Zwei Etagenbetten im Bug. Zwei Dinetten für jeweils vier und sechs Personen. Eine fast zwei Meter breite Küche samt „Laufzone“. Ein 60 Zentimeter breiter Wäscheschrank. Eine 60 mal 100 Zentimeter große Dusche. Ein begehbarer Kleiderschrank samt Toilette, zusammen neun Meter Deckenschränke. Das hört sich nach einem Lastwagen oder einem fast neun Meter langen Wohnwagen an. Anders bei Dethleffs: Der Designer bringt das alles in einem 6,4 Meter langen Caravan unter: dem Vari 1. Insgesamt stehen sage und schreibe 18,6 Quatratmeter Platz zur Verfügung.
Betrachtet man den Innenraum, trägt der Vari seinen Namen zu Recht. Denn Variabilität wird hier groß geschrieben. Wesentlicher Bestandteil ist der Kleiderschrank, der in den Duschraum schwenkt und somit keinen Extraplatz beansprucht. Das Bad lässt sich ein wenig vergrößern oder sogar ganz mit der gegenüberliegenden Dusche verbinden. Das Heckbett ist mit seinem Maß von 2,10 mal 1,50 Meter üppig geraten. Mittels eines Elektromotors kann es einfach unter die Decke gehoben werden. Den entstehenden Raum darunter füllt, wenn erwünscht, eine herausnehmbare Sitzgruppe aus. Diese besteht aus zwei Bänken und einem vierbeinigem Tisch.Eine weitere Sitzmöglichkeit befindet sich in der Mitte des Vari 1. Sowohl die üppigen Sitz- und Rückenkissen als auch die gepolsterten Wände machen einen gemütlichen Eindruck. Wenn viel Laderaum benötigt wird, kann jedoch auch diese Sitzgruppe aus dem Weg geräumt werden. Familientauglich zeigt sich das Kinderbett im Bug. Das obere Bett nutzt für seine Breite die Fensterbank über dem Gaskasten und lässt sich für mehr Spiel- oder Laderaum nach oben schwenken. Die Küche zeigt sich mit drei geräumigen Auszügen mit flexiblem Innenleben. Hinzu kommt eine Dreierreihe unterschiedlich tiefer Oberschränke.Trotz aller Funktionalität sieht der Innenraum des Vari 1 gut aus. Mit hunderten von Leuchtdioden erinnert er eher an einen Luxusliner als an einen Wohnwagen. Das komplette Mobiliar ist geschwungen in den Raum eingepasst. Außen gibt sich der Wohnwagen jedoch unscheinbar. Der Vari erstrahlt in typischem Weiß mit einem breiten grauen Band am unteren Teil. Ein Erkennungsmerkmal sind die drei seitlichen Bullaugen, welche den Blick in die Außenwelt ermöglichen.Selbst der innovative Rücken sieht in geschlossenem Zustand normal aus. Doch ist die Heckklappe komplett geöffnet, kann man sogar ein Motorrad in den Caravan hineinschieben. Dies wird durch eine Auffahrrampe ermöglicht, welche sich unter dem Wagenboden versteckt. Die Chancen, dass dieser Prototyp in Serie geht, stehen relativ gut. Wenn die Produktionskosten des Vari 1 unter 30.000 Euro liegen, können sich Camper bald auf einen sehr interessanten und flexiblen Caravan freuen.

