Toyota meldet sich auf die internationale Bühne des Motorsports zurück. Das in Köln angesiedelte Rennsport-Team hat ein neues Rennauto für die FIA World Endurance Championship entwickelt und hat damit auf der südfranzösischen Rennstrecke von Le Castellet erfolgreich die ersten Testfahrten absolviert. Der "TS030 Hybrid" als geschlossener Sportprototyp tritt die Nachfolge des TS010 und des TS020 an ("TS" steht für "Toyota Sport"). Die beiden Vorgänger waren 1998 und 1999 bei den "24 Stunden von Le Mans" angetreten und hatten jeweils den Sprung aufs Podium geschafft. Unvergessen ist bis heute das Rennen 1999 geblieben, bei dem sich die Toyota-Truppe bis zur letzten Runde ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit BMW geliefert hatte und wenige Runden vor Schluss wegen einer Reifenpanne "nur" den zweiten Platz feiern durfte.
Mit mehr als 3,5 Millionen gebauter Hybridfahrzeuge möchte Toyota seine Kompetenz in der Antriebstechnik auch auf die Rennstrecke übertragen. Der Antrieb für den TS030 umfasst einen neu entwickelten V8-Saugmotor mit 3,4 Liter Hubraum. Die beim Bremsen gewonnene elektrische Energie steht dann beim Beschleunigen zur Unterstützung des Benzinmotors zur Verfügung. Im Rahmen der ersten Tests hat Toyota zwei Versionen an den Start gebracht. Da gemäß des Reglements der FIA, der obersten Rennsportbehörde, Hybrid-Rennwagen zwischen zwei Bremszonen eine Energiemenge von maximal 500 Kilojoule zurückgewinnen dürfen, mit denen eine Achse angetrieben werden kann, wollten die japanischen Entwickler testen, welche der beiden Achsen sich für den Einsatz der zusätzlichen elektrischen Kraft am besten eignet.
Nach 43 Siegen, drei Marken- und vier Fahrerweltmeisterschaften im Rallyesport, dem Engagement in der Formel 1 zwischen 2002 und 2009, feiert Toyota seine Rückkehr im internationalen Rennsport offiziell am 5. Mai 2012 beim "Sechs-Stunden-Rennen" im belgischen Spa. Danach geht das Team mit zwei Fahrzeugen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans am 16. und 17. Juni an den Start. Über weitere Einsätze ist in Köln noch keine Entscheidung gefallen. Für das erste Auto sind als Fahrer der Japaner Kazuki Nakajima, der Franzose Nicolas Lapierre und der frühere Formel-!-Fahrer Alexander Wurz aus Österreich gesetzt.

