Tradition verpflichtet? Mitnichten!

Mit dem neuen XF kommt nun der etwas andere Jaguar: Schick, fahraktiv und vor allem modern soll die neue Raubkatze sein. Erster Fahrbericht der Dieselversion. ( , 01.01.2009)

Der neue XF bricht radikal mit Jaguars bisheriger Designlinie. Die Limousine der oberen Mittelklasse der noch unter dem Ford-Dach agierenden britischen Edelmarke steht seit Anfang März zu Preisen ab 49.370 Euro beim Händler. Trotz der neuen Formensprache nimmt die 4,96 Meter lange viertürige Stufenhecklimousine Anleihen an anderen Jaguar-Modellen. So entsprechen die Neigungen von Front- und Heckscheibe denen des Sportwagens XK, die geschwungene Fenstergrafik des Neulings soll den puristisch-grafischen Stil des Mk II zitieren. Für den Antrieb stehen ein Diesel und drei Benziner mit Leistungswerten zwischen 152 kW/207 PS und 306 kW/416 PS zur Wahl.

Ob es der jüngsten Raubkatze mit der neuen Formensprache tatsächlich an Markenidentität fehlt, werden letztendlich die Kunden entscheiden; das Team um Jaguar-Chefdesigner Ian Callum hat auf jeden Fall eine sehr elegante, schlanke Limousine geschaffen, die mit ihren fließenden, coupéhaft anmutenden Linien Aufsehen erregt. Das gestreckte Profil der aus 25 verschiedenen Stahlarten gefertigten Karosserie mit einem cw-Wert von 0,29 mündet in ein relativ hohes Heck, hinter dem sich ein Gepäckraum mit bis zu 540 Litern Fassungsvermögen auftut. Klappt man die Rückbank um, treten weitere 420 Liter Gepäckvolumen zutage.

Jaguar XF - Seitenansicht Fahrbild
Die vier Motoren (ein Diesel, drei Benziner) des Jaguar XF decken ein Leistungsspektrum von 207 bis 416 PS ab

Viel Platz, edles Ambiente

Im überraschend großzügigen, tadellos verarbeiteten Innenraum finden sich die Materialien wieder, die man von Jaguar gewöhnt ist: Weiches, mit Doppelnaht versehenes Leder, wahlweise drei verschiedene edle Hölzer für die breite Mittelkonsole und kühles Aluminium wurden in moderner Interpretation miteinander kombiniert. Der 2,91 Meter lange Radstand trägt dazu bei, dass fünf Personen bequem reisen, auch wenn der Fond nur zwei Kopfstützen bereithält; die Kopfhöhe ist trotz der coupéhaft abfallenden Dachlinie ausreichend.Ein Tastendruck auf den Start-Stopp-Knopf lässt die Sechs- oder Achtzylindertriebwerke anspringen. Gleichzeitig schwingen die Lüftungsdüsen am Armaturenbrett in geöffnete Stellung und der runde Wählschalter für das Automatikgetriebe erhebt sich aus der Mittelkonsole. Nur ein Fingertipp auf den entsprechenden Sensor ist notwendig, um das Handschuhfach zu öffnen oder das Leselicht im Dachhimmel einzuschalten.Der neue XF teilt sich die Aluminiumradaufhängung vorn und hinten mit dem Sportwagen XK, ebenso wurde die Bremsanlage für den XF adaptiert. Die Kraft wird in allen Modellvarianten über ein sechsstufiges Automatikgetriebe von ZF an die Hinterachse geleitet. Lenkradwippen ermöglichen es dem Fahrer, die Gänge auch selbsttätig zu wechseln.

Jaguar XF - Cockpit
Im überraschend großzügigen, tadellos verarbeiteten XF-Innenraum finden sich die Materialien wieder, die man von Jaguar gewöhnt ist

Leistung satt

Drei Benziner und ein Selbstzünder stehen für den Antrieb zur Wahl, wobei sich die Mehrheit der Kunden laut Jaguar-Prognose für den aus dem Vorgänger bekannten 2,7-Liter-V6-Biturbodiesel mit 152 kW/207 PS entscheiden wird. Das Aggregat harmoniert bestens mit der seidenweich schaltenden Automatik und glänzt mit gleichmäßiger Leistungsentfaltung. Der 3,0-Liter-V6-Benziner mit einer Leistung von 175 kW/238 PS kostet 54.380 Euro, darüber rangiert der kraftvolle 4,2-Liter-V8-Ottomotor mit 219 kW/298 PS für 62.180 Euro. Topmodell ist der 306 kW/416 PS starke 4,2-Liter-Super V8 mit Kompressoraufladung, der für 80.820 Euro mit einer nur ihm vorbehaltenen Ausstattung inklusive Bi-Xenon-Scheinwerfern und aktivem Dämpfersystem in der Preisliste steht.Alle Versionen kommen unter anderem mit Front- und Seitenairbags vorn und Fensterairbags vorn und hinten, elektrisch verstellbaren, beheizbaren Vordersitzen, Klimaautomatik, Regensensor, Bluetooth-Schnittstelle, automatischer Geschwindigkeitsregelung, Parksensoren hinten und Leichtmetallfelgen daher. Darüber hinaus sind optional unter anderem ein höherwertiges Klangsystem, schlüsselloser Zugang und Leder für Armaturentafel und Türverkleidungen erhältlich. Mit Rückfahrkamera, elektrischem Glasschiebedach oder Navigationssystem mit Sprachsteuerung lässt sich die Katze noch luxuriöser ausstatten.

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