| Mini AM3 | |
|---|---|
| Motor | Vierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung |
| Hubraum | 1598 ccm |
| Leistung | 182 kW (249 PS) bei 5800 U/min |
| Drehmoment | 320,4 Nm bei 1800 Nm |
| L/B/H in Meter | 3,73/1,68/1,38 |
| Gewicht | 1.167 kg |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Getriebe | 6-Gang-Schaltgetriebe |
| Felgengröße | 8x18 Zoll |
| Bereifung | 205/40R18 / / 205/40R18 Yokohama Advan |
| Bremsen | / Scheiben rundum; vo: 294mm / hi: 259mm |
| 0-100 km/h | 6,4 s |
| 0-200 km/h | --- |
| Vmax | 248 km/h |
| Bremsweg (100-0 km/h) | 38,5 m |
| Verbrauch | 10,9 l |
| Grundpreis | 39.826 Euro |
| Testwagenpreis | 39.826 Euro |
| Versicherungsklassen | HP 14/ VK 19/ TK 23 |
| Rundenzeit | 53,0 s |
| Teststrecke | Garching |
Warm Up
Es ist so eine Sache mit dem Image. Beispiel Mini: Klar, der Kleine aus Oxford existiert in erster Linie, um hip zu sein. Natürlich sind die Schminkspiegel besonders üppig bemessen, wenn die Kundschaft in erster Linie weiblichen Geschlechts ist. Selbstverständlich ist der Mini unpraktisch, der Innenraum grenzt an ein ergonomisches Fiasko. Und, na klar, er ist teuer. Dass in diesem kleinen Auto jedoch ein großes Sportlerherz steckt, hat erst kürzlich die Premieren-Wertungsprüfung mit dem John Cooper Works gezeigt. Dabei hat der ebenso noble wie austrainierte Brite nur knapp gegen den asketischen FRanzosen Clio Renault Sport Cup verloren. Jetzt wollen wir wissen, was ein Tuner mit dieser Basis anstellt. Seit gut einem Jahr betreibt Arden Downsizing und kümmert sich neben dem britischen Automobil-Establishment von Jaguar oder Range Rover auch um die Erzeugnisse aus dem Hause Mini. Wie gut das die Krefelder tun, muss der Arden Mini AM3 in der Wertungsprüfung beweisen.
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- Die Fahrleistungen (6,4 Sekunden von Null auf Hundert, 248 km/h Topspeed) sind gut, aber auch nicht allzu weit vom Serienmodell entfernt.
Längs
Die motorische Basis ist nicht die schlechteste: Der 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder aus Cooper S und John Cooper Works ist ein mehrfacher Gewinner des „Engine of the Year“-Awards und schon im Serienzustand ein kräftig zupackender Zeitgenosse. Doch Arden hat es geschafft, dem Triebwerk nochmals mehr Druck zu verleihen. Dazu hat der Tuner die Motorsteuerung optimiert, einen neuen Ladeluftkühler installiert und einen neuen Auspuff unter den Works geschnallt. Das Ergebnis ist ein Leistungssprung von 211 auf 249 PS und ein Drehmomentzuwachs von 280 auf 320 Nm. Beachtliche Zahlen, die beim Fahrer nur allzu leicht die Mundwinkel Richtung Ohrläppchen treiben. Schon knapp über Leerlaufdrehzahl zieht der AM3 ordentlich an, um ab gut 3.000 Umdrehungen unbändig nach vorne zu stürmen. Dabei baut sich die Kraft kontinuierlich auf, ein Turboloch ist ebenso wenig vorhanden wie ein sonst turbo-typisch etwas verzögertes Ansprechen auf Gasbefehle. Die guten Fahrleistungen (6,4 Sekunden von Null auf Hundert, 248 km/h Topspeed) sind da keine Überraschung. Allerdings haben die Yokohama-Gummis durchaus Mühe, die Power auf die Straße zu bringen, weshalb der Beschleunigungs-Unterschied zum ebenfalls schon gut im Futter stehenden Serien-Works (6,5 Sekunden von Null auf Hundert) geringer ausfällt als erwartet.
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- Auf dem engen Motorvision-Test Track in Garching hat der Arden Mini AM3 eine sehr gute Zeit von 53,0 Sekunden in den Asphalt gebrannt.
Quer
Dem Mini sagt man nach, Gokart-Feeling auf die Straße zu bringen. Argumente für diese These hat der John Cooper Works bereits zur Genüge geliefert. Jetzt zeigt Arden, dass es noch deutlich besser geht. Mit einem Sportfahrwerk, das die Krefelder gemeinsam mit H&R entwickelt haben, und aufwändiger Detailarbeit an Spur und Sturz machen sie die letzten Fahrwerksreserven des Works locker. Das hebt die Agilität des britischen Knirpses in – zumindest für Fronttriebler – ungeahnte Sphären. Das Einlenkverhalten ist phänomenal, die Neutralität ausgeprägter als bei der Schweiz und das freudig mitlenkende, aber nie gefährlich auskeilende Heck eine wahre Wonne. Die Konsequenz dieses Fahrverhaltens ist die starke Zeit von 53,0 Sekunden auf dem Motorvision-Test Track. Wenn den Arden Mini AM3 etwas in seiner Agilität einschränkt, dann sind das die Sportreifen von Yokohama, die auf der Teststrecke nach fünf Runden ihren Zenit erreicht haben und danach spürbar nachlassen. Aber im Alltag sind die Pneus eine gute Wahl, bieten einen guten Kompromiss zwischen Performance und Abrollkomfort. Womit wir beim Thema wären: Wer denkt, der AM3 erkauft sich seine Fahrdynamik-Künste mit übertriebener Härte, sieht sich getäuscht. Hier von Restkomfort zu sprechen wäre so untertrieben wie die Behauptung, der BVB hätte eine ansprechende Bundesliga-Saison 2010/11 gespielt.
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- Unser Testwagen war ganz dem konsequenten Fahrspaßkonzept folgend mager ausgestattet. Wer aber nicht darauf verzichten mag, kann Goodies wie ein Navigationssystem, eine Klimaautomatik oder die Lederausstattung gerne dazu bestellen.
Alltag
Im Alltag limitiert ein Mini natürlich schon allein deshalb, weil er ein Mini ist. Dafür kann Arden natürlich nichts, und wir müssen den Krefeldern hoch anrechnen, dass die Tuningvariante keineswegs unpraktischer ist als die Serienversion. Im Gegenteil: Der Veredler verbessert deren Ergonomie sogar, indem er den unhandlichen Schalt-Knubbel des Serienautos durch einen anständigen Schaltknauf ersetzt. Hinzu kommt - wie bereits erwähnt - das durchaus komfortable Fahrwerk. Unser Testwagen war ganz dem konsequenten Fahrspaßkonzept folgend mager ausgestattet. Wer aber nicht darauf verzichten mag, kann Goodies wie ein Navigationssystem, eine Klimaautomatik oder die Lederausstattung gerne dazu bestellen. Nur die Auspuffanlage fängt sich auf der Komfortseite ein kleines Minus ein, denn ein latentes Dröhnen im mittleren Drehzahlbereich strapaziert die Nerven der Insassen auf Dauer doch über Gebühr.
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- Arden-Logo und Union Jack sind nicht die einzigen Modifikationen am Mini-Heck. Aus dem neuen Diffusor lugt frech das weiterhin mittig platzierte und stimmgewaltige Doppel-Endrohr hervor.
Geld
Wenn es ums Geld geht, wird der Mini schon im Serienzustand zum Riesen. Arden schließt daran nahtlos an und ruft saftige Preise für seine Änderungen auf. Besonders die 5.880 Euro teure Leistungssteigerung inklusive Ladeluftkühler und Abgasanlage reißt ein tiefes Loch ins Budget. Gleiches gilt für den 18-Zoll-Komplettradsatz „Challenge II“ und die aus Traktionsgründen unbedingt empfehlenswerte Quaife LSD-Vorderachs-Sperre. Insgesamt summieren sich die Tuningmaßnahmen für Motor, Fahrwerk, Bremsen, Räder und Optikpaket auf selbstbewusste 12.326 Euro. Die Tatsache, dass der Arden AM3 mit Vorliebe 100- oder 102-oktanigen Sprit verköstigt, entlastet den Etat auch nicht wirklich. Wenigstens will er nicht übermäßig viel vom edlen Getränk: 10,9 Liter im Schnitt liegen angesichts der tollen Leistungsbereitschaft des Triebwerks im akzeptablen Rahmen.
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- Auf dem engen Motorvision-Test Track in Garching hat der Arden Mini AM3 eine sehr gute Zeit von 53,0 Sekunden in den Asphalt gebrannt.
Wahre Werte
An dieser Stelle sollten wir zurück zum Ausgangsthema kommen – dem Image. Ein wenig schade ist es schon, dass genau dieses auch bei den Mini-Sportversionen von dem in der Münchner Marketingabteilung übertriebenen Lifestyle-Anspruch geprägt wird. Umso versöhnlicher stimmt in dieser Hinsicht, dass Arden nach dem Motto „Back to basics“ verfährt. Traditionelles British Racing Green, durchsatzfreudige Lufteinlass-Gitter und klassisch geformte Felgen im ganz und gar nicht übertriebenen Format dokumentieren diese Philosophie auch optisch, denn sie folgen eindeutig dem Credo „Form follows function“. Insofern macht erst Arden aus dem Mini John Cooper Works das, was auch die Serienversion sein sollte: Einen wahren Westentaschensportler ohne unnötigen Schnickschnack.
| Kriterien (je max. 10 Punkte) | Mini AM3 |
|---|---|
| Gesamtergebnis (max. 50 Punkte) |
36 |
| Längs | 08 |
| Quer | 09 |
| Alltag | 08 |
| Geld | 03 |
| Wahre Werte | 08 |
Konkurenzfahrzeuge:

