| Citroen Citroen DS3 Racing | |
|---|---|
| Motor | Vierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung |
| Hubraum | 1598 ccm |
| Leistung | 152 kW (207 PS) bei 6000 U/min |
| Drehmoment | 275 Nm bei 2000 U/min |
| L/B/H in Meter | 3,96/1,72/1,44 |
| Gewicht | 1225 kg |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Getriebe | Sechsgang-Schaltgetriebe |
| Felgengröße | 8x18 Zoll rundum |
| Bereifung | 215/40R18Y / 215/40R18Y Bridgestone Potenza RE050A |
| Bremsen | Scheiben rundum / 323 mm vo/ 249 mm hi |
| 0-100 km/h | 6,8 s |
| 0-200 km/h | |
| Vmax | 238 km/h |
| Bremsweg (100-0 km/h) | 35,2 Meter |
| Verbrauch | 9,8 Liter |
| Grundpreis | 29.990 Euro |
| Testwagenpreis | 30.980 Euro |
| Versicherungsklassen | HP 17/ VK 25/ TK 22 |
| Rundenzeit | 53,4 s |
| Teststrecke | Garching |
Warm-up
Citroen – so scheint es – hat mit dem DS3 voll ins Schwarze getroffen und macht dem einst übermächtigen Mini im Segment der sportlich lifestyle-behafteten Kleinkarossen zunehmend das Leben schwer. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis das Erfolgsmodell mit einem vollumfänglich nachgeschärften Sportableger nach der Krone im Land der Bonsai-Fahrdynamiker greifen würde. Nicht zum Nachteil des DS3 Racing genannten Topmodells greifen die Franzosen dabei auf den fantastischen Turbo-Motor des größten Rivalen Mini John Cooper Works zurück. Ob das viel gelobte Aggregat im Citroen eine ähnlich faszinierende Wirkung entfaltet und ob der kleine Gallier auch sonst die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann, klärt im Folgenden die Wertungsprüfung.
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- Den 1,6-Liter-Vierzylinder mit Turbolader und 207 PS kennen wir bereits aus dem Mini John Cooper Works. Im Citroen wirkt er nicht ganz so spontan und mitreißend wie im kleinen Briten, er sorgt aber dennoch für sehr gute Fahrleistungen.
Längs
Wer einmal das Vergnügen hatte, ein paar schnelle Runden im Mini JCW zu drehen, wird ihn lieben. Gemeint ist der 1,6 Liter große Turbomotor, der in Sachen Leistungsentfaltung und Durchzug auch den Vergleich mit vielen hubraumstärkeren Maschinen nicht zu scheuen braucht. Citroen verpflanzt den Sahne-Motor kurzerhand auch in seine Kleinwagen-Speerspitze, wo mit 207 PS aber vier Pferde weniger anschieben als im stärksten Mini. Was auf dem Papier wie eine Marginalie erscheint, entpuppt sich auf dem Asphalt leider als wesentlich gravierender. Obwohl der DS3 Racing mit einer 0-100-Zeit von 6,8 Sekunden dem Mini (6,5 Sekunden) dicht auf den Fersen ist, kann er ihm sowohl bei der Spontaneität der Gasannahme als auch bei der Elastizität nicht das Wasser reichen. Gefühlt kommt der DS wesentlich später aus dem Knick, zeigt ein ausgeprägteres Turboloch und lässt insgesamt ein wenig die Leichtigkeit des zackigen Briten vermissen. Ein Grund dafür mag das um knapp 60 Kilo höhere Gewicht sein. Der plausiblere aber die etwas unglückliche, weil ellenlang ausgelegte Getriebeübersetzung. Ihren Gipfel findet diese leicht unverständliche Auslegung im sechsten Gang, der sich zieht wie ein HubbaBubba-Kaugummi und als reiner Schongang angesehen werden muss. Seine sehr respektable Höchstgeschwindigkeit von GPS-gemessenen 238 km/h erreicht der französische Giftzwerg dann auch folgerichtig im Fünften. Insgesamt spielt er dank seines recht stattlichen Drehmoments von 275 Nm beim schnellen Ritt über Landstraße und Autobahn schließlich aber doch eine durchaus zufriedenstellende Rolle, etwas mehr Schaltarbeit als im besser abgestimmten Mini immer vorausgesetzt. Ganz zur Freude aller Liebhaber ausgeprägten Motorenklangs weiß sich der schnellste DS3 auch akustisch in Szene zu setzen und verwöhnt nach etwas verhaltenem Start bei höherer Drehzahl mit angenehm heiserem Fauchen und Röcheln.
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- Absolut löblich ist das wirklich komplett deaktivierbare ESP. So geht der DS3 Racing ein gutes Stück sportlicher ums Eck und begeistert mit einem toll mitlenkenden Heck.
Quer
Was im Motorenkapitel seinen Anfang nimmt, setzt sich in punkto Querdynamik gewissermaßen ungehindert fort. Für einen 3,96 Meter kurzen Kleinwagen-Sportler, der vom siebenfachen Rallye-Weltmeister Citroen mit einem gewissen Anspruch auf den Markt der modernen Hot Hatches losgelassen wurde, wirkt der DS3 Racing überraschend unausgewogen. Das Fahrwerk - 30 Millimeter mehr Spur, 15 Millimeter tiefer - federt durchaus straff, die Lenkung reagiert leichtgängig, aber hinreichend direkt, dennoch kommt beim Fahrer das Bild einer ultrazackigen, kurvengeilen Fahrmaschine á la Clio R.S. Cup nicht so recht an. Spürbare Wankbewegungen und ein Gefühl leichter Trägheit beim Einlenken lassen die Befehle des Piloten nur gefiltert bei den 215/40 R 18er Bridgestone Potenza-Sportpneus ankommen. Diese haben überdies gerade beim Beschleunigen extrem mit mangelnder Traktion zu kämpfen – hier wäre ein Vorderachs-Sperrdifferenzial wünschenswert gewesen. In Anbetracht all dieser Kritik am Fahrwerkslayout wundert es dann beinahe, wie gut sich der schicke Franzose auf unserem kleinen Handlingkurs schlägt. Ein dickes Sonderlob gebührt Citroen für das komplett deaktivierbare ESP – mittlerweile ja eine echte Rarität, auch unter sogenannten „Sportmodellen“. Ist der Schleuderschutz also entmachtet, zieht der DS3 behende durch die engen Kurven und lässt auch sein Hinterteil freudig am Geschehen teilhaben. Ebenfalls sehr positiv: Die bissig und nachhaltig zupackende Bremse und das grandiose Sportgestühl. Weniger begeisternd zeigt sich hingegen die manuelle Sechsgangbox. Neben der bereits erwähnten gewöhnungsbedürftigen Übersetzung ist sie nicht ganz so kurz und knackig durchzureißen, wie man sich das in diesem Umfeld wünschen würde. Nichtsdestotrotz setzt der durchgestylte Racing-Gnom am Ende des Tages eine äußerst respektable Zeit von 53,4 Sekunden auf den Garchinger Asphalt, womit er sich absolut auf Augenhöhe mit Mini JCW und Clio Cup befindet.
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- Die Sportsitze im DS3 Racing sehen nicht nur klasse aus, sie bieten trotz etwas weicher Wangen auch tollen Seitenhalt und viel Sitzkomfort.
Alltag
Süß, knuffig, dazu in der Racing-Version auffallend extrovertiert und mit einigen ausgefallenen Design-Spielereien versehen – der Top-DS3 hat eindeutig das Potential zum Blickfang. Ähnlich verhält es sich mit dem Interieur: Der stylische Franzose bietet auch hier keine Stangenware und offeriert dem Fahrer schon serienmäßig nahezu Vollausstattung mit sehr bequemen und fesselnden Schalensitzen sowie reichlich Karbon-Optik. Auch der große, fest eingebaute Navi-Bildschirm schindet Eindruck, selbst wenn das Gerät in Sachen Benutzerfreundlichkeit doch ein wenig hinter der (Mini-)Konkurrenz zurückbleibt. Charmant, wie es wohl nur die Franzosen sind, herrscht selbst in der Racing-Version dank eines Parfüm-Spenders nie dicke Luft. Das Fahrverhalten im Alltagsbetrieb kann ohne Einschränkungen als problemlos und ausreichend kommod (wir haben es schließlich noch immer mit einem sportlich orientierten Topmodell zu tun) bezeichnet werden. Darüber hinaus empfiehlt sich der DS3 Racing mit seiner satten und sicheren Straßenlage sowie seinem guten Speed auch für längere Autobahnetappen.
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- Der ungewöhnlich designte Innenraum gefällt mit Alu-Pedalerie und jeder Menge Karbon-Look. Das große Navi kostet inklusive Soundsystem faire 990 Euro Aufpreis.
Geld
29.900 Euro Basispreis sind für einen Kleinwagen – wenn auch einen bemerkenswert potenten - beileibe kein Pappenstiel. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ein Mini JCW für einen glatten Tausender weniger in der Preisliste steht. Blickt man allerdings auf den Optionszettel, verändert sich die Sachlage rapide. Während die Ablöse für den Mini durch ein paar Kreuzchen spielerisch auf 35.000-37.000 Euro anschwillt, ist beim Citroen nach den fairen 990 Euro für die Navi-/ Soundsystem-Einheit Schluss mit Extras, was uns zu einem Testwagenpreis von 30.980 Euro führt. Gerade bescheiden ist auch dieser Wert nicht und man muss sich schon ernsthaft hinterfragen, ob man wirklich derart viel Geld für einen Kleinwagen ausgeben möchte. Vor allen Dingen, wenn wie beim DS3 Racing auch die Versicherer nochmal kräftig zuschlagen. Der Durst des sportlichen Citroen-Aushängeschildes hält sich hingegen weitestgehend im Rahmen. Wie üblich sind die 6,4 Liter Normverbrauch nicht ansatzweise ernst zu nehmen, aber mit neun bis zehn Litern Super im Schnitt kommt man auch bei flotterer Gangart gut über die Runden.
Wahre Werte
Mit auffälliger Kriegsbemalung (im Weiß des Testwagens leider nicht so deutlich wie bei der aufregenderen schwarz-orangen Ausführung), wunderschönen 18-Zöllern, großflächigem Karbon-Look und jeder Menge Renn-Ornat im Innenraum macht der DS3 Racing aus seiner Intention keinen Hehl. Umso ärgerlicher, dass er seine Sport-Insignien im eigentlichen Fahrbertrieb nicht ganz so überzeugend zur Schau stellen kann, wie man es erhofft und erwartet hat. Der Anstrich alleine macht eben noch keinen richtigen „Krieger“. Dennoch ist den Franzosen ein sehr eigenständiges und bemerkenswertes Fahrzeug geglückt, dass Potential zum Liebhaberstück aufweist.
| Kriterien (je max. 10 Punkte) | Citroen Citroen DS3 Racing |
|---|---|
| Gesamtergebnis (max. 50 Punkte) |
33 |
| Längs | 07 |
| Quer | 06 |
| Alltag | 08 |
| Geld | 06 |
| Wahre Werte | 06 |
Konkurenzfahrzeuge:

