Nun steht der Unternehmer aus Süddeutschland auf dem Petersberg, wo der Kauf stattfinden soll, erstmals vor einem der beiden bisher einzig existierenden Exemplare des über 300 km/h schnellen Zweisitzers. Und seine graublauen Augen leuchten. Dabei ist eine Testfahrt nicht vorgesehen - das Auto muss ungefahren sofort erstanden werden.
Müller hat sich qualifiziert. Der ehemalige Hobby-Rennfahrer ist von Geburt an Alfista, wie sich die Fans der italienischen Marke nennen. 1941 hatte sein Vater während des Krieges einen Alfa gekauft. Der Sohn ist mit 20 Jahren dem Fahrspaß treu geblieben. Mittlerweile hat er selbst schon Dutzende Alfas besessen und wieder verkauft. Dazu einige Maseratis und viele Ferraris. Der Alfa 8C ist für ihn aber der Höhepunkt: "Das ist ein perfektes Ding."Müller ist ein typischer 8C-Kunde: Alfa-Enthusiast und vor allem ein leidenschaftlicher Fahrer. Sein Auto ist nicht fürs Museum bestimmt. Und das ist ganz im Interesse des Herstellers, denn der 8C soll für Image sorgen.Die Vorfreude ist für Müller die größte Freude. An Warten ist er gewöhnt, Ferrari etwa liefert auch erst eine Jahr nach Bestellung aus. Im September fährt er dann in das Werk nach Modena und steigt in seinen brandneuen roten Flitzer und von dort aus auf die Nordschleife des Nürburgrings als erster Härtetest. Bedenken wegen des Kaufs ohne Testfahrt hat er nicht: "Ich kenne den Motor aus verschiedenen Maseratis und Ferraris. Und den Alfa wird er zu einer Rakete machen."

