Aston Martin V8 Vantage S

Von Zuffenhausen inspirierte Frischzellenkur: Aston Martin V8 Vantage S

Nach gut fünf Jahren Bauzeit frischt Aston Martin seine Einstiegsbaureihe (die Mogelpackung Cygnet ignorieren wir an dieser Stelle) auf - und stellt dem V8 Vantage eine S-Version zur Seite. Die Briten schnüren damit ein begehrenswertes Paket, auch wenn die Vorgehensweise stark an Porsche erinnert. ( , 26.01.2011)

Ein von Schwaben inspirierter Schwabe

Manchmal hilft ein Blick über den Tellerrand, um selbst erfolgreich zu sein. Von Zeit zu Zeit sollte man sich sogar von Schwaben inspirieren lassen – speziell dann, wenn man selbst einer ist. Der Wahl-Engländer und Aston Martin-Chef Dr. Ulrich Bez scheint es so machen zu wollen wie die Bosse von Porsche: In Zuffenhausen halten sie den inzwischen angegrauten 911 interessant und begehrenswert, indem sie regelmäßig neue Sonder- und Editionsmodelle auflegen. Gleiches macht nun auch Aston Martin mit seinem nicht mehr ganz so taufrischen Einstiegsmodell (sorry, aber der Cygnet zählt nun wirklich nicht) V8 Vantage: Nach gut fünf Jahren Bauzeit folgt nun eine S-Version, die ein noch intensiveres Fahrgefühl bieten soll und dafür grundlegend renovierte Technikkomponenten an Bord hat.

Aston Martin V8 Vantage S
Der fehlende Schalthebel auf der Mittelkonsole verrät es: Der Aston Martin V8 Vantage S ist serienmäßig mit dem neuen Sportshift II-Getriebe ausgestattet.

Sportshift II – Aston Martins neuer Stolz

Eine S-Version muss natürlich mehr Power haben als die Standard-Variante. Etwas mehr als zehn zusätzliche Pferdchen im Stall - 436 statt 426 PS - hätten wir dem hinter der Vorderachse positionierten 4,7-Liter-V8 allerdings schon gegönnt. Immerhin steigt das maximale Drehmoment um 20 auf 490 Nm. Wichtiger als trockene Leistungsdaten ist aus Aston-Sicht jedoch das völlig neue Getriebe, dass der V8 Vantage S serienmäßig an Bord hat. Der neue Stolz der Briten ist ein automatisiertes Schaltgetriebe namens „Sportshift II“. Obwohl es aus Gewichtsgründen mit nur einer Kupplung arbeitet, soll es ähnlich schnelle Gangwechsel ausführen wie ein modernes Doppelkupplungsgetriebe. Im Gegensatz zur „Sportshift I“ verfügt es über sieben statt sechs Gänge, was die Spreizung zwischen den Gängen verringert und die Antrittsstärke des V8 Vantage verbessern soll. Der Pilot kann entweder den Automaten schalten lassen oder selbst per Lenkradwippen die Gänge wechseln.

Viel Feinschliff für eine bessere Fahrdynamik

Im Aston Martin V8 Vantage S gibt es eine Sport-Taste, welche die Gangwechsel nochmals beschleunigt, für eine spontanere Gasannahme sorgt und die Bypassventile der neuen Auspuffanlage öffnet. Ist der Sound des normalen Vantage schon ein akustisches Erlebnis der gänsehauterzeugenden Art, dürfte sich der Vantage S noch etwas kerniger artikulieren. Dazu passt die noch direkter übersetzte Lenkung, die neu gestaltete Bremsen-Architektur mit Sechs-Kolben-Sätteln vorne sowie das überarbeitete Fahrwerk mit neuen Federn und Dämpfern. Die Hinterräder sind nun etwas breiter, zudem haben die Aston-Ingenieure Feinschliff am Chassis betrieben und die Stabilitätskontrolle neu abgestimmt. Um die Fahrdynamik zu perfektionieren, haben die Briten zusammen mit Bridgestone eigens Reifen für den V8 Vantage S entwickelt.

Aston Martin V8 Vantage S
Ein erstes Date mit dem neuen Aston Martin V8 Vantage, der als Coupé und Roadster zu haben sein wird, könnte in Genf stattfinden. Auf dem dortigen Autosalon feiert die Sonderedition ihre Publikumspremiere.

Die Optik: Jetzt noch aufregender

Um das S-Paket zu vollenden, feilt Aston Martin zu guter Letzt noch die Optik des V8 Vantage zurecht. Die neue Frontstoßstange ist aus Carbon gefertigt, etwas tiefer als beim Standard-Vantage und beherbergt größere Lufteinlässe, um den Motor und die vorderen Bremsen mit genug Frischluft zu versorgen. Ein kleiner Spoiler sorgt für ausreichend Abtrieb auf der Vorderachse. Serienmäßig rollt der V8 Vantage S auf 19-Zöllern im V-Speichen-Design, während die Aufpreisliste geschmiedete Zehn-Speichen-Räder bereithält. Eine neue Heckstoßstange und neu designte Seitenschweller runden die optischen Änderungen ab.

Preise gibt’s in Genf

Ein erstes Date mit dem neuen Aston Martin V8 Vantage, der als Coupé und Roadster zu haben sein wird, könnte in Genf stattfinden. Auf dem dortigen Autosalon (3. bis 13. März) feiert die Sonderedition ihre Publikumspremiere. Dort geben die Briten auch die genauen Preise bekannt. Die werden sicherlich über den 118.600 (Coupé) bzw. 122.200 Euro (Roadster) des Standard-Vantage liegen. Porsche verpasst seinen Elfer-Sondereditionen schließlich auch satte Preisaufschläge.

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