gefertigt. Ein weiterer Wagen der oberen Mittelklasse war mit dem Sorotaga verfügbar. Eine sehr lange Ära hatte auch das Modell New Yorker. Diese wurde erstmals 1939 produziert und konnte sich bis 1997 erfolgreich am Markt behaupten.
In modernerer Zeit, ab den 1970er Jahren wurde mit dem Newport ein neuer Mittelklassewagen etabliert. Besonders hervorzuheben ist auch die Marke Town & Country, die ab 1970 als oberer Mittelklassewagen, und seit der 90er Jahre als Van angeboten werden. Das Modell Town & Country ist bis heute im Portfolio von Chrysler enthalten. 1977 präsentierte Chrysler den ersten LeBaron, ein Luxusmodell der Mittelklasse. Dessen folgte 1981 ein verkleinerter Nachfolger. Die dritte Generation des LeBaron wurde zwischen 1986-1995 unter den Namen Coupé und Cabriolet verkauft. Mit dem Sebring brachte Chrysler 1995 ein weiteren Wagen der Mittelklasse auf den Markt, der ebenfalls als Coupé- und Cabriolet-Variante vertrieben wurde und in modernerer Zeit sogar als Limousine verfügbar ist. Die technische Ausstattung basierte auf dem Mitsubishi Galant, welche durch eine Kooperation zwischen Chrysler und Mitsubishi resultierte. Im Jahr 2000 wurde außerdem der Chrysler PT Cruiser vorgestellt, der ab dem Jahr 2006 auch Cabrio-Variante auf den Markt kam. Der letzte Sportwagen, den das Unternehmen von 2004-2007 produzierte, war der Crossfire. Dieser wurde dem Mercedes SLK nachempfunden. Das neueste Modell der oberen Mittelklasse ist der Chrysler 300, dessen Variante ab 2011 als Lancia Thema in Europa angeboten wird.