Loeb-liche Lizenz
Ein Jahr ist vergangen, seit oben genanntes Duo, unter anderem auch verantwortlich für die Zweirad-Reihe „SBK“, mit der offiziellen FIA-Lizenz WRC für Xbox 360, PlayStation 3 und PC veröffentlicht haben. Mit WRC 2 steht nun der Nachfolger an der Ampel.
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- Fanatische Anhänger von Rekord-Franzose Sebastien Loeb können endlich wieder in die Haut - und den Citroen DS3 WRC - ihres Idols schlüpfen.
Und natürlich ist auch hier die offizielle Lizenz mit an Bord, die dafür sorgt, dass Videospiel-affine Rallye-Füchse in die Haut ihrer Idole und deren Gefährte schlüpfen dürfen. Die Disc eingelegt, wird der geneigte Motorsport-Spezialist von einer zwar übersichtlichen, aber etwas trist wirkenden Menüstruktur begrüßt, die die Optionen „Road to WRC“ (Karriere), „WRC Rally School“ (Training), „Einzelspieler“, „Hot Seat“ (lokaler Multiplayer für bis zu vier Spieler) und „Online Multiplayer“ bereithält. Den Kern des Spiels bildet natürlich der Karriere-Modus „Road to WRC“, in dem man sich mit dem Team seiner Wahl bis in den WRC-Olymp hochdriftet.
Technik-Tiefenwirkung
Die Ausgestaltung der „Road to WRC“ ist dabei durchaus vielschichtig ausgefallen: die von Sponsoren und Teamleitung gestellten Aufgaben bringen bei Erfüllung Geld, das wiederum in neue Autos, Lackierungen und Ersatzteile investiert werden will. Das Fahrzeug-Setup ist mit ähnlichem Tiefgang gesegnet: Federhärte, Druck- und Zugstufe, Stabilisatoren, Aerodynamik, Bremsdruck, Übersetzung und, und, und – in WRC 2 bleibt Justierungs-Junkies kein technisches Detail vorenthalten.
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- Der Ford Fiesta RS WRC ist nur einer von vielen WRC-Brechern mit denen es durch Städte, Wälder und Wüsten geht.
Die Autos selbst – 32 an der Zahl von 14 verschiedenen Herstellern – sind realistisch gestaltet, könnten aber, vor allem im Vergleich mit der Rallye-Konkurrenz, das ein oder andere optische Zusatz-Detail vertragen.Die Soundeffekte von Motor und Getriebe können aber mit größtmöglicher Realitätsnähe überzeugen, genauso wie das Schadensmodell und die Auswahl der Boliden. Denn es stehen Modelle aus allen WRC-Klassen zur Verfügung, von den Gruppe B-Monstern der 1980er bis hin zu brandaktuellen Staubverdrängern wie Citroen DS3 oder Mini Countryman.Mit den Boliden darf man sich durch 13 verschiedene Original WRC-Etappen, aufgeteilt in insgesamt 89 Strecken, wühlen.
Außenwirkungs-Abstriche
Wer von arcade-lastigen Kurzetappen die Nase voll hat, ist bei WRC 2 genau richtig, denn hier gibt es keine Zweiminuten-Etappen und man ist ganz authentisch auf nahezu allen erdenklichen Untergründen unterwegs, ob nun nordische Eislandschaften oder stocktrockene afrikanische Steppen-Staubpisten. Womit wir beim Handling wären: die Steuerung der WRC-lizensierten „Dreckschleudern“ ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, geht dann aber gut von der Hand, auch wenn das kunstvolle Driften nicht ganz so viel spieltechnische Befriedigung verschafft, wie man es sich als Simulations-Fanatiker wünschen würde, sondern eher einen leicht synthetischen Nachgeschmack hinterlässt.
Die Technik von WRC 2 ist dagegen solide, die Framerate stabil. Die Strecken sind recht ansehnlich gestaltet, auch jubelnde Zuschauermassen sind im Vorbeirasen ganz nett anzusehen. Aber genau das ist der Punkt: nur im Vorbeirasen. Denn sieht man sich die Streckendetails etwas genauer an, findet man den ein oder anderen Makel: die Zuschauer entpuppen sich als Klon-Masse, die Staubwolken, die die Autos aufwirbeln, wirken altbacken, kantige Bäume, matschig wirkende Texturen – was den grafischen Feinschliff angeht, kann WRC 2 nicht mit einem Titel wie beispielsweise DiRT3 konkurrieren.
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- WRC 2 ist ein Pflichtkauf für Simulationsfreaks mit WRC-Affinität, die auf filmische Inszenierung und Edel-Optik verzichten können.
Puristen-Paket
Hardcore Simulations-Fans kann das jedoch nicht abschrecken, schließlich bietet WRC 2 für Rennspiel-Realisten das optimale Paket: die offizielle FIA-Lizenz, Original-Boliden und Teams, lange Etappen, viele Setup-Möglichkeiten und obendrein einen langlebigen Karriere-Modus sowie einen ausgewogenen Multiplayer-Part für bis zu sechzehn Spieler. Wer allerdings High-End Grafik und Arcade-Elemente erwartet, wird hier enttäuscht. WRC- beziehungsweise Motorsport-Ultras in Besitz von Xbox 360, PlayStation 3 oder PC greifen also bedenkenlos zu, auch wenn sie den Vorgänger bereits besitzen. Alle anderen müssen eben weiter fremdzocken!

