| Alfa Romeo Alfa Romeo Giulietta QV | Renault Renault Mégane Coupé R.S. | |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder-Reihenmotor mit Turbolader | Reihe |
| Hubraum | 1742 cm | 1998 ccm |
| Leistung | 173 kW (235 PS) bei 5500 U/min | 184 kW (250 PS) bei 5500 U/min |
| Drehmoment | 340 Nm bei 1900 U/min | 340 Nm bei 3000 U/min |
| L/B/H in Meter | 4,35/1,80/1,47 | 4299 mm/1848 mm/1435 mm |
| Gewicht | 1395 kg | 1462 kg |
| Antrieb | Frontantrieb | Front |
| Getriebe | Sechsgang manuell | Schaltgetriebe |
| Felgengröße | 8x18 Zoll | 8x18 Zoll |
| Bereifung | 225/40 ZR18 / 225/40 ZR18 Pirelli P-Zero Rosso | 225/40R18 / 225/40R18 |
| Bremsen | Scheiben rundum; vo: 330 mm / hi: 273 mm | Scheibe / Scheibe |
| 0-100 km/h | 7,8 s | 6,4 s |
| 0-200 km/h | - | - |
| Vmax | 237 km/h | 250 km/h |
| Bremsweg (100-0 km/h) | 36,8 Meter | 34,8 Meter |
| Verbrauch | 12,2 Liter | 10,5 Liter |
| Grundpreis | 28.300 Euro | 27290 Euro |
| Testwagenpreis | 38.860 Euro | 31.760 Euro |
| Versicherungsklassen | HP 19/ VK 25/ TK 25 | HP 17/ VK 26/ TK 26 |
| Rundenzeit | 46,1 s | 44,9 s |
| Teststrecke | Burgau | Burgau |
Warm-up
Renaults umtriebige Sportabteilung hat mit dem aktuellen Mégane R.S. mal wieder einen konsequent auf Fahrdynamik ausgelegten Beitrag zum heißen Teil der Kompaktklasse geleistet. Dass das Franzosen-Coupé in der aktuellen Form dazu auch optisch etwas reißt, nehmen wir natürlich gerne mit und sagen: „Na also Renault, es geht doch!“. Weit ausgestellte Kotflügel, schicke 18-Zöller, eine dicke Brembo-Bremse und das mittig aus dem wuchtigen Heck blasende Endrohr machen an, da verzeihen wir auch den traditionell schwachen Cockpit-Auftritt. Den hat Alfa bei der neuen Giulietta QV deutlich besser im Griff. Haptik und Design des Interieurs stimmen – kein Zweifel. Wenn man das von der Karosse nur auch behaupten könnte. Einem echten Alfa-Liebhaber (in diesem Falle dem Testredakteur) dreht sich trotz der grandiosen Farbe Rosso Competizione bei derlei glubschäugiger Designbeliebigkeit beinahe der Magen um. Ob das auch für die Fahrdynamik des QV zutrifft, der den ehrenwerten Arese-V6 seines wilden Vorgängers 147 GTA durch einen 1,8 Liter großen Turbo-Vierzylinder vergessen machen möchte, gilt es im Folgenden herauszufinden.
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- Die Giulietta QV schöpft aus 1.750 Kubik 235 PS und maximal 340 Nm Drehmoment. Das Turbo-Aggregat wirkt aber arg zugeknöpft und erreicht bei weitem nicht die angegebenen Fahrleistungen. Zudem ist der Testverbrauch von 12,2 Litern recht üppig.
Längs
Um es gleich vorweg zu nehmen: Er kann es nicht. Nicht einmal annähernd! Es stellt sich ernsthaft die Frage, ob das Testauto eine Montags-Gurke ist, denn der laut Datenblatt 235 PS und maximal 340 Nm starke 1,8er Turbo wirkt wie zugeschnürt. Die Leistungsentfaltung ähnelt eher der eines modernen Dieselmotors als der einer ernsthaften Sportmaschine. Es mag auch an der unbarmherzig regelnden Elektronik liegen, die keinerlei Wheelspin zulässt und die rote Lady beim forschen Start beinahe abwürgt, aber ein 0 auf 100-Wert von 7,8 Sekunden ist nicht nur eine geschlagene Sekunde über der Werksangabe, sondern für ein Auto dieser Leistungsklasse schlicht ein schlechter Witz. Und ja, wir haben den vielzitierten DNA-Schalter auf „Dynamik“ gestellt, keine Sorge. Dass das im Vergleich zum seligen 3,2-Liter-V6 geradezu zierliche Motörchen „oben raus“ durchaus aufwacht und bis 210, 220 Sachen geschmeidig und erfreulich flott durchzieht, ist immerhin ein kleiner Trost. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h haben wir beim besten Willen trotzdem nicht erreicht. Mit sehr viel Anlauf zeigte das GPS-Gerät 237 Sachen. Mit der Müdigkeit des Giulietta-Aggregats müssen sich Mégane R.S.-Fahrer derweil nicht herumschlagen. Der ebenfalls aufgeladene, geringfügig hubraumstärkere Vierzylinder im Renault ist von Beginn an hellwach und dreht von einem heiseren Fauchen begleitet willig und recht gleichmäßig bis ans Drehzahllimit. Dabei wirkt er fast wie ein Sauger, freilich mit etwas beschränktem Drehzahlband. Es mag aufregendere Maschinen als die des Mégane geben, aber in der Summe funktioniert der Zweiliter prächtig. In 6,4 Sekunden ist der Standardsprint erledigt, nach einigem Anlauf stehen echte 250 km/h auf der Habenseite. Zu allem Alfa-Übel zeigt das knackige, mit kurzen Schaltwegen und einer sportlich strammen Kupplung versehene Mégane-Getriebe seinem etwas teigigen, verwässerten italienischen Pendant ebenfalls, wer der Chef im Ring ist. Schließlich besiegeln der geringere Verbrauch (10,5 zu 12,2 Liter) und der wohligere Sound (im Renault zumindest obenrum heiser-rotzig, im Alfa schlichtweg nicht vorhanden) den klaren Sieg des R.S. im Längs-Kapitel.
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- Das Mégane Coupé R.S. lenkt sehr willig ein, gibt mit seiner angenehm schweren Lenkung perfekte Rückmeldung und zeigt kaum Tendenz zum Untersteuern.
Quer
Was sich im Antriebsvergleich schon so deutlich angekündigt hat, setzt sich quer uneingeschränkt fort – der Mégane gibt das Tempo vor, die Giulietta hechelt mühsam hinterher. Nicht, dass wir uns falsch verstehen:Der QV ist grundsätzlich mit einem ausgezeichneten Fahrwerk gesegnet, lenkt sehr zackig ein, lässt sich auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten nicht aus der Ruhe bringen und wäre vermutlich selbst auf der Rennstrecke recht talentiert – wenn, ja wenn er denn dürfte. Die Scudetto-Ingenieure sind mit ihrer bei Alfa „VDC“ genannten und nicht deaktivierbaren ESP-Abstimmung dermaßen übers Ziel hinausgeschossen, dass es fast schon perfide wirkt. Jeglicher Anflug von Sportlichkeit wird durch rigoroses und wenig charmantes Eingreifen der Elektronik im Keim erstickt. Eine trotz (oder gerade wegen?) der elektronischen Differenzialsperre Q2 ausgeprägte Untersteuerneigung und die den Fahrer viel zu wenig involvierende Gesamtheit aus Lenkung, Schaltung, Pedalgefühl und Sitzen machen den enttäuschenden Eindruck auf unserem kleinen Handlingkurs perfekt. Umso deutlicher wird diese Empfindung nach ein paar schnellen Runden im Mégane R.S. Der Franzosen-Racer lenkt noch williger ein, gibt mit seiner angenehm schweren Lenkung perfekte Rückmeldung, zeigt wesentlich weniger Tendenz zum Untersteuern, bietet dank hervorragender Sportsitze mächtig Seitenhalt, bremst bombastisch, ist in allen Belangen zackig und knackfrisch und hat als weiteren entscheidenden Vorteil ein komplett abschaltbares ESP an Bord. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Renault-Sportler macht das, was wir uns von einer Kompakt-Rakete der 250 PS-Klasse erhofft haben, die Giulietta nicht. Punkt. Mit Zahlen garniert bedeutet das: Eine Rundenzeit von 44,9 zu 46,1 Sekunden zu Gunsten des Mégane R.S. auf unserem Mini-Kurs in Burgau.
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- Design und Qualität im Giulietta-Cockpit stimmen. Die Bedienung ist hingegen nach wie vor verbesserungswürdig. Und, verehrte Fiat-Verantwortliche, warum zum Teufel lispelt Euer Navi?
Alltag
Bei der Alltagswertung muss doch nun endlich die Stunde von Uma Thurmans Lieblingsauto schlagen. Schließlich hat die Giulietta dem Mégane nicht nur gute sechs Zentimeter mehr Blech, sondern auch zwei Türen voraus. Und in der Tat sitzt man im Julchen sowohl vorne als auch hinten ein gutes Stück luftiger. Allzu groß sollten die Fondpassagiere dennoch nicht sein. Das gilt auch für mögliches Gepäck. Mit 350 Litern bietet Alfa hier aber Klassenübliches. Das Mégane Coupé liegt mit 330 Litern knapp dahinter, lässt sich naturgemäß allerdings schlechter beladen. Auch in punkto Fahrkomfort reicht der sportlichere Franzose nicht an seine italienische Konkurrentin heran. Ob er das überhaupt will, ist freilich eine andere Frage. Genauso, warum Renault seinen Sportmodellen generell Cockpits mit dem Charme einer russischen Gefängniszelle implantiert. Hier ist die Giulietta QV, wie beschrieben, deutlich im Vorteil und holt sich somit trotz einiger Schwächen bei der Bedienbarkeit und einer grauenvoll lispelnden Navi-Stimme den Sieg im Alltagskapitel…
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- Der Sport-Mégane geht mit einem Testwagenpreis von 31.760 Euro als echtes Schnäppchen durch. Ausstattungsbereinigt ist er 3.600 Euro günstiger als der getestete Alfa.
Geld
…den sie bei den Kosten gleich wieder verspielt, denn Fahrspaß zum Billig-Tarif ist seit jeher Renault-Domäne. Schon beim Grundpreis schlägt der Sport-Mégane (27.290 Euro) das Kleeblatt-Julchen (28.300 Euro) um einen glatten Tausender. Legt man die Testwagenpreise zu Grunde, muss die Giulietta endgültig mit gesenktem Haupt von dannen ziehen. 38.860 Euro kostet der Ausflug nach Italien, während man schon für 31.760 Euro in Frankreich landet. Zieht man der Fairness halber den wunderbaren Sonderlack und das Navi (das der Renault nicht an Bord hat) ab, bleibt immer noch eine Differenz von 3.600 Euro. Autsch! Immerhin nehmen sich die Test-Kandidaten bei der Versicherungseinstufung so gut wie nichts – bei beiden muss ordentlich in die Schatulle gelangt werden.
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- Sowohl bei den Fahrleistungen, als auch beim Fahrgefühl und der Rundenzeit hat der Mégane R.S. die Nase vorn.
Wahre Werte
Auch wenn die Wahrheit schmerzt: Wer, wie einst, auf der Suche nach rassig-hemdsärmeligem Sportwagenflair ist, kann sich den Weg zum Alfa-Händler getrost sparen. Die Giulietta QV bietet Platz, bietet Sicherheit, bietet – so fair muss man sein – eine Qualität, die man von den Italienern bisher nicht gewohnt war. Sportlichkeit sowie wahre Alfa-Werte bietet sie hingegen nicht und das kann für alle Freunde des legendären Scudetto nur als Riesen-Enttäuschung gewertet werden. Wie man die Anhänger des bezahlbaren Fahr- und Rennstreckenspaßes anpacken muss, hat Renault hingegen verstanden, und zwar besser als alle anderen in dieser Klasse. Kein Schnickschnack, keine leeren Marketing-Worthülsen, dafür alle Zutaten, die Sportfahrern die Seele wärmen. Chapeau!
| Kriterien (je max. 10 Punkte) | Alfa Romeo Alfa Romeo Giulietta QV | Renault Renault Mégane Coupé R.S. |
|---|---|---|
| Gesamtergebnis (max. 50 Punkte) |
28 | 36 |
| Längs | 05 | 07 |
| Quer | 05 | 08 |
| Alltag | 08 | 06 |
| Geld | 06 | 07 |
| Wahre Werte | 04 | 08 |
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