| Renault Clio 2.0 16V 200 R.S. Cup (ab 10/2010) | |
|---|---|
| Motor | Reihe |
| Hubraum | 1998 ccm |
| Leistung | 148 kW (201 PS) bei 7100 U/min |
| Drehmoment | 215 Nm bei 5400 U/min |
| L/B/H in Meter | 4017 mm/1769 mm/1484 mm |
| Gewicht | 1279 kg |
| Antrieb | Front |
| Getriebe | Schaltgetriebe |
| Felgengröße | 7,5x17 Zoll |
| Bereifung | 215/45R17 / 215/45R17 |
| Bremsen | Scheibe / Scheibe |
| 0-100 km/h | 7,0 s |
| 0-200 km/h | - |
| Vmax | 225 km/h |
| Bremsweg (100-0 km/h) | 35,0 m |
| Verbrauch | 11,0 l |
| Grundpreis | 19900 Euro |
| Testwagenpreis | 22.800 Euro |
| Versicherungsklassen | HP 18/ VK 26/ TK 24 |
| Rundenzeit | 52,9 s |
| Teststrecke | Garching |
Warm-up
Sehen wir der Tatsache ins Auge! Wie hoch können zwei mehr oder minder glubschäugige Kleinwagen auf der Coolness-Skala eines männlichen Testredakteurs schon klettern? Ja schon klar, der Mini Works ist – auch wenn wir das etwas differenzierter sehen – in der öffentlichen Wahrnehmung sowas wie der Style-Gott schlechthin, der George Clooney der Sub-4-Meter-Klasse, eine coole Sau, sprich: Viel lässiger kann man in einem Kleinwagen gar nicht unterwegs sein. Und die Herzen von etwa 98 Prozent der Frauen hat man auch im Nu erobert. Beim Clio Cup sieht es in dieser Hinsicht schon etwas schwieriger aus. Na gut, Sportwagen-Enthusiasten erfreuen sich am knallig-grünen, vom Porsche GT3 RS entlehnten Lack und die Recaro-Schalen schinden auch mächtig Eindruck – er ist halt was für Kenner. Trotzdem sieht der Sport-Clio irgendwie aus wie ein aufgedunsener Frosch und sein von Verzicht geprägtes Hartplastik-Interieur lässt uns mutmaßen, ob der Teile-Transfer zwischen Renault und Dacia nicht manchmal auch andersherum vollzogen wird. Den Coolness-Award wird man mit dem Clio also schon mal eher nicht gewinnen. Wie es mit der Performance-Wertung aussieht, klären wir jetzt.
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- Unter all dem Downsizing-Wahn ein echter Genuss: 2-Liter-Sauger mit 201 PS und 215 Nm Drehmoment im Clio Cup. Spontanes Ansprechverhalten und tolle Drehfreude kennzeichnen diesen vorzüglichen Sportmotor. Bei der Elastizität ist er gegen das Cooper Works-Aggregat aber chancenlos.
Längs
Was die Maschinerie in diesem Vergleich angeht, könnte es gar nicht schöner angerichtet sein. Sauger gegen Turbo, Drehzahl gegen Drehmoment – ein Kampf der Konzepte. Dass Renault für sein Sportmodell dabei auf die stark vom Aussterben bedrohte Hochdrehzahl-Variante ohne Aufladung setzt, reizt besonders. Der Zweiliter-16V wirft seine 201 PS folgerichtig erst bei 7.100 U/min zur Gänze in die Waagschale und fällt damit eindeutig in die Kategorie „Drehorgel“. Dank ultra-spontaner und jederzeit giftiger Gasannahme sowie des für einen Sauger dieser Hubraumklasse recht üppigen Drehmoments (maximal 215 Nm bei 5.400 U/min) säuft er aber auch im niedertourigen Bereich nicht ab und überzeugt „untenrum“ mit anständigem Vortrieb– ein Indiz für die technische Ausgereiftheit dieses tollen Sportaggregats. Man muss es einfach betonen: bei all dem Downsizing-Wahn hat man fast schon vergessen, wie viel Spaß so ein fein austarierter Saugmotor eigentlich macht. Wer das knackig kurze und mit Wonne zu schaltende Sechsgang-Getriebe geschickt genug bedient, sprintet mit dem Clio Cup in sieben Sekunden auf 100. Der Weg bis zum Topspeed von 225 km/h zieht sich hingegen etwas. Ganz anders – subjektiv wie gemessen – fühlt sich der Tanz mit der Geschwindigkeit im Mini John Cooper Works an. Kein Wunder, wird sein 1,6-Liter-Motor doch von einem sogenannten Twin-Scroll-Turbo mit 1,3 bar unter Dauerdruck gesetzt. Seine 211 PS bei 6.000 U/min und die 260 Nm Drehmoment (im Overboost 280 Nm) die wie eine Wand zwischen 1.850 und 5.600 Touren anliegen, sorgen für Beschleunigungs- und Elastizitätswerte, bei denen der Clio schon allzu früh das Handtuch werfen muss. Die 6,5 Sekunden, die der Mini für den Standardsprint benötigt geht der grüne Knallfrosch zwar fast noch mit, bis 180 km/h verliert er aber schon fünf Sekunden und auch an den gut 240 km/h Höchstgeschwindigkeit des Mini beißt er sich die Zähne aus. Die Tatsache, dass der Works auch beim Verbrauch mit 9,5 Litern gegenüber dem Clio Cup mit gut 11 Litern das Näschen vorne hat, zeigt, wie prächtig sich kleinhubige Turbomotoren in der jüngsten Vergangenheit entwickelt haben. Eine durchaus akkurate Klangkulisse liefern im Übrigen beide Testkandidaten. Aus ihren prominent platzierten Endrohren röhrt gallige Bissigkeit, die den Gasfuß jederzeit zu mehr anstachelt als oftmals (zum Beispiel in der Stadt) für den Führerschein gesund ist.
Quer
Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen und natürlich um den kompakten Krachern fahrwerkstechnisch auf den Zahn zu fühlen, geht es ab auf die Rennstrecke. Dass der Name Mini schon in den schwächeren Versionen für Querdynamik-Qualität bürgt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Was der John Cooper Works - als bestes Pferd im Mini-Rennstall zusätzlich mit einer elektronischen Differenzialsperre ausgestattet - aber für eine Kurven-Show abzieht, ist einfach nur …Entschuldigung…über die Maßen geil! Schneller und positionsgenauer kann man wohl kaum einlenken, es scheint als wüsste der kleine Brite schon ein gutes Stück vor dem Fahrer, wo selbiger als nächstes hinwill. Untersteuern ist in unserem Rotkäppchen ein Fremdwort, ganz im Gegenteil bittet eher das Heck zum Tanz und dreht sich willig mit ein. Dabei ist die Fuhre auch mit deaktiviertem ESP narrensicher und lechzt nicht zuletzt aufgrund der genial-bissigen Bremse geradezu nach der besten Rundenzeit. Anders (und frei nach Walter Röhrl) ausgedrückt: Im Works wäre sogar ein Zirkusäffchen schnell. Auf dem kleinen Kurs in Garching kann man also lustvoller nicht unterwegs sein, außer – und das mag jetzt ein wenig überraschend wirken – man sitzt im Clio Cup. Überragend wie die Franzosen dem kleinen Provokateur neben dieser Drehzahlfräse von Motor auch noch ein astreines Rennfahrwerk in die Schuhe schieben. Vorderradaufhängung mit entkoppelter Lenkachse, ein dickerer Querstabi an der Hinterachse, dazu beim Cup-Fahrwerk sieben Millimeter mehr Tiefgang, 30 Prozent steifere Federn und härtere Dämpfer als beim „normalen“ Clio Sport – das Setup der „Créateurs de Racing“ wirkt Wunder. Auf dem verwinkelten Kurs erledigt der Cup alle Aufgaben noch eine Spur besser als der Mini. Von der anfangs etwas leichtgängig wirkenden Lenkung darf man sich dabei nicht blenden lassen, die Rückmeldung ist gigantisch und im Zusammenspiel mit Motor, Getriebe, der genialen Brembo-Anlage sowie den Seitenhalt-Göttern von Recaro ergibt sich eine Fahrzeugkontrolle, die in diesem Umfeld ihresgleichen sucht.
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- Annehmlichkeiten wie eine Klimaanlage oder ein Radio gibt es im Cup nur gegen Aufpreis, elektrische Spiegel sind komplett Fehlanzeige. Die Reduzierung auf das Nötigste passt aber sehr gut ins Gesamtkonzept.
Alltag
Abseits der Rennstrecke geht die von Renault erfreulich kompromisslos gewählte Abstimmung freilich mit einer Knochenhärte einher, die man nicht mal der Schwiegermutter auf ihrem hoffentlich langen Heimweg zumuten würde. Hier hat der englische Giftzwerg eindeutig die Nase vorn. Er schafft einen nahezu perfekten Fahrwerks-Spagat und meistert neben Curbs auch Kopfsteinpflaster mit Bravour. Beim Thema Alltagstauglichkeit stößt der auf dem Kurs so grandiose Gallier generell an seine Grenzen. Die Tatsache, dass Renault seinem ambitioniertesten Clio weder eine Klimaanlage noch ein Radio (beides optional erhältlich) oder Banalitäten wie elektrische Spiegel gönnt, zeigt einerseits (einmal mehr) den löblich radikalen Ansatz, der dem Cup-Konzept zu Grunde liegt, hilft einem andererseits im täglichen Geschlängel zu Arbeit und co. nicht wirklich weiter. In Sachen Ausstattung und Komfort kann der Mini – wen wundert‘s – wieder voll punkten. Seinem kärglichen Talent bei Fondraum und Kofferraumvolumen steht ein designerisch wertvolles Cockpit mit jeglichem, den Alltag versüßenden Klimbim gegenüber. Klarer Fall: Jenseits abgesperrter Pisten schmeckt die tägliche Dosis Mini Works eindeutig besser als die giftig grüne Clio-Tinktur.
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- Verspielter Luxus im Mini-Interieur. Schwarz glänzende Zierleisten mit Raceflagge vermitteln gediegene Sportlichkeit.
Geld
Dass man den, trotz knapp 30 Zentimeter weniger Außenlänge, vollwertigeren und dazu wesentlich wertigeren Mini auch teurer bezahlen muss, versteht sich fast von selbst. Dass unser zugegebenermaßen reichlich ausgestatteter Insel-Bayer aber mit heftigen 37.630 Euro schlappe 15.000 Euro über dem Clio Cup (Testwagenpreis: 22.800 Euro) rangiert, ist schon ein starkes Stück. Die wesentlich günstigere Versicherungseinstufung ist da nur ein schwacher Trost. Der Works rundet also spätestens beim Preis sein Profil als superschnelles Luxusspielzeug mit der Extraportion Sport ab, während der Cup-Clio auch in diesem Kapitel seiner asketischen und ungemein effektiven Natur treu bleibt. Er qualifiziert sich als ultimatives Renngefährt für den schmalen Geldbeutel.
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- Sowohl der Mini John Cooper Works als auch der Clio Renault Sport Cup präsentieren sich als enorm fahrdynamische Kleinwagen und sind wohl das Beste, was es in dieser Klasse momentan zu kaufen gibt.
Wahre Werte
Sowohl der Mini John Cooper Works als auch der Clio Renault Sport Cup präsentieren sich als enorm fahrdynamische Kleinwagen und sind wohl das Beste, was es in dieser Klasse momentan zu kaufen gibt. Der Mini schafft es, sein hohes sportliches Potential mit souveräner Alltagstauglichkeit, einem sexy Image und einer wahnsinnigen Beliebtheit zu vereinen. In der öffentlichen Wahrnehmung hat der Clio gegen den Mini nicht den Hauch einer Chance. Sein ungemeiner Reiz offenbart sich eher dem Kenner. Mit seiner Kompromisslosigkeit und seiner Rennstrecken-Performance zum absoluten Schnäppchenpreis hat er unser Herz aber gewonnen.
| Kriterien (je max. 10 Punkte) | Renault Clio 2.0 16V 200 R.S. Cup (ab 10/2010) |
|---|---|
| Gesamtergebnis (max. 50 Punkte) |
37 |
| Längs | 06 |
| Quer | 09 |
| Alltag | 05 |
| Geld | 09 |
| Wahre Werte | 08 |
Konkurenzfahrzeuge:

