Total up!gefahren
Da staunte die Fachwelt nicht schlecht, als zum Höhepunkt der VW-Pressekonferenz gleich sechs schrullig-knuffige Mini-Mobile die allzu große Bühne befuhren. Dass der neue Wolfsburger Super-Zwerg „up!“ der Star des Volkswagen-Standes sein würde, war klar. Dass der Kleine in Frankfurt gleich zur Großfamilie herangezüchtet wird, eher nicht. Dabei zeigt VW mit seiner sogenannten „New Small Family“ sowohl grünes Gewissen als auch Emotion. Ganz oben auf der Lifestyle-Skala rangiert natürlich der knallorangene „buggy up!“. Länger, breiter und wesentlich flacher als der normale „up!“, dazu 18-Zöller und kaum Überhänge – der Buggy fährt direkt ins Kalifornien der 60er Jahre. Natürlich ist der Innenraum wasserfest und das Info- und Entertainmentsystem lässt sich für die nächste Strandparty einfach herausnehmen. Serienchancen: Wohl eher gering. Das gilt auch für den “up! azzurra sailing team“, eine Luxusyacht im Kleinstformat, designt von Giorgetto Giugiaro , ohne Türen, ohne Dach. Dafür mit edlem Leder, viel Chrom und Mahagoniholz mit Ahorn-Intarsien. Etwas besser können wir uns da schon den „GT up!“ vorstellen. Der „up!“ im Trainingsanzug bringt mit 100 PS bei nur 900 Kilo Gewicht den Spaß in die Familie. Technikchef Dr. Ulrich Hackenberg spricht von knapp neun Sekunden für den 0-100-Sprint und fast 200 km/h Topspeed. Mal sehen, ob der „GT up!“ die Brücke zum Ur-GTI schlagen darf.
up! in die Serie
Definitiv Chancen auf Serienfertigung hat der „cross up!“. Er zeigt nicht nur, wie der viertürige „up!“ aussehen wird, sondern soll mit den typischen Schweller-Beplankungen und 15 Millimetern mehr Bodenfreiheit die Cross-Familie um Polo, Golf und Touran nach unten hin ausbauen. Beschlossene Sache sind hingegen die beiden Öko-Varianten der „up!“-Familie. Der „eco-up!“ kommt mit einem erdgasbetriebenen Ein-Liter-Dreizylinder sowie BlueMotion Technology und soll bei 68 PS Leistung nur 79 Gramm CO2 emittieren. Spätestens 2013 wird der Erdgas-Floh Realität. Das gilt auch für den „e-up!“. Ab 2013 fährt der „up!“ also sicher elektrisch. Ob er dies wie die Studie mit einem maximal 60 kW und 210 Nm starken Elektromotor, der für 135 km/h Spitze und 130 km Reichweite gut ist, tun wird, werden wir sehen.
Stärkster Käfer aller Zeiten
Wer jetzt denkt, bei Volkswagen wäre vor lauter Kleinstwagen-Hysterie der Sportsgeist komplett abhanden gekommen, sieht sich mit dem Beetle R Concept eines besseren belehrt. Dass der neueste Käfer nicht nur zur Lifestyle-Kutsche, sondern auch zu einem seriösen Sportler taugt, wollen die R-Designer mit 20 Zoll-Puschen, um insgesamt 30 Millimeter verbreiterten Kotflügeln, dicken Schürzen, einem deutlich gewachsenen Heckspoiler und einer vierflutigen Abgasanlage demonstrieren. Innen erwarten den ambitionierten Beetle-Fan schwarze Schalensitze mit sogenannten Ergopads aus grauem Nubukleder. Allem Anschein nach meinen es die VW-Verantwortlichen mit dem R für den Beetle ziemlich ernst. Von einem „sehr konkreten Ausblick auf eine mögliche Serienversion“ ist die Rede. Dass auch hier der etwa 270 PS starke 2-Liter-TFSI aus Golf R und Scirocco R zum Einsatz kommen dürfte, gilt als wahrscheinlich. Ob der Beetle R mit Front- oder Allradantrieb antreten darf, ist bisher unklar.
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- Eine Serienversion des IBL wird es in keinem Fall geben, allerdings verspricht Seat-Chef James Muir für die nächsten Jahre eine große Produktoffensive, die, zum Beispiel beim neuen Leon, vom Design des IBL nicht unbeeinflusst sein dürfte. Das gilt vor allem für die gepfeilte Front mit dem ebenfalls pfeilförmgen, fünfeckigen Grill.
Seat und Skoda mit klassischen Limousinen-Konzepten
Seat rückt auf der diesjährigen IAA seine Sportlimousinen-Studie IBL in den Vordergrund. Die Spanier sehen in dem 4,67 Meter langen Viertürer eine Verbindung aus klassischer Limousine und Sportcoupé. Eine Serienversion des IBL wird es in keinem Fall geben, allerdings verspricht Seat-Chef James Muir für die nächsten Jahre eine große Produktoffensive, die, zum Beispiel beim neuen Leon, vom Design des IBL nicht unbeeinflusst sein dürfte. Das gilt vor allem für die gepfeilte Front mit dem ebenfalls pfeilförmgen, fünfeckigen Grill. Wesentlich konkreter wird es da schon bei Konzernschwester Skoda. Die Tschechen zeigen mit der Studie MissionL eine beinahe fertige Stufenhecklimo, die ab Frühjahr 2012, zwischen Fabia und Octavia angeordnet, vor allem in Süd- und Osteuropa, Russland, China und schon 2011 in Indien für klingelnde Kassen sorgen soll. Klar und einfach gezeichnet, kein Schnickschnack, so lieben die Skoda-Kunden ihre Marke – vor allem, weil die nur 4,30 Meter lange Limo auch hinten luftig Platz und fette 500 Liter Kofferraumvolumen bieten soll. Ob der in der Serienversion wohl Rapid getaufte MissionL auch hierzulande angeboten wird, ist indes noch nicht bekannt.

