Vitantonio Liuzzi: Vom Stamm- zum Ex-Piloten und zurück
Vitantonio Liuzzi war eigentlich schon weg vom Fenster, bereits mit dem Stempel „Ex-Formel 1-Stammpilot“ versehen. Jetzt hat sich der Italiener bei HRT F1-Cosworth wieder ein Cockpit ergattert, nachdem er nach dürftigen Leistungen vom Force India-Team ausgebootet worden ist. Es wirkt wie ein letztes verzweifeltes Aufbäumen eines Mannes, der zu gut für andere Rennserien, aber nicht gut genug für die Formel 1 zu sein scheint.
Letzter Formel 3000-Champion
Liuzzis Motorsportkarriere startet natürlich im Kart. Dort gewinnt er schnell erste Titel, wird 2001 sogar Weltmeister. Folgerichtig wechselt der Italiener in den Formelsport, lässt dort sogar einige Klassen aus. Statt in die Formel Ford oder Formel BMW geht es für Liuzzi gleich in die deutsche Formel 3-Meisterschaft, die mit Gesamtrang vier zum Erfolg wird. 2003 geht der steile Aufstieg weiter, Liuzzi wird in den Red Bull-Nachwuchskader aufgenommen und wechselt in die Formel 3000. Nach dem vierten Gesamtrang in der ersten Saison kann Liuzzi im Jahr darauf den Titel gewinnen und geht damit als letzter Champion der Formel 3000-Europameisterschaft in die Geschichte ein. Das Sauber-Team, seinerzeit noch mit Red Bull-Unterstützung unterwegs, spendiert als Lohn eine Testfahrt im Formel 1-Boliden.
Formel 1-Chance bei Red Bull, Liuzzi nutzt sie nicht
Ab 2005 tritt Red Bull mit seinem eigenen Team in der Formel 1 an. Liuzzi bekommt jedoch noch keinen Stammplatz, sondern muss sich sein Cockpit mit Christian Klien, einem anderen Red Bull-Nachwuchspiloten, teilen. Es reicht nur zu vier Grand Prix- und einigen Testeinsätzen, was auch an Liuzzis unstetem Lebenswandel liegt. Während die meisten Piloten der modernen Formel 1 alles dem Erfolg unterordnen, genießt Liuzzi das Leben. Auch deshalb schiebt Red Bull Liuzzi 2006 zum Schwesterteam Toro Rosso ab, wo er bis Ende 2007 auch Stammpilot bleibt. Das Auto ist jedoch nicht konkurrenzfähig, in zwei Jahren gelingen Liuzzi lediglich vier WM-Pünktchen.
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- Der Vertrag mit Hispania Racing ist Vitantonio Liuzzis letzter Strohhalm, mit dem er realistisch gesehen jedoch kaum etwas gewinnen kann.
Letzte Ausfahrt Hispania Racing
2008 gibt es in beiden Red Bull-Teams keinen Platz mehr für Vitantonio Liuzzi. Um überhaupt in der Formel 1 zu bleiben, unterschreibt der Italiener einen Vertrag als Test- und Ersatzfahrer bei Force India. Als Fahrer im Wartestand hofft er auf eine Schwächephase der beiden Stammpiloten Adrian Sutil und Giancarlo Fisichella. Diese bleibt zwar aus, doch Liuzzi bekommt seine Chance, als Fisichella zum Ende der Saison 2009 als Ersatz für den verletzten Felipe Massa und den schwachen Luca Badoer zu Ferrari wechselt. Liuzzi holt zwar keinen WM-Punkt mehr, kann aber Sutils Niveau halten und wird deshalb mit einem Vertrag als Stammfahrer für das Jahr 2010 belohnt. Das beginnt gut für den Italiener, im Laufe der Saison setzt sich Sutil jedoch durch und holt mehr als doppelt so viele WM-Punke wie der Teamkollege. Letztlich hält Force India den bisherigen Testfahrer Paul di Resta für stärker, Liuzzi muss das Team verlassen. Der Vertrag mit Hispania Racing ist sein letzter Strohhalm, mit dem er realistisch gesehen jedoch kaum etwas gewinnen kann.

