Wenige Lichtblicke in einer dunklen Saison
Es war ein weiteres Jahr, dass das einst so erfolgsverwöhnte Williams-Team im grauen Formel 1-Mittelfeld absolvieren musste. Da gab es zwar die sensationelle Pole Position von Nico Hülkenberg in Brasilien und einen recht deutlichen Aufwärtstrend ab Saisonmitte, doch Platz sechs in der Konstrukteurswertung stellt einen erfolgsverwöhnten Teamchef wie Sir Frank Williams nicht zufrieden. Es soll - nein: muss - für Williams wieder nach oben gehen. Denn wie gut sich Titelgewinne anfühlen, weiß die Truppe aus dem englischen Grove nur allzu gut.
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- Schon zwei Jahre nach dem Formel 1-Einstieg kann Williams die ersten Titel feiern: Das Team wird Konstrukteurs-Weltmeister, Alan Jones gewinnt den Fahrer-Titel.
Vom Neuling zum Weltmeister in Rekordzeit
Der Aufstieg des Williams-Teams gelingt in Rekordzeit. Erst 1978 treten die Briten erstmals bei einem Formel 1-Rennen an, schon ein gutes Jahr später folgt in Silverstone der erste Sieg. 1980 gelingen die ersten Weltmeister-Titel. Alan Jones erringt die Fahrer-WM, Williams wird bester Konstrukteur und kann den Titel ein Jahr später sogar verteidigen. In den Achtziger Jahren folgen zwei weitere Konstrukteurs- (1986 und 1987) und Fahrer-Titel (1982 und 1987).
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- In den 90er Jahren hatte das Williams-Team seine erfolgreichste Ära, erlebte aber auch seine schwärzeste Stunde: Beim Imola-Grand Prix 1994 raste Ayrton Senna in den Tod.
Die (fast) totale Dominanz in den 90ern
Nachdem McLaren vier Jahre dominiert, folgt in den Neunziger Jahren die größte Williams-Ära. Der heutige Red Bull-Designer Adrian Newey konstruiert Autos, welche die Formel 1 beherrschen – nur Michael Schumacher und das Benetton-Team können zeitweise dagegenhalten. Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill und Jacques Villeneuve bescheren dem Traditionsteam vier Fahrertitel, zudem gewinnt Williams fünf Team-Weltmeisterschaften in sechs Jahren. Doch auch die größte Tragödie der Williams-Geschichte fällt in diese Zeit: An einem der schwärzesten Grand Prix-Wochenenden überhaupt, Imola 1994, rast die erst kurz zuvor von McLaren zu Williams gewechselte Formel 1-Legende Ayrton Senna in den Tod. Lange muss sich das Team in Form der ewigen Doppelspitze Frank Williams und Patrick Head vor Gericht dem Vorwurf einer Mitschuld erwehren, wird aber letztlich freigesprochen.
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- Mit Pastor Maldonado setzt Teamchef Frank Williams erstmals einen Fahrer ins Cockpit eines seiner Autos, der einige (gerüchteweise 25 bis 30) Millionen Euro mitbringt.
KERS als Joker
In der ewigen Formel 1-Tabelle ist Williams das dritterfolgreichste Team hinter Ferrari und McLaren. Daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, zu groß sind die Abstände nach vorn und hinten. Doch Williams reicht es nicht, sich auf den Lorbeeren auszuruhen; in nicht allzu ferner Zukunft will man neue Erfolge feiern. Deshalb wirken die Briten dem immer noch vorherrschenden Sponsorenschwund entgegen, indem sie einerseits an der Börse für frisches Kapital sorgen und andererseits mit Pastor Maldonado einen Fahrer im Cockpit platzieren, der einige Millionen mitbringt. Routinier Rubens Barrichello ist die fahrerische Konstante im Team. Ansonsten setzt Williams auf die ein oder andere ungewöhnliche technische Lösung und das hauseigene KERS-System, das als eines der besten im Feld gilt. Es wird spannend zu sehen, ob das ausreicht, um einige Glanzlichter mehr als in der jüngeren Vergangenheit zu setzen.

