Audi ist ein bayerischer Automobilhersteller, der zum Volkswagen-Konzern gehört. Doch seine Wurzeln liegen ganz woanders. Diese gehen auf die Auto Union und insbesondere Horch zurück. Tatsächlich ist Audi die lateinische Übersetzung von Horch. Nachdem August Horch das von ihm gegründete Unternehmen, die A. Horch & Cie Motorwagenwerke Zwickau, nach einem Zerwürfnis mit dem Finanzvorstand verlassen hatte, versucht er, die Namensrechte zu umgehen und so einen passenden Namen für sein neues Unternehmen zu finden. Am 25. April 1910 wird die Audi Automobilwerke GmbH ins Handelsregister der Stadt Zwickau eingetragen. Noch im selben Jahr verlässt das erste Fahrzeug das sächsische Werk. Fünf Jahre später wird das Unternehmen zur Audiwerke AG Zwickau.
Im Verlauf der Weltwirtschaftskrise gerät Audi in finanzielle Schwierigkeiten. Diese führen dazu, dass die AG 1928 von DKW übernommen wird. 1932 schließen sich die Hersteller Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union zusammen. Markenzeichen sind die vier ineinander verschlungenen Ringe, die auch heute noch das Audi-Markenzeichen sind. Die Marke Audi hat im Firmenkonglomerat seinerzeit den geringsten Umsatzanteil. Gemessen an der gesamtdeutschen Automobilproduktion erwirtschaftet DKW 1938 17,9 Prozent, Wanderer 4,4 Prozent, Horch ein Prozent und Audi 0,1 Prozent. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Auto Union AG, die sich in der Sowjetischen Besatzungszone befindet, aufgelöst. Daraus gehen das VEB Automobilwerk Zwickau und später die VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau hervor. Hier wird für viele Jahre der DDR-Klassiker Trabant produziert.
NeugründungIn Westdeutschland gibt es zwar Zweigstellen in München, Nürnberg, Hannover und Freiburg, diese haben jedoch keine Kapazitäten zur Automobilproduktion. Erster Schritt zum Wiederaufbau in der amerikanischen Besatzungszone ist die Gründung des Zentraldepots für Auto Union-Ersatzteile, welches sich um nach dem Krieg erhaltene Auto-Union-Fahrzeuge kümmert. Nachdem die Auto Union in der Sowjetzone bereits aus dem Handelsregister gelöscht ist, ist eine Weiterführung unmöglich. Daher kommt es zur Neugründung der Auto Union GmbH in Ingolstadt. Die Fahrzeuge der Auto Union werden nun unter dem Namen DKW weiterproduziert. 1958 übernimmt die Daimler-Benz AG die Auto Union, sechs Jahre später bekommt Volkswagen den Zuschlag und lässt den Markennamen Audi wieder auferstehen. 30.000 Neufahrzeuge stehen unverkauft in den Ingolstädter Hallen. Um den Zusammenbruch des Unternehmens zu verhindern, werden knapp 350.000 Käfer im Ingolstädter Werk produziert. Währenddessen arbeiten die Ingenieure mit Hochdruck am Audi F103. 1965 kommt der erste Nachkriegs-Auto Union auf den Markt. Modellbezeichnungen folgen in Zahlenform, die die Leistung benennen - wie beim Audi 100, der 1968 präsentiert wird.
NeuausrichtungDie Firmenentwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen. 1969 fusioniert die Auto Union GmbH mit der NSU AG aus Neckarsulm. Das neu entstandene Unternehmen trägt den Namen Audi NSU Auto Union AG. Der letzte produzierte NSU ist der Ro80. Für ihn wird auch der Slogan ?Vorsprung durch Technik? geprägt. Ab ersten Januar 1985 heißt der Konzern nur noch Audi AG. Seit 1993 ist Audi auch in Ungarn ansässig. Neben dem TT werden hier sämtliche Motoren produziert. Seit 2000 gehört Audi zusammen mit Seat und Lamborghini zur sportlich orientierten Markengruppe des Volkswagen-Konzerns. Im Oktober 2011 rollt das zehnmillionste Fahrzeug der Audi 80/ A4-Reihe vom Band.
Entwicklungen und InnovationenAuf das Konto von Audi gehen im Laufe der Jahrzehnte nachhaltige Entwicklungen und Innovationen. 1977 bringt Audi den ersten Fünfzylinder im Audi 100 auf den Markt. 1980 kommt eine Innovation, mit der die Marke bis heute assoziiert wird: der erste permanente Allradantrieb in einem PKW. Der Audi Urquattro ist bis heute eine Legende. Die Vollverzinkung zur Rostvorsorge dürfen sich die Ingolstädter ebenfalls auf die eigene Fahne schreiben. Früher Umweltgedanke: 1983 ist Audi der erste Hersteller, der eine allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeuge mit einem Katalysator erhält. Frühzeitig arbeiten die Bayern an einer Leichtbau-Karosse aus Aluminium. Der Audi A8 ist 1994 die erste Serienlimousine mit einer selbsttragenden Aluminiumkarosserie, dem sogenannten Audi Space Frame. Audi geht mit der Zeit - der Umweltgedanke steht auch in Ingolstadt im Vordergrund. 2012 soll die Sportwagenstudie Audi e-tron mit rein elektrischem Antrieb auf den Markt kommen.