| Opel Insignia Sports Tourer OPC | |
|---|---|
| Motor | V-Motor |
| Hubraum | 2792 ccm |
| Leistung | 239 kW (325 PS) bei 5250 U/min |
| Drehmoment | 435 Nm bei 5250 U/min |
| L/B/H in Meter | 4908 mm/1856 mm/1520 mm |
| Gewicht | 1930 kg |
| Antrieb | Allrad perm. |
| Getriebe | Schaltgetriebe |
| Felgengröße | 20 Zoll ringsum |
| Bereifung | 245/40R19 / 245/40R19 |
| Bremsen | Scheibe / Scheibe |
| 0-100 km/h | 7,0 s |
| 0-200 km/h | --- |
| Vmax | 250 km/h (abgeregelt) |
| Bremsweg (100-0 km/h) | 36,6 Meter |
| Verbrauch | 12,8 Liter |
| Grundpreis | 48685 Euro |
| Testwagenpreis | 50.370 Euro |
| Versicherungsklassen | HP 19/ VK 25/ TK 27 |
| Rundenzeit | 56,0 s |
| Teststrecke | Garching |
Warm Up
Wenn man der Opel-Werbung glaubt, dann ist der Insignia das beste Auto, das sie je gebaut haben. Wenn das stimmt, dann müsste die OPC-Version des Kombis, der seit geraumer Zeit auf den Namen „Sports Tourer“ hört, das allerbeste Auto sein, das Opel je gebaut hat. Bei der Erfüllung des eigenen Anspruchs dürfte es hilfreich sein, dass die ehemaligen Tourenwagen-Helden Joachim „Jockel“ Winkelhock und Manuel Reuter den Ingenieuren bei der Entwicklung des Fahrwerks tatkräftig unter die Arme gegriffen haben. Allerdings muss schon ein richtiger Kracher her, um im Segment der kraftvollen „300 PS + x“-Mittelklasse-Kombis gegen BMW 335i Touring, Audi S4 Avant, VW Passat 3.6 V6 4Motion und Co. zu bestehen. Das derzeitige Topmodell der Opel-Modellpalette muss in der Wertungsprüfung von Motorvision.de also eine Glanzleistung abliefern, um in diesem Konkurrenzumfeld anerkannt zu werden.
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- Ein Sprinter ist der Opel Insignia Sports Tourer OPC nicht, was der mittelmäßige Null-auf-Hundert-Wert (7,0 Sekunden) verdeutlicht. Opel gibt 6,3 Sekunden an, aber einen besseren Wert hat das störrische Getriebe einfach nicht zugelassen.
Längs
Bei einem solchen Vorhaben hilft es, einen kräftigen Motor an den Start zu bringen. Die Zutaten beim Insignia OPC stimmen: Er tritt mit einem 2,8-Liter-Turbo-V6 an. Seine 325 PS und 435 Nm bringt er über alle vier Räder auf die Straße. Nach den ersten Kilometern reiben sich die Tester jedoch verwundert die Augen und fragen sich: Wo bleibt die Power nur hängen? Der Motor reagiert zögerlich auf Befehle ans elektronische Gaspedal, dreht nicht besonders gerne und wirft auch keinen heftigen Turbo-Punch in die Waagschale – im OPC-Cockpit macht sich Ernüchterung breit. Gleiches gilt nach den ersten Gangwechseln: Die Sechsgang-Box präsentiert sich besonders in den ersten beiden Fahrstufen sehr störrisch, der Ganghebel flutsch nicht gerade geschmeidig durch die Gasse. Ab dem dritten Gang wird es jedoch besser, und auch der Motor legt obenrum an Power zu. Wobei der OPC dann ein unerwartetes Gesicht offenbart: Das des angenehmen Reisewagens, der auch oberhalb von 200 km/h mit einer manierlichen Geräuschkulisse verwöhnt und mit satter Straßenlage Kilometer frisst. Der ernüchterte erste Eindruck wird dann zumindest nach dem Druck auf die OPC-Taste relativiert. Nicht nur, dass sich die Instrumentenskalierung rot einfärbt, der Motor folgt nun spürbar vehementer den Gasbefehlen, zeigt sich deutlich motivierter und artikuliert sich auch etwas kerniger. Ein Sprinter ist er deshalb noch lange nicht, was der mittelmäßige Null-auf-Hundert-Wert (7,0 Sekunden) verdeutlicht. Opel gibt 6,3 Sekunden an, aber einen besseren Wert hat das störrische Getriebe einfach nicht zugelassen. Für eine Topplatzierung beim Motorsound-Casting reicht es ebenfalls nicht.
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- Der Opel Insignia Sports Tourer OPC schafft eine Zeit von 56,0 Sekunden auf dem verwinkelten Garchinger Test Track, für den das Zwei-Tonnen-Dickschiff von vornherein nicht gerade prädestiniert ist.
Quer
Das Opel Performance Center stimmt seine Autos ausgiebig auf der Nürburgring-Nordschleife ab. Dieser Aufwand und die schon erwähnte Zusammenarbeit mit den alten Rennsport-Recken zahlt sich aus, wenn man bedenkt, dass wir auf der Teststrecke einen ausgewachsenen Zweitonner um die engen Kurven wuchten mussten. Im OPC-Modus samt ausgeschaltetem ESP zickt der Sports Tourer nie herum, lässt sich mit der direkten und zielgenauen, wenn auch leichtgängigen und synthetisch wirkenden Lenkung präzise auf die Ideallinie manövrieren und verlässt diese auch nur ungern wieder. Der Traktionsvorteil des Antriebskonzeptes, das den Vorderrad- bei Bedarf blitzschnell in einen Allradantrieb verwandelt, zahlt sich hier aus: Man kann früh am Kurvenausgang ans Gas gehen, und der Top-Insignia fährt stoisch seines Weges. Das kaschiert die Schwächen des Motors und führt zu einer Zeit von 56,0 Sekunden auf dem verwinkelten Garchinger Test Track, für den das Zwei-Tonnen-Dickschiff von vornherein nicht gerade prädestiniert ist. Auf der Autobahn spielt es dagegen die bereits erwähnten Stärken in voller Blüte aus. Auch deshalb, weil sich das Fahrwerk hier von seiner gemütlichen Seite zeigt. Lässt man den Sport- oder OPC-Knopf unangetastet, schluckt das Fahrwerk fiese Querfugen ebenso souverän wie lange Bodenwellen oder schlechten Fahrbahnbelag. 250 km/h fährt man so entspannt sonst nur in einem deutschen Premium-Produkt ab der oberen Mittelklasse.
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- Der Opel Insignia schleppt auch als Sports Tourer OPC noch einiges weg, darf zwischen 540 und 1.530 Liter Gepäck ein- und 535 Kilo zuladen.
Alltag
Als sie noch Caravan hießen, waren Opels Kombis für ihre üppigen Platzverhältnisse und ordentliche Variabilität bekannt. Jetzt, da sie die Bezeichnung „Sports Tourer“ tragen, geht Opels Ausrichtung in Sachen Kombis eher in Richtung Lifestyle denn Praxisnutzen. Trotzdem schleppt der Insignia auch als Sports Tourer OPC noch einiges weg, darf zwischen 540 und 1.530 Liter Gepäck ein- und 535 Kilo zuladen. Vier Leute haben auf sehr bequemen Sitzen locker Platz, ein Fünfter darf zur Not auch noch mitfahren. Abstriche müssen wir wegen der nicht intuitiven – weil knöpfchenintensiven und weit gestreuten – Bedienung des OPC machen. Das Navigationssystem langweilt mit träger Reaktion und fader Optik, und so etwas wie eine Rundumsicht ist schlichtweg nicht vorhanden. Aber das ist eben das Zugeständnis, das man an das schicke Design machen muss.
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- Mit seinen Maßen (L/B/H: 4,91 m/1,86 m/1,52 m) hat der Opel Insignia Sports Tourer OPC die Vorgaben der Mittelklasse eigentlich schon längst verlassen.
Geld
Opel lässt sich das allerbeste Auto, das sie je gebaut haben, mit mindestens 48.090 Euro bezahlen. Eine Stange Geld, besonders beim Blick auf die Grundpreise eines BMW 335i Touring (44.550 Euro) oder VW Passat Variant 3.6 V6 (42.575 Euro). Ausstattungsbereinigt dreht sich die finanzielle Großwetterlage jedoch um: Für 50.370 Euro meldet der OPC „volle Hütte“, während die anderen für den Preis nur das Nötigste an Bord haben. Und oft weniger Platz, was das Preispendel beim Vergleich mit BMW 5er Touring oder Audi A6 Avant erst recht Richtung OPC ausschlagen lässt. Allerdings ist der Top-Opel dem kühlen und brennbaren Nass nicht ganz abgeneigt: 12,9 Liter Super Plus im Schnitt sind eine ordentliche Ansage, zumal das Triebwerk seine Trinksitten nicht vollends mit Leistung zurückzahlen kann.
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- Der Opel Insignia Sports Tourer OPC wird von einem 2,8-Liter-V6-Turbomotor befeuert, der 325 PS sowie 435 Nm bei jeweils 5.250 Umdrehungen im Datenblatt stehen hat.
Wahre Werte
Der Opel Insignia Sports Tourer OPC wird nur denjenigen überzeugen, der ihm mit den richtigen Erwartungen gegenübertritt. Wer in ihm einen Sportwagen im Kombikleid sieht, wird wegen der unharmonischen Motor-Getriebe-Einheit enttäuscht sein. Freunde der Marke dagegen, die einen praktischen Raumgleiter im schicken Design, mit guter Innenraum-Qualität und tollen Reisewagen-Qualitäten suchen, werden mit dem Top-Kombi aus dem Hause Opel auf jeden Fall glücklich. Fans der Konkurrenzprodukte wird er bestenfalls über den Preis ködern können, denn das objektiv bessere Paket bietet der Rüsselsheimer nicht.
| Kriterien (je max. 10 Punkte) | Opel Insignia Sports Tourer OPC |
|---|---|
| Gesamtergebnis (max. 50 Punkte) |
33 |
| Längs | 04 |
| Quer | 07 |
| Alltag | 08 |
| Geld | 08 |
| Wahre Werte | 06 |

