Die USA zählen seit Jahrzehnten zu den kriminellen Hochburgen. Mit ihren neuen Einsatzfahrzeugen Charger Pursuit und Police Interceptor Utility wollen Chrysler und Ford ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Gesundung leisten. (Jessica Fischer , 26.08.2010)
Der motorisierte Arm des Gesetzes
Seit Jahrzehnten versuchen die USA ihre Kriminalitätsrate zu drücken. Im Jahr 2006 gab es in den USA 474 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Betrachtet man das Verhältnis von Gefängnisinsassen zur Einwohnerzahl liegen die Staaten weltweit an der Spitze. 2009 saßen 2,32 Millionen US-Bürger hinter Gittern. Die Regierung verfolgt die unterschiedlichsten Ansätze zur Kriminalitätsprevention. Aktuell bekommt sie Unterstzützung von Chrysler und Ford. Anfang des Jahres stellten wir bereits den neuen Ford Interceptor Sedan vor. Nun stellen Chrysler und Ford zwei weitere motorisierte Staatsdiener zur Verfügung.
„Amerikas Hochleistungs-Polizeiauto“
Mit dieser Platitüde wirbt Chrysler für seinen 2011er Dodge Charger Pursuit. Laut Dodge soll jeder Verdächtige beim Anblick des ikonenhaften Designs des neuen Gesetzeshüters in Panik erstarren. Abgesehen von der neu geformten Front lässt Dodge die Katze aber noch nicht aus dem Sack. Letztlich scheint das Design als Waffe doch nicht zu genügen. Denn zusätzlich ist der Charger Pursuit noch mit „taktischer Technologie“, Sicherheitsfeatures und „ausreichend“ Leistungausgestattet. Konkret wird Dodge bisher nur beim Fahrwerk. Für den harten Straßeneinsatz ist er mit einer sportlicheren Fahrwerksabstimmung und Stabis vorn und hinten ausgerüstet. „Sportlich“ steht der Charger auf 18 Zoll Stahl-Rädern. ABS und ESP eilen in weiser Voraussicht dem Ami-Cop zu Hilfe.
Großraum-Abfangjäger für die kriminelle Beute
Jetzt enthüllt Ford seinen Police Interceptor Utility und stellt damit dem Police Interceptor Sedan nun noch ein SUV zur Seite. Das Straßendebut beider Modelle soll mit der auslaufenden Produktion des Ford Crown Victoria 2011 einhergehen. Sie werden im Ford Werk Chicago produziert. Bisher kennt man auf amerikanischen Straßen bereits Polizei SUVs wie den Chevrolet Tahoe. Der Police Interceptor Utility ist das erste allein für den Polizeieinsatz entwickelte SUV. So soll er genau den Anforderungen der Strafverfolgung entsprechen.
Leistung und Sparen
Für den Antrieb sorgt ein 3.5 Liter V6 mit 280 PS. Das Aggregat soll 20 Prozent weniger Sprit verbrauchen als der bekannte 4,6 Liter V8 aus demCrown Victoria. Keine große Kunst, denn immerhin besitzt er auch 24 Prozent weniger Hubraum. Der Motor soll außerdem E85 kompatibel sein, um nebenbei auch den Anspruch der Umweltfreundlichkeit zu erfüllen. Der erste und zweite Gang der neuen Sechs-Gang-Automatik sind zudem kurz übersetzt um eine starke Beschleunigung bei niedrigen Drehzahlen zu ermöglichen. Die Kraft wird auf alle vier Räder übertragen.
Sonderausstattung für Sondereinsätze
Der Innenraum soll vor allem den Police Officers mehr Komfort bieten und gleichzeitig größeren Stauraum zur Verfügung stellen. Der vielseitig verwendbare Laderaum kann bis zu 400 kg aufnehmen. Besonders für Swat-Team- oder K-9-Einsätze mit Hunden ist somit ausreichend Platz vorhanden. Zwei Radarsensoren informieren den Fahrer über sich nähernde Objekte im toten Winkel. Das Ford SYNC-System interagiert mit Telefon, Blaulicht und Sirene. Dazu gibt es standardmäßig Rückfahrkamera und Park-Distance-Control. Im Vordergrund steht außerdem leichte Bedienbarkeit. Laut Carl Widman, Vehicle Engineering Manager bei Ford, benötigen die Officer kein extra Training um die beiden neuen Interceptor-Modelle fahren zu können. Gespannt warten wir auf sinkende Kriminalitätsraten.
Was hier so gemütlich und unschuldig vom Parkplatz rollt, ist eines der schärfsten Muscle-Cars der sechziger Jahre. Der Dodge Charger ist das typische Kind einer Ära, in der sportliche US-Autos vor allem eines haben mussten: Einen dicken V8 mit viel Hubraum und noch mehr PS. Nur so waren bei den damals populären Stock-Car Rennen...